„Baba, Beton!“ in Nickelsdorf: Entsiegelungswettbewerb startet

Baba, Beton!

Im Rahmen ihrer diesjährigen Sommertour unter dem Motto „Best of Boden“ besuchte Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner gestern, Freitag, ein erfolgreich realisiertes Entsiegelungsprojekt in Nickelsdorf. Die Gemeinde hat auf einer öffentlichen Fläche rund 100 Quadratmeter Asphalt entfernt und durch eine naturnahe Grünfläche ersetzt.

Von BVZ Redaktion

Nickelsdorfer Bürgermeister Gerhard Zapfl zusammen mit Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner bei einer entsiegelten Fläche in Nickelsdorf.

Nickelsdorfer Bürgermeister Gerhard Zapfl zusammen mit Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner bei einer entsiegelten Fläche in Nickelsdorf.

© Klaus Zwinger

Bereits Ende 2023 wurden in der Lindengasse in Nickelsdorf rund 100 Quadratmeter alter Asphalt entfernt und durch eine Grünfläche ersetzt, im Zuge der Renaturierung wurden auch drei neue Bäume gepflanzt. Darüber hinaus wurden weitere Maßnahmen zur Reduktion versiegelter Flächen im Ortsgebiet getroffen, wie etwa die Verschmälerung eines erneuerten Gehsteigs.

Landeshauptmann-Stellvertreterin Haider-Wallner betonte bei der Besichtigung am Freitag: „Jede entsiegelte Fläche verbessert die Wasserversickerung, kühlt das Umfeld, fördert die Artenvielfalt und stärkt die Lebensqualität.“ Im Gespräch mit Bürgermeister Gerhard Zapfl lobte sie die Vorbildwirkung kleiner, aber wirkungsvoller Maßnahmen, die praktischen Nutzen für die Menschen vor Ort bringen und gleichzeitig der Umwelt und dem Klima zugutekommen.

In Nickelsdorf sind bereits weitere Projekte geplant. „Mit der Entsiegelung in der Lindengasse haben wir in Nickelsdorf einen wichtigen Schritt in Richtung zukunftsfitte Ortsentwicklung gesetzt – und das ist erst der Anfang. Unter dem Motto ‚Nickelsdorf nachhaltig‘ wollen wir auch in den kommenden Jahren weitere versiegelte Flächen öffnen und durch naturnahe Grünräume ersetzen“, so Zapfl.

Teilnahme am Entsiegelungswettbewerb „Baba, Beton!“

Laut Haider-Wallner gebe es in jeder Gemeinde versiegelte Flächen – vom asphaltierten Parkplatz beim Gemeindeamt über betonierte Dorfplätze bis hin zu ungenutzten Randflächen an Straßen. Viele Gemeinden hätten außerdem bereits konkrete Entsiegelungsprojekte in der Schublade, das Problem sei das nötige Budget. Hier kommt der neu ausgeschriebene Entsiegelungswettbewerb ins Spiel.

Ende Juli präsentierte Anja Haider-Wallner mit „Baba, Beton!“ den ersten Entsiegelungswettbewerb für burgenländische Gemeinden. Alle 171 Gemeinden sind eingeladen, ab September 2025 Projekte zur Entsiegelung öffentlicher Flächen einzureichen. Eine unabhängige Fachjury kürt das Gewinnerprojekt, das mit bis zu 100.000 Euro gefördert wird – inklusive Planung, Abbruch, Renaturierung und Begrünung. Die Einreichfrist endet im November 2025, die Preisvergabe ist für Februar 2026 geplant. Die Umsetzung soll bereits im Frühjahr 2026 starten.

Bürgermeister Zapfl sicherte bereits die Teilnahme seiner Gemeinde am Wettbewerb zu: „Der neue Entsiegelungswettbewerb des Landes Burgenland kommt genau zum richtigen Zeitpunkt. Wir werden als Gemeinde ganz klar teilnehmen. Jede Förderung hilft uns, mit noch mehr Tempo und Qualität an einem klimafitten und noch lebenswerteren Nickelsdorf zu arbeiten.”

Info am Rande: erst im Juli des letzten Jahres wurde das XXXLutz Zentrallager bei Zurndorf von Greenpeace mit dem Negativpreis „größter Betonschatz Österreichs“ bedacht. Damit wollen Umweltschützer auf die unansehnlichsten Bauwerke und größten Umweltsünden Österreichs hinweisen.