Vier ehemalige Dragonz Ladyz feierten Meistertitel in der Superliga
Basketball
Der neue Meister der Damen-Basketball-Superliga heißt SKN St. Pölten. Den Titel feierten auch drei heimische Basketballerinnen und ihre ehemalige Trainerin bei den BBC Nord Dragonz Ladyz.
Den Meistertitel des SKN St. Pölten feierten auch Magdalena Nikolic (Draßburg, 2.v.l. hinten), Chiara Pavitsits (Steinbrunn, 3.v.l. hinten) und Alma Frantsich (Eisenstadt, 3v.r. hinten) und Ex-Dragonz Ladyz-Coach Lana Petrovic (mit Pokal).
© Wolfgang Mayer
Nach Uneinigkeiten bei den BBC Nord Dragonz Ladyz um die Entlassung von Coach Lana Petrovic stellten die Eisenstädterinnen den Spielbetrieb in der 2. Bundesliga ein. Trainerin Petrovic übernahm daraufhin beim SKN St. Pölten das Zepter, mit Magdalena Nikolic (Draßburg), Chiara Pavitsits (Steinbrunn) und Alma Frantsich (Eisenstadt) dockten auch drei Dragonz Ladyz bei den Niederösterreicherinnen in der höchsten Spielklasse an.
Der Wechsel zur neugegründeten Truppe aus der niederösterreichischen Landeshauptstadt erwies sich dabei als durchaus richtige Entscheidung: den nach dem Erfolg im Cup feierte der SKN St. Pölten nun auch den Meistertitel in der Superliga, der stärksten Damen-Basketball-Liga Österreichs.
Das junge rot-goldene Trio kam heuer zwar nicht zu viel Spielzeit und musste auch das Finale von der Bank aus verfolgen - im Fall von Magdalena Nikolic auch verletzungsbedingt. Mit einigen soliden Auftritten und vor allem starker Leistung am Rebound in der heurigen Saison dürfen die drei Ex-Dragonz aber zurecht mit ihren Teamkolleginnen und dem Pokal feiern.
So lief das Entscheidungsmatch
St. Pölten - UBI Graz 71:64. Um 22.25 Uhr streckte SKN-Kapitänin Anna Kolyandrova am Sonntag den Meisterpokal in die Höhe. Der Jubel war nach einem spannenden Spiel grenzenlos, die St. Pöltnerinnen knackten in ihrer ersten Saison den Jackpot mit dem Double und trugen sich in die Basketballgeschichtsbücher ein.
Das dritte Finale begann für die Gastgeberinnen verheißungsvoll. Gleich die ersten beiden Dreier von Maria Kolyandrova und Michi Wildbacher fanden ihr Ziel. Danach wandte sich aber das Blatt. Graz drehte, angeführt von Schwarzinger, die im ersten Viertel acht Punkte markierte, auf und ging mit 18:12 in Front. Foulbilanz nach zehn Minuten: 5:0 für den SKN. Der auch bei den Rebounds total unterlegen war: 7:18.
Im zweiten Viertel hieß die Devise: „Krisper, bitte kommen.“ Die SKN-Topscorerin verpasste verletzungsbedingt die ersten beiden Finalspiele und wechselte vom Ergometer neben der Bank direkt aufs Feld. Graz blieb zunächst dennoch vorne, hatte bei 21:16 sogar schon sechs Freiwürfe liegen gelassen.
Die Steirerinnen hatten immer eine Antwort parat, als sich St. Pölten anschickte, näher zu kommen. Am Ende des Abschnitts zog man sogar durch einen 8:0-Lauf von 32:29 auf 40:29 davon. Weil man vom Dreier 4/8 traf, während der SKN nur mehr 3/11 aufwartete. Somit fanden nach dem erfolgreichen Auftakt aus der Distanz nur mehr 1/9 Dreier sein Ziel.
