Dragonz-Sieg mit Overtime beim Strafsenat

Basketball Superliga

Es war eine heiße Partie mit erhitzten Gemütern: Die BBC Nord Dragonz gewannen zuhause gegen die Kapfenberg Bulls. Der Erfolg wurde aber von unschönen Szenen am Spielfeldrand überschattet. Mittlerweile prüft auch der Strafsenat der Superliga die Vorfälle.

Von Von Peter Wagentristl

Die BBC Nord Dragonz holten gegen die Kapfenberg Bulls den dritten Sieg der Qualifikationsrunde. Headcoach Felix Jambor wurde dabei in die Kabine geschickt.

Die BBC Nord Dragonz holten gegen die Kapfenberg Bulls den dritten Sieg der Qualifikationsrunde. Headcoach Felix Jambor wurde dabei in die Kabine geschickt.

© BVZ/Wagentristl

Für die Dragonz und die Bulls war die Partie besonders wichtig, da sich die Burgenländer und die Steirer um den siebenten Tabellenplatz matchen. Den Druck merkte man auch im Spiel, beide Teams schenkten sich nichts und lieferten sich ein Match auf Augenhöhe.

Dragonz-Sieg mit Overtime beim Strafsenat

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Zur Halbzeit hatten die Eisenstädter dabei knapp um vier Punkte die Nase vorne. Aber die Bullen ließen sich nicht zähmen und drehten nach im dritten Viertel das Minus zu einer hauchdünnen Führung.

Eskalation mit fünf Minuten auf der Uhr

In der 25. Minute dann der Eklat: Kapfenbergs Kapitän Krstic bäumte sich nach einem umstrittenen Pfiff vor Eisenstadts Headcoach Felix Jambor auf - der sich das wiederum nicht bitten ließ und auch nicht gerade deeskalierend auf die Provokation reagierte. Es kam zu einer lautstarken, ziemlich unfreundlichen Auseinandersetzung zwischen den Teams, allen voran Krstic und Jambor.

„Vorausgegangen ist dem Ganzen ein Geplänkel zwischen den Assistant Coaches. Dann ist Nemanja Krstic auf unsere Trainerbank zugesprungen und hat sich wirklich zutiefst beleidigend geäußert“, schildert General Manager Roland Knor die Geschehnisse aus seiner Sicht.

Dragonz-Sieg mit Overtime beim Strafsenat

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Felix hat nie die Coaching Zone verlassen und die Containance gewahrt. Krstic konnte von seinen Teamkollegen nur mit Gewalt zurückgehalten werden. Aus meiner Sicht hat sich Felix nichts zu Schulden komen lassen, seinen Ausschluss kann ich nicht nachvollziehen. Dragonz General Manager Roland Knor.

Für ihr „grob unsportlichen Verhalten“ wurden beide Streithähne in die Kabine geschickt, die letzten 4:58 Minuten mussten die Kapfenberger also ohne Kapitän und die Eisenstädter ohne Headcoach absolvieren. Am Weg in die Kabine hat es dann doch Unmutsäußerungen des sonst besonnenen Headcoaches gegeben. Noch mehr aber von Kapitän Krstic, der auch den Mittelfinger und Schimpftiraden Richtung Dragonz-Tribüne losließ.

Nüchterner als das Match fiel das Schlussresümee von Point Guard und Neo-Nationalteamspieler Lukas Hahn: „Es war ein hart erkämpfter Sieg, am Ende haben wir trotz der angespannten Stimmung das Spiel gut zu Ende gespielt.“ Und auch Knor zeigte sich mit dem sportlichen Geschehen zufrieden: „Es war eines der besten Matches der Saison, sowohl offensiv als auch defensiv. Hätten wir die Freiwürfe gegen Ende getroffen, wäre der Sieg auch deutlicher ausgefallen.

Dragonz-Sieg mit Overtime beim Strafsenat

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Overtime beim Strafsenat nach Entgleisung

Auch nach dem Buzzer ist die Partie noch nicht abgeschlossen. „Der Strafsenat der win2day Basketball Superliga arbeitet aktuell die Vorfälle auf“, schreibt die Liga am Dienstag. Im Bericht der Superliga lesen sich die Ereignisse folgendermaßen:

„Gegenstand der Untersuchungen sind die Vorfälle aus dem dritten Viertel der Begegnung: Während der Spielunterbrechung ist es vor der Spieler- und Betreuerbank der BBC COLDAMARIS Nord Dragonz zu einem grob unsportlichen Verhalten zwischen Nemanja Kristic (BOSCO Bulls) und Felix Jambor (Eisenstadt) gekommen. Der Crew-Chief dieser Partie hat daraufhin beide Akteure mit einem disqualifizierenden Foul belegt, woraufhin sie das Spielfeld und die Halle verlassen mussten.“

Dragonz-Sieg mit Overtime beim Strafsenat

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Darüber hinaus habe Krstic beim Verlassen der Halle „auch Gestiken und Körpersprache beim Verlassen der Halle“ gezeigt, die ebenfalls „Gegenstand der laufenden Ermittlungen“ seien, heißt es von der Superliga.

Das Match geht nun jedenfalls in die Overtime beim Strafsenat: „Alle Vorfälle wurden vom Schiedsrichterteam dokumentiert und laut Wettspielordnung der win2day Basketball Superliga zur Anzeige gebracht.“ Am Wochenende sollen in der Causa Entscheidungen fallen.

Unemotionaler Blick nach vorne

Die emotionale Begegnung gilt es nun abzuschütteln und den Blick auf die anstehende Doppelrunde zu richten. Denn bereits am Freitag geht es für die Drachen mit dem ersten von zwei Auswärts-Matches weiter. Gegen die Fürstenfeld Panthers zählt in der Steiermark nur ein Sieg, alles andere wäre eine Negativüberraschung.

Teil zwei der Doppelrunde folgt dann am Sonntag - ausgerechnet gegen die Bosco Bulls. Diese müssen allerdings ohne Kapitän Krstic antreten, dieser ist nach den Vorfällen in Eisenstadt für ein Match gesperrt. Jambor darf dagegen an der Seitenlinie stehen, für Coaches sind die Regularien hier anders als für Spieler.

Welche weiteren Konsequenzen der Eklat der letzten Begegnung noch haben wird, ist aktuell nicht abschätzbar. Nur so viel steht fest: es wird wohl ein wilder Ritt für die Drachen im Bullenstall.