Dieses Comeback ändert alles: Neue Hoffnung für die Eisenstadt Dragonz

Basketball Superliga

Mit dem Comeback von Sead Hadzifejzovic geht ein Ruck durchs Team: Gegen den Tabellenzweiten Klosterneuburg um Euroleague-Star Sylven Landesberg kehrten die sieglosen Tabellenletzten zu alter Stärke zurück. Nach Sechs-Punkte-Führung in der Overtime setzte sich aber schließlich doch der Favorit durch.

Von Von Peter Wagentristl

Sead Hadzifejzovic ist zurück in Eisenstadt - er ist genau das, was den Dragonz in dieser Saison noch gefehlt hat.

Sead Hadzifejzovic ist zurück in Eisenstadt - er ist genau das, was den Dragonz in dieser Saison noch gefehlt hat.

© BVZ/Wagentristl

Sead Hadzifejzovic ist exakt das, was den Eisenstadt Dragonz heuer gefehlt hat. Das dieser Satz keines Konjunktivs bedarf, machte der 36-jährige Routinier in seinen ersten drei Spielminuten klar - mit zwölf Punkten gegen fassungslose Niederösterreicher.

Dieses Comeback ändert alles: Neue Hoffnung für die Eisenstadt Dragonz

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Fassungslos auch, weil die Knie des Bosniers von zwei Jahrzehnten Profi-Basketball schwer gezeichnet sind und die Kondition nicht gerade nach Spitzenathletik schreit. Was dem abgebrühten Center an körperlicher Fitness fehlt, macht Hadzifejzovic mit Erfahrung, roher Kraft und vor allem Spielintelligenz, bei der die Kinnladen sich dem Boden nähern, doppelt und dreifach wett. Oder in Zahlen statt in Worten: 28 Punkte, 26 Rebounds.

Raketenstart für Eisenstadt

So haben sich die Klosterneuburg Dukes den Start wohl nicht vorgestellt. Vielleicht hat man auch vergessen einen Blick auf die Dreier-Quote von Eisenstadts Routinier zu werfen. Nach nicht einmal drei (!) Spielminuten stand es nämlich bereits 17:4 für Eisenstadt. Hadzifejzovic hatte drei Dreier versenkt - als klassischer Center -, dazu noch einen Freiwurf und einern Layup. Dann war die erste Pause für den Bosnier angesagt. Was für ein Comeback.

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Dieses Comeback ändert alles: Neue Hoffnung für die Eisenstadt Dragonz
Die Drachen waren hauchdünn an der Sensation dran und mussten sich dem neuen Tabellenführer Klosterneuburg Dukes erst in der Overtime beugen.

© BVZ/Wagentristl

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Mit dem zurückgekehrten Star auf der Bank - wo er auch wirkte wie der dritte Coach und den Animateur für das Publikum machte - verwandelten die Klosterneuburger den Rückstand von 13 Punkten allerdings im Handumdrehen in eine Vier-Punkte-Führung. Zwischenzeitlich wuchs der Vorsprung der Gäste auf 13 Punkte an. Beim Halbzeitstand von 36:40 war aber noch alles offen.

Ausgleich mit 0,4 Sekunden auf der Uhr

Im letzten Viertel waren dann wieder die Eisenstädter am Drücker, machten mit solider Defense - vermutlich der besten in der heurigen Saison - den Dukes das Leben schwer, erzwangen Turnover und führten kurz vor Schluss wieder. Nach 39:59,6 Minuten roch es schon nach dem ersten Saisonsieg für die Dragonz, was gegen die Tabellenzweiten eine veritable Sensation gewesen wäre. Aber ein unnötiges wie unglückliches Foul an Center Dragan Bjeletic schickte ihn an die Freiwurflinie, wo er beide Würfe traf, auf 70:70 stellte und die Overtime erzwang.

Dieses Comeback ändert alles: Neue Hoffnung für die Eisenstadt Dragonz

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Und auch dort waren die Drachen zu Beginn tonangebend und erarbeiteten schnell eine Sechs-Punkte-Führung. Beide Teams hatten zu diesem Zeitpunkt bereits Foul-Trouble: Euroleague-Star Sylven Landesberg musste ebenso wie Isaiah Amato vom Platz, Jacorie Archie musste mit vier Fouls in der Defensive Samthandschuhe anziehen. Noch dazu war Hadzifejzovic konditionell zu diesem Zeitpunkt bereits schwer am Schnaufen.

Das Resultat war der zehnte Führungswechsel im Match, den Klosterneuburg diesmal nicht mehr aus der Hand gab und mit 78:83 den hart erkämpften Sieg fixierte.

Turnover als Indikator für fehlende Abstimmung

Apropos Turnover: Diese bleiben das größte Manko der Eisenstädter, die schon im vierten Viertel 21 Stück zu Buche stehen hatten. Ein Zeichen, dass die Abstimmung im Team doch noch nicht wie gewünscht funktioniert. Zweitbester Scorer der Burgenländer war Csaba Fazekas (sein Dreier wenige Hundertstel nach dem Buzzer zählte nicht mehr) mit 13 Punkten. Jakob Szkutta kam zwar auf zwölf Punkte, dem gegenüber stehen aber auch sieben Turnover. Zweistellig war auch Isaiah Amato mit elf Punkten.

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„Es war ein besseres Match als letzte Woche gegen Oberwart. Die ersten zehn Minuten waren stark, aber was uns noch fehlt, ist die Konstanz über 40 Minuten“, so Hadzifejzovic nach dem Match gegenüber der BVZ: „Wir haben ein sehr junges Team mit wenig Erfahrung. Wir müssen mehr als Team auftreten. Es ist schön, wieder in Eisenstadt zu sein, danke auch für den freundlichen Empfang der Fans.“

„Fürstenfeld kann sich warm anziehen“

Nach dem bärenstarken Auftritt gegen den neuen Tabellenführer Klosterneuburg geht es am Sonntag gleich mit dem nächsten Heimmatch weiter. Um 17 Uhr spielen die Dragonz gegen den direkten Konkurrenten um die rote Laterne, die sieglosen Fürstenfeld Panthers. „Die können sich warm anziehen“, flüstert ein Drache mit verschmitztem Lächeln. Nach der Vorstellung gegen die Dukes sind die Drachen eindeutig als Favorit in die Partie. Gute Stimmung ist am Sonntag im Allsportzentrum jedenfalls garantiert.