Aufholjagd St. Pöltens nach der Pause
Graz nahm eine Neun-Punkte-Führung mit in die zweite Halbzeit. In dieser wendete sich das Blatt. St. Pölten, nun aggressiver am Werk, gelangen neun Zähler hintereinander, auch die starke Performance von der Freiwurflinie (10/10) brachte den SKN zurück. Wichtig für die Gastgeberinnen: Graz-Topscorerin Sill war nach ihrer Verletzung noch nicht in Topform und kassierte in Minute 30 ihr viertes Foul.
Der SKN gewann das dritte Viertel mit 18:9, somit ging es Pari in die letzten zehn Minuten: 51:51. Wildbacher steuerte bei 59:59 einen extrem wichtigen Dreier bei. Anna Kolyandrova explodierte förmlich und zeigte sich von der Freiwurflinie stark. Die Kapitänin markierte acht Punkte im vierten Viertel, machte 14 ihrer 16 Zähler nach der Pause. Der X-Faktor der Partie war aber Nina Krisper, die in den Abschnitten zwei bis vier 16 Punkte lieferte und Graz immer wieder unter Druck setzte.
So sicherte sich der SKN mit einem 20:13 im Schlussviertel den dritten und entscheidenden Sieg in der Finalserie. Und das praktisch nur mit einer Sechserrotation, Orekhova und Wildbacher spielten durch.
Orekhova MVP
Headcoach Lana Petrovic wurde von ihren Spielerinnen nach Spielende auf Händen getragen und Ex-Präsident Wilfried Schmaus bekam seinen verdienten Dank, für seine Verdienste um den Damen-Basketballsport in St. Pölten, ausgesprochen.
Zur wertvollsten Spielerin der Finalserie wurde Inga Orekhova gewählt. Mit 18 Punkten im Schnitt völlig zurecht. Orekhova hatte ihr Team in den ersten beiden Spielen zum Sieg geführt und darf sich nach 2006, damals mit dem UBBC Herzogenburg, erneut Doublegewinnerin nennen.
Stimmen zum Triumph

© BVZ, Peter Wagentristl
Lana Petrovic, Headcoach, SKN-Basketball: „Ich bin super stolz auf die Mädels, dass sie die Serie mit 3:0 beendet haben. Wir haben in der ersten Hälfte schlecht angefangen, zu spät unseren Rhythmus gefunden. In der Pause haben wir uns an unseren Gameplan erinnert. Die zweite Hälfte war sehr stark.“
Andreas Worenz, Sportdirektor und Assistant-Coach, SKN-Basketball:„Ich muss sagen, dass ich überwältigt bin. Was wir in so kurzer Zeit auf die Beine gestellt haben. Zwei Titel im ersten Jahr: Damit hat keiner gerechnet. Es ist gut für den Damen-Basketball, dass mehr Kompetition drinnen ist.“
Inga Orekhova, Finals-MVP, SKN-Basketball: „Ich kann es nicht beschreiben. Ich hätte nicht gedacht, dass ich MVP werde. Das bedeutet mir sehr viel. Ich habe nicht gewusst, ob ich nach der Schwangerschaft überhaupt noch Basketball spielen werde.“
Stefan Worenz, Geschäftsführer, SKN-Basketball:„Wieder ein Topspiel. Es ist wichtig für den Frauen-Basketball in Österreich. Es war ein enges Spiel, Graz hat auch super gespielt. Vor einem Jahr sind wir mit einer Idee gestartet, jetzt stehen wir da.“
Markus Mayer, Obmann, SKN-Basketball: „Es war überraschend, dass wir in der Finalserie gegen Graz gespielt haben. Das 3:0 ist eindeutiger als es war. Für die erste Saison ist uns ein großer Wurf gelungen. Es ist ein Erfolg für uns alle.“
Andrea Pichler, Präsidentin, SKN-Frauen: „Ein Wahnsinn. Wer hätte das gedacht vor einem Jahr. Wir Frauen dominieren in St. Pölten.“
Ergebnis
SKN ST. PÖLTEN - UBI GRAZ 71:64 (12:18, 21:24, 18:9, 20:13).
SKN: A. Kolyandrova 16, Krisper 16, Orekhova 12, Wildbacher 10, M. Kolyandrova 8, Kunz 8, Feitl 1.
Endstand in der „best-of-five“-Serie: 3:0 für St. Pölten.