Spielbericht: Warriors küren sich im Final-Derby zum Landesmeister

Basketball Landesliga

Die UBC Eisenstadt Warriors setzten sich in einem hochdramatischen Finale der Landesliga gegen Stadtrivalen und Titelverteidiger BBC Nord Dragonz durch.

Von Peter Wagentristl

Rebound-Maschine Benny Iby (blau) machte Superligist Lukas Knor (weiß) das Leben schwer.

Rebound-Maschine Benny Iby (blau) machte Superligist Lukas Knor (weiß) das Leben schwer.

© BVZ, Peter Wagentristl

Könnte man auf die heimische Basketball-Landesliga wetten, die Quoten wären wohl ziemlich hoch für die UBC Eisenstadt Warriors gestanden. Denn die Titelverteidiger der BBC Nord Dragonz gingen stark besetzt und als Favorit in den Titelkampf. Superliga-Stammspieler Lukas Knor sowie David Trukesitz und Dogus Demirel, die beide ebenfalls schon Spielpraxis in der stärksten österreichischen Liga sammeln durften, gaben sich in der doch deutlich schwächeren rot-goldenen Landesliga die Ehre. Auch die Youngster Lenny Grafl und Konstantin Saurer standen im Drachen-Kader.

Auf der anderen Seite waren Ex-Rocks-Spieler Felix Reimann und Routinier Johannes Grabenhofer wieder im Einsatz, im Gegensatz zu den Dragonz konnten die Warriors aber ohne Druck spielen. Denn von einem Sieg ging wirklich niemand aus: „Wir können nur gewinnen, sie nur verlieren“, so der Tenor bei den Publikumslieblingen.

Apropos Publikum: Die Tribüne im Eisenstädter Allsportzentrum war rekordverdächtig voll. Leere Sessel suchte man vergebens, sogar im Stehen wurde es teilweise eng. Und laut, vor allem in der Hollywood-reifen Schlussphase.

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© BVZ, Peter Wagentristl

Zu Beginn gab es aber keine Überraschungen. Die Dragonz starteten zwar direkt mit einem Turnover ins Match, fanden ab da aber schneller und besser ihren Rhythmus als die Stadtrivalen. Früh zog die Zweier-Mannschaft der Superligisten davon, schien sich dann aber auszuruhen und das Spiel vielleicht etwas zu locker zu nehmen.

Ganz im Gegensatz zu den Warriors: Die Underdogs ließen sich nicht abschütteln und blieben lästig. Vor allem MVP Felix Reimann war mit 26 Punkten, 6 Assists und 5 Rebounds für die Drachen-Defensive nicht zu stoppen, Johannes Grabenhofer spielte mit 20 Punkten und 6 Rebounds eine seine stärksten Partien im Warriors-Dress.

So kämpften sich die Warriors wieder heran und konnten das Match zur Halbzeit gänzlich offen halten. In der Schlussphase überschlugen sich dann die Ereignisse. 3:30 Minuten vor Schluss stand es 70:70, das Momentum war aber eher auf Seiten der Drachen, die auf 74:71 erhöhten. Schlussphase wie aus einem Hollywood-FilmDoch dann begann eine regelrechte Turnover-Serie. Nach einem Korb der Warriors scheiterte der Dragonz-Gegenschlag an einem Offensiv-Foul von Lukas Knor. Korb Warriors, Fußspiel, Turnover. Und nochmals: Korb Warriors, Time-out, Turnover. Schließlich lagen die Warriors mit +3 in Führung, Ballbesitz Dragonz bei acht Sekunden auf der Uhr.

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© BVZ, Peter Wagentristl

Scharfschütze Lukas Knor konnte seine Drachen per Dreier in die Overtime retten – stieg aber mit den Zehen ins Aus, der Warriors-Block drehte endgültig durch. Der Buzzer besiegelte den 79:76-Sieg. Damit wurde das einzige Landesliga-Team ohne Verstärkung aus erster oder zweiter Bundesliga erstmals in der Vereinsgeschichte Landesmeister. „Im Endeffekt haben wir uns in den letzten Minuten einfach zu viele Fehler erlaubt und das Spiel aus der Hand gegeben“, resümiert Center David Trukesitz mit hängenden Schultern, aber als fairer Verlierer: „Die Warriors waren diesmal die bessere Mannschaft und haben sich den Sieg verdient.“ Erfreulich aus Sicht des BBC Nord war vor allem der starke Fan-Support – bisher sorgten die Warriors-Ultras nämlich teilweise für Auswärts-Stimmung in der Landeshauptstadt. Die (großteils jungen) Fans will man aber nicht enttäuschen: „Wir werden es nächstes Jahr wieder gutmachen“, verspricht Trukesitz.

Die frischgebackenen Landesmeister sind auch Tage nach dem Sieg noch etwas „schmähstad“: „Wir können es noch immer nicht ganz glauben, aber wir sind Meister!“, so Point Guard Jakob Völker: „Gratulation an das ganze Team, es war eine Spitzenleistung. Die Dragonz haben gekämpft, aber am Ende hatten wir die besseren Nerven.“ Nun geht es in die Sommerpause, ab September starten dann die Sichtungstrainings für kommende Saison.

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© BVZ, Peter Wagentristl