In der Stadtbücherei Mattersburg las Autor Michael kürzlich Hess aus seinem Buch „Gehessig“. Die Besucher erlebten einen abwechslungsreichen Abend mit humorvollen Sprachspielereien und nachdenklichen Texten.
„The Meadows“: Ein kleiner Schatz österreichischer Popkultur
Austrobeat aus Neudörfl
„The Meadows“, jene Austrobeat-Band, die in Neudörfl in den 1960ern gegründet wurde, ist insbesondere der etwas älteren Generation, nicht nur in Neudörfl, sondern in weiten Teilen des Burgenlands, durchaus noch ein Begriff. Auf der Bühne steht die Band schon lange nicht mehr. Bei regelmäßigen Treffen wird aber auch heute noch auf die – damals wilde – Zeit zurückgeblickt. Zuletzt versammelte sich ein Großteil der Bandmitglieder im Probuskeller Döller zu einem Mittagessen. Heuer würde die Band 60 Jahre bestehen.
Einige Bandmitglieder der „Meadows“ trafen sich zuletzt zu einem Mittagessen, um über die gute, alte Zeit zu plaudern: Joachim Gromes (Drums), Alfred Aichberger sen. (Rhythmus- und Sologitarre, Reinhard Strobl (Gesang) Reinhard Tiess (Gesang, Rhythmusgitarre) Nikolaus „Billy“ Hammer (Manager) und Alfred Aichberger jun. (Bühnentechniker).
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Die Haarpracht ist naturgemäß nicht mehr ganz so voll wie damals, als man den Beatles, die als Vorbild der Meadows dienten, durchaus Konkurrenz machen konnte. „Wir haben sie mittlerweile alle auf weiß gefärbt“, sagt Alfred Aichberger, im Scherz. „Meine sind wirklich angefärbt“, entgegnet Nikolaus „Billy“ Hammer zur Verwunderung aller in die Runde. „Ich spiele ja noch immer Tennis. Die Jugendlichen sagen sonst, mit dem Alten spielen wir nicht.“ Der Schmäh lief beim Bandtreffen im Probuskeller Döller.
Anwesend waren Reinhard Tiess, Reinhard Strobl, Alfred Aichberger, Joachim Gromes, Alfred Aichberger jun.und Nikolaus „Billy“ Hammer, der damals als Manager für die Band Auftritte organisierte. Nicht dabei waren Sigi Leyrer, Werner Florian und Rudolf Habeler, der im April 2023 im 71. Lebensjahr verstarb. Rudolf Habeler, in Neudörfl ÖVP-Vizebürgermeister von 1992 bis 1997, war es auch, der mit seinem besten Freund Reinhard Tiess, der das Neudörfler Unternehmen Brix Zaun leitet, den Anstoß für die Bandgründung gab. Mit 13 Jahren begannen die beiden im Keller der Eltern zu musizieren – mit Gitarre und Akkordeon. Einen ersten Auftritt absolvierten die beiden beim Faschingskränzchen des Männergesangsvereins. „Unser Repertoire mussten wir sechsmal wiederholen, weil wir nicht so viele Lieder im Programm hatten“, erinnerte sich Rudolf Habeler 2022 an die Anfangsjahre zurück. „Mich haben sie damals schon als Manager eingeteilt“, erzählt Billy Hammer. „Bald darauf sind Florian Werner und Sigi Leyrer dazu gestoßen. Die Band gab sich daraufhin den Namen ‚Combo 4‘“.
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Bandname wurde mit Hilfe eines Wörterbuchs gefunden
1966 ist das gewesen. „Zwei Jahre später bin ich dazu gekommen“, hakt Alfred Aichberger ein. „Weißt du noch, wie das zustande kam? Du hast in der Musikschule nachgefragt und sie haben dir meine Adresse gegeben. Dann hast du bei mir am Fenster angeklopft und ich habe zweimal vorgespielt. Danach war ich schon dabei.“ „Sieben Jahre war Alfred in der Musikschule“, ergänzt Billy Hammer, „das kannst du dir gar nicht vorstellen, was das ausgemacht hat für die Qualität“.
Die „Combo 4“ war somit wieder Geschichte, weil sich fünf Bandmitglieder schwer als „Combo 4“ verkaufen ließen. Ein neuer Name musste her. Aus einem Deutsch-Englisch-Wörterbuch wurden einige englische Wörter herausgesucht, die gut geklungen haben. Die Wahl fiel schließlich auf „The Meadows“, übersetzt: Die Wiesen. „Wahrscheinlich auch, weil es geklungen hat wie ‚The Shadows‘“, sagt Alfred Aichberger, eine britischen Rockband aus der Zeit.
„Populärste Band aus dem nördlichen Burgenland“

