Bereits zum neunten Mal packten die Klientinnen und Klienten der Förderwerkstätte „Rettet das Kind“ in Oberpullendorf kräftig an, um 2.000 Wanderpakete für den großen Waldquelle Familienwandertag vorzubereiten.
Der (ehemals) schiefe Turm von Mitterpullendorf
Ausstellung
Seit zirka einem halben Jahr ist das an die Stadtbücherei angegliederte Stadtarchiv im Aufbau. Nun zeigt man bis 26. September eine Ausstellung über Mitterpullendorf.
Hilde Mouradkhanian, Helga Windstey, Stadträtin Gerlinde Heger, Bürgermeister Johann Heisz, Vizebürgermeisterin Christina Köppel, Josef Kraxner, Vizebürgermeister Nikolaus Dominkovits, Susanne Moritz, Stadtrat Norbert Hoffmann und Elisabeth Horvath freuen sich über die neue Ausstellung.
© Michaela Grabner
Pläne aus den Jahren 1784 bis 1960 sowie alte Fotos von Mitterpullendorf, etwa von den Gasthäusern oder der Schule, werden im Rahmen einer Ausstellung in der Stadtbücherei gezeigt. Susanne Moritz vom Stadtarchiv-Team forderte bei der Ausstellungseröffnung am Freitag die Anwesenden auf, sollten sie jemanden auf den Bildern erkennen, der noch unbenannt ist, die Namen dieser Personen hinzuzufügen oder jemandem vom Archiv-Team mitzuteilen. Bevor man sich aber der Betrachtung der Bilder, Pläne und Kurztexte widmete, verriet Josef Kraxner, der mehere Bücher über die Geschichte Oberpullendorfs und Mitterpullendorfs geschrieben hat, ein paar Anekdoten aus Mitterpullendorfs Vergangenheit wie jene über den schiefen Turm von Mitterpullendorf.
1666 wurde in Mitterpullendorf die erste Kirche aus Stein erbaut. „Der Turm war viel zu hoch. Dieser begann sich Richtung Oberpullendorf zu neigen“, schilderte Kraxner. Es stellte sich heraus, dass das Fundament nicht in Ordnung gewesen war und man baute eine Stützmauer dazu. 1727 hatte sich der Turm wieder geneigt, laut Aufzeichnungen fast 60 Zentimeter vom Kirchenschiff weg, weshalb Pfeiler im Norden und Süden dazugebaut wurden. Und in Aufzeichnungen aus 1812 heißt es im Zusammenhang mit einem Umbau der Kirche, dass „der Turm so baufällig ist, dass man nicht weiß, ob er sich zum Himmel oder zur Erde neigen soll“ und dass „alle vier oder fünf Jahre etwas beim Turm unternommen werden muss“. 1863 schließlich sind so tiefe Risse in Kirche und Turm, dass man die Glocken herunterholen muss. Im Zuge der Restaurierung wird der Turm mit Eisenstangen stabilisiert.
In der Ausstellung selbst erfährt man dann beispielsweise, dass Mitterpullendorf (Középpulya) im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts agrarisch geprägt gewesen ist und der Stooberbach den Menschen Flusskrebse lieferte, die ein wichtiges Lebensmittel und Handelsgut waren. Oder, dass der erste Unterricht im Pfarrhaus und ab zirka 1750 in einem kleinen Haus unterhalb des Pfarrhofs erfolgte, ehe 1853 eine Volksschule errichtet wurde (das heutige Pfadfinderheim). Oder, dass die Fundamente der Kirche aus dem 14. Jahrhundert stammen.
Die Ausstellung wird bis 26. September zu den Öffnungszeiten der Stadtbibliothek zu sehen sein.