Die Freiwillige Feuerwehr Neudorf hat den Kater Toni aus einem Wasserabflussrohr befreit. Dafür war ein langer und kräftezehrender Einsatz nötig, bei dem sogar ein Bagger anrücken musste.
Kriminalität: „Die Täter werden immer jünger“
Anzeigenstatistik 2024
Mehr als 1.000 Strafanzeigen betrafen im Vorjahr Kinder und Jugendliche. Insgesamt ist die Kriminalität im Burgenland gesunken.
Gerhard Braunschmidt, Leiter des Landeskriminalamtes, und Landespolizeidirektor Martin Huber präsentierten die Anzeigenstatistik.
© BVZ/Kirchmeir
Einen Anzeigenrückgang von 13,3% gab Landespolizeidirektor Martin Huber bei einer Pressekonferenz zur polizeilichen Anzeigenstatistik 2024 am Dienstag, 15. April 2025, bekannt. Dieser Rückgang ist vor allem der stark rückläufigen Schlepperkriminalität zu verdanken.
Rechnet man die Schlepperdelikte heraus, so stieg die Zahl der Anzeigen von 10.521 im Jahr 2023 auf 11.314 im Vorjahr.
20% der Anzeigen betrafen Cybercrime und Wirtschaftskriminalität, hier wurde eine Steigerung von über 10% verzeichnet. Zwar ist die Betrugsmasche mit den „falschen Polizisten“ rückläufig, dafür ist ein Identitätsschwindel aus dem Bereich der Gesundheitsversorgung im Zunehmen: Die Täter geben sich als Ärzte oder Krankenhauspersonal aus und behaupten, ein naher Angehöriger des Opfers bedürfe einer teuren Operation oder kostspieliger Medikamente.
Versprochene Bitcoins kamen nie an
„Erst gestern wurde im Mittelburgenland Anzeige erstattet, weil falsche Tatsachen vorgetäuscht wurden“, berichtete der Polizeidirektor. Eine Person habe 10.000 Euro überwiesen, die versprochenen Bitcoins im Wert von 300.000 Euro wurden nicht geliefert.
Die meisten Anzeigen wurden im Vorjahr im Bezirk Neusiedl erstattet, gefolgt von Eisenstadt und Eisenstadt Umgebung. Die wenigsten Anzeigen gab es in den Bezirken Güssing und Jennersdorf.
813 der Anzeigen betrafen Jugendliche im Alter zwischen 14 und 18 Jahren, 232 Täter waren im Alter zwischen 10 und 14 Jahren und damit noch nicht einmal strafmündig.
Keine Hotspots bei der Jugendkriminalität
„Wir haben keine kriminellen Hotspots bei der Jugendkriminalität, aber punktuelle Angriffe“, berichtete Gerhard Braunschmidt, Leiter des Landeskriminalamtes.
Häufig verüben Kinder und Jugendliche Delikte im Bereich der Körperverletzung oder minderschwere Raube, etwa durch Wegnehmen von Zigaretten oder E-Zigaretten.
„Sie werden immer jünger, das ist eine Tatsache“, bestätigte der Leiter des Landeskriminalamtes. Die Polizei versuche durch Präsenz bei Festen und Veranstaltungen gegenzusteuern.
Die meisten Täter im Alter unter 18 verfügen über die österreichische Staatsbürgerschaft, bei den Jugendlichen gefolgt von Ungarn, Rumänien, Türkei und Iran, bei den Kindern von Syrien, Ungarn, Slowakei und Afghanistan.
Schlepperei: Nur mehr 3,9% der Anzeigen
Im Bereich der Schlepperkriminalität sank die Zahl der Anzeigen von mehr als 3.000 im Jahr 2023 auf 462 im Vorjahr. War die Schlepperei 2023 noch für fast ein Viertel aller Delikte verantwortlich, so trug sie 2024 nur mehr 3,9% zur gesamten Anzahl der Straftaten bei.
1635 Gewaltdelikte wurden im Vorjahr angezeigt, davon 450 im Privatbereich. Mehr als 450 Betretungs-, Annäherungs- und Waffenverbote wurden ausgesprochen.
Bei den Eigentumsdelikten wurde ein moderater Anstieg verzeichnet, die Ladendiebstähle und Fahrraddiebstähle gingen zurück, was die Polizei einerseits auf verstärkte Videoüberwachung und Securitys, andererseits auf Präventionsmaßnahmen zurückführt.
109 vollendete Einbruchsdiebstähle in Wohnhäuser
170 Einbruchsdiebstähle wurden im Vorjahr in Wohnungen und Häuser verübt, davon blieb es in 61 Fällen beim Versuch. „Jeder Wohnhauseinbruch ist einer zu viel“, sagte Gerhard Braunschmidt und empfahl, die Beratung beim Kriminalitätspräventionsdienst in Anspruch zu nehmen.
Seit drei Monaten sind im Burgenland drei neue Kriminalitätsstellen in Betrieb, die aktuell jeweils mit drei bis vier Polizeibeamten besetzt sind und sich um Tatortarbeit, Cybercrimeforensik und Prävention kümmern. Dadurch solle es, so der Landespolizeidirektor, zu einer Entlastung der Polizeiinspektionen kommen.
Bis zum Herbst soll in Eisenstadt zusätzlich ein Cybercrime-Trainingscenter geschaffen werden, um die digitale Kompetenz der Polizistinnen und Polizisten zu stärken.