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50 bis 60 Auftritte absolvierten die Meadows in den Anfangsjahren pro Jahr. „Von Neusiedl, Oberpullendorf bis in den Güssiger Bezirk traten wir überall auf“, erinnert sich Billy Hammer. „In Oberwart waren zur gleichen Zeit die ‚Jets‘ unterwegs. Die haben uns den Bezirk ein wenig abspenstig gemacht.“ Sofort kram Alfred Aichberger aus seiner Tasche einige Plakate von damals hervor: „The Meadows stellen am Samstag, dem 25. Oktober 1969, ihre 1. Schallplatte in Drassburg in Anwesenheit von Landeshauptmann Theodor Kerry vor“, steht auf einem. Oder: „The Meadows: populärste Band des nördl. Burgenland bekannt durch die Presse“ auf einem anderen. Ein Plakat, bei dem Opus die Vorband der Meadows war, wurde zum Bedauern aller leider nicht archiviert. „Damals waren solche Konzerte eine der wenigen Unterhaltungsmöglichkeiten, Diskotheken hat es noch keine gegeben“, sagt Billy Hammer. „Allein in Bezirk Mattersburg reden mich noch viele an, dass sich die Paare bei unseren Veranstaltungen kennen gelernt haben.“

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Aber es ist klar, daß sie mit dieser Nummer keinen kommerziellen Erfolg haben konnten. Dafür war das österreichische Fußvolk noch nicht bereit. Die Single zählt heute zu den gesuchtesten österreichischen Sixties-Veröffentlichungen und bewegt sich preislich in einem Segment jenseits von Gut und Böse. Nachschlagewerk zum Thema „Austro-Rock & Pop“
Insgesamt nahmen die Meadows vier Songs auf: Once I Went Down the Street, Future, Bühne Welt und Meadow Blues. Ein Nachschlagewerk zum Thema „Austro-Rock & Pop - Singles der Sechziger und Siebziger Jahre“ (von Roger Heidlmayer) reiht „Future" unter die interessantesten österreichischen Beat-Songs, mit dem Nachsatz: „Aber es ist klar, daß sie mit dieser Nummer keinen kommerziellen Erfolg haben konnten. Dafür war das österreichische Fußvolk noch nicht bereit. Die Single zählt heute zu den gesuchtesten österreichischen Sixties-Veröffentlichungen und bewegt sich preislich in einem Segment jenseits von Gut und Böse. Ich mag die Vorstellung sehr gerne, dass dieser kleine, verlorene Schatz österreichischer Popularkultur eines sonnigen Samstag-Nachmittags für einen Euro am Flohmarkt auftaucht. Ich würde die Single an deiner Stelle kaufen."

© zVg
1976 trennte sich die Band insbesondere aus beruflichen Gründen: Aus den Bandmitgliedern wurden unter anderem Lehrer, Lokführer, Unternehmer. Zwischen 1997 und 2005 kam es noch einmal zu einem Revival mit Susi Zeyda, die bei manchen Auftritten die Band gesanglich begleitete.
Eine neuerliche Reunion auf der Bühne schließen die Meadows mit großer Wahrscheinlichkeit leider aus. Solange sich die Bandmitglieder aber zu regelmäßigen Treffen zusammenfinden, besteht für Fans zumindest noch ein kleiner Funken Hoffnung.

© Christian Artner

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