In der Landesgalerie verschmelzen virtuelle und physische Realität

Hannah & Lea Neckel

Die Eisenstädterinnen Hannah und Lea Neckel bringen Vaporwave, Digital Art und abgespacede knallbunte Plastiken in die Landesgalerie. Wer bei dieser Beschreibung fragend eine Augenbraue hochzieht, ist bei der Ausstellung genau richtig.

Von Peter Wagentristl

Blau und Pink, ganz viel Internetkultur und abgespacede Formen. Der Stil von Hannah und Lea Neckel ist unverkennbar.

Blau und Pink, ganz viel Internetkultur und abgespacede Formen. Der Stil von Hannah und Lea Neckel ist unverkennbar.

© BVZ/Wagentristl

Internetkultur in analoger Form, eine Verschmelzung von virtueller und physischer Realität, dazu aber auch ganz viel Herz(erl) und eine ordentliche Prise Burgenland. So könnte man die - zugegeben schwer in Worte zu fassende - Kunst der Eisenstädter Schwestern Hannah und Lea Neckel zusammenfassen.

In der Landesgalerie verschmelzen virtuelle und physische Realität

© BVZ/Wagentristl

Am Freitag um 19 Uhr eröffnen die beiden ihre Ausstellung „✮*•̩̩͙✧•̩̩͙*˚✧*˚ floating through reality ˚*✧˚*•̩̩͙✧•̩̩͙*˚✮“ in der Landesgalerie in Eisenstadt. Und ja: die Sonderzeichen sind Teil des Veranstaltungsnamens. Schon am Titel merkt man also den sehr zeitgenössischen Anstrich des von schnelllebiger Internetkultur geprägten Kunststils der Neckel-Schwestern.

Aber keine Sorge: Auch „Boomer“ sind hier richtig. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass ältere Menschen oft besonders interessiert an unseren Werken sind“, erklärt Lea, die jüngere der beiden. Vielleicht unter anderem, weil hier die oft bemüht jugendliche Internetkultur in analoger Form auch für TikTok-Verweigerer und Zwei-Finger-Tipper greifbar wird.

Postmodern, hyperreal und ganz schön burgenländisch

Inspiration für ihre Ausstellung mit den vielen Sonderzeichen im Namen finden die beiden aber nicht nur in crazy TikTok-Kunst im ADHS-Tempo, sondern im Eisenstädter Schlosspark. Das Highlight der Landeshauptstadt war die Hauptinspirationsquelle für die Ausstellung in der Landesgalerie. Der Schlosspark, neben dem die beiden aufgewachsen sind und der für junge Eisenstädter schon vor Anglizismen der „Place to be“ war, spiegelt sich auch in der Ausstellung wieder - wenn auch deutlich bunter.

In der Landesgalerie verschmelzen virtuelle und physische Realität

© BVZ/Wagentristl

„Wir haben uns alte Zeichnungen und Luftbilder des Schlossparks angesehen und haben die Wege und Sichtachsen durch die Ausstellung den schlängelnden Wegen im Park nachempfunden“, erklärt Hannah Neckel den fast unerwartet geerdeten Zugang zu ihrer sonst hyperrealen Kunst.

Das Burgenland kommt trotz aller Virtualität ganz und gar nicht zu kurz. Das knallige Pink der Ausstellung geht auch auf den Dämmmaterial-Produzenten Austrotherm in Purbach zurück, der seine bekannten pinken Styropor-Platten sponserte. Auch die verarbeiteten Textilstoffe kommen zu einem großen Teil aus dem Burgenland, nämlich von der Firma Vossen aus Jennersdorf.

Herzstück der Ausstellung ist der Herzerlteich

Herzstück im wahrsten Sinne des Wortes ist eine Neuinterpretation des Herzerlteichs im oberen Teil des Schlosspark. „Wir lieben den Herzerlteich!“, betont Lea Neckel mit Herzerl in den Augen. Dieser wird auch tatsächlich mit Wasser gefüllt und mittels Beamer mit Projektionen bespielt.

In der Landesgalerie verschmelzen virtuelle und physische Realität

© BVZ/Wagentristl

Auch hier spiegelt sich das wiederkehrende Muster der Neckel'schen Kunst wieder: die Grenzen zwischen virtueller und physischer Realität verschmelzen. Wie im echten Leben sind der digitale und der physische Raum gar nicht mehr scharf voneinander zu trennen - nicht nur für die GenZ.

„Hydrofeminismus“, Vaporwave, Digital Art - wer davon schon Fan ist oder sich ein Bild von diesen klingenden Begriffen machen will, kann diese „Symbiose von Technik und Natur, Mensch und Fortschritt“ ab Freitag in der Landesgalerie in Eisenstadt begutachten - ganz analog. Die Ausstellung läuft bis 25. Jänner. Es wird auch ein Shuttlebus aus Wien und dem Südburgenland angeboten.

Die Künstlerinnen in Action

Bei der Ausstellung sind auch sechs Termine anberaumt, an denen die Künstlerinnen vor Ort live die Ausstellung erweitern. „Work in progress“, im Sinne von wachsen und verändern, wird in der Landesgalerie generell groß geschrieben.

Termine:

  • Freitag, 22.11.2024 | 13:00 - 17:00
  • Freitag, 06.12.2024 | 11:00 - 15.00
  • Donnerstag, 19.12.2024 | 13:00 - 17:00
  • Freitag, 10.01.2025 | 13:00 - 17:00
  • Freitag, 24.01.2025 | 13:00 - 17:00
Shuttlebus aus Wien und dem Landessüden

Shuttlebus Wien – Landesgalerie Burgenland/Eisenstadt – Wien

Abfahrt:
17:00 Uhr Haltestelle NEU Albertina, 1010 Wien, Operngasse 4-8
18:00 Uhr Eisenstadt, Landesgalerie

Rückfahrt:
21:30 Uhr retour über die Anreisestrecke

Shuttlebus Jennersdorf – Landesgalerie Burgenland/Eisenstadt – Jennersdorf

Abfahrt:
15:10 Uhr Jennersdorf, Bahnhof
15:25 Uhr Heiligenkreuz i.L., Ortsmitte
15:40 Uhr Güssing, Volksbank
16:00 Uhr Stegersbach, P+R/Hauptplatz
16:20 Uhr Oberwart, Wiener Straße/P+R
16:35 Uhr Bernstein, Hauptplatz
17:00 Uhr Steinberg/Rabnitz P+R
17:05 Uhr Oberpullendorf, Spitalstraße/Hauptplatz
17:20 Uhr Weppersdorf, Busbahnhof
17:40 Uhr Mattersburg, Martinsplatz
18:00 Uhr Eisenstadt, Landesgalerie

Rückfahrt:
21:30 Uhr retour über die Anreisestrecke

Information & Anmeldung
+43 2682 719-5000 | office@landesgalerie-burgenland.at