17. Oktober
Offenbar Rechenzentrum in Nickelsdorf geplant
Bauvorhaben
In Nickelsdorf ist offenbar ein Rechenzentrum geplant, das laut "profil" eine ähnliche Dimension wie das umstrittene Google-Projekt im oberösterreichischen Kronstorf (Bezirk Linz-Land) erreichen könnte.
Bürgermeister Gerhard Zapfl auf dem Acker, wo ursprünglich ein interkommunaler Businesspark entstehen sollte. Nun ist dort offenbar ein Rechenzentrum geplant.
© Klaus Zwinger
Bürgermeister Gerhard Zapfl (SPÖ) bestätigte am Freitag auf APA-Anfrage, dass er über ein mögliches Datencenter informiert worden sei. Näheres werde er aber erst bei einem Termin Mitte August erfahren.
Das Grundstück bei der Autobahnabfahrt Mönchhof gehört der Wirtschaftsagentur Burgenland. Im Zuge des Umwidmungsprozesses zum interkommunalen Businesspark wurde der Gemeinde laut "profil" mitgeteilt, dass darauf ein Rechenzentrum entstehen soll. Viel mehr habe er seither nicht erfahren, sagte Zapfl gegenüber der APA: "Ich renne der Information schon sehr lange nach."
Laut "profil" ist von einer Fläche von 41 bis 50 Hektar die Rede. Die Wirtschaftsagentur, die für die APA am Freitagvormittag zunächst nicht erreichbar war, bestätigte die Pläne gegenüber dem Nachrichtenmagazin nicht und hielt fest, dass mehrere Anfragen für verschiedene Projekte vorliegen würden. Bei der Netz Burgenland GmbH wiederum hieß es, dass es mehrere Anfragen für Hyperscaler, also besonders große Rechenzentren, gebe.
Werner Falb-Meixner, der Vizepräsident der Landwirtschaftskammer Burgenland, findet dazu harsche Worte: „Das ist das nächste depperte Projekt!“ schreibt er in einer Aussendung. Zuvor war Falb-Meixner bereits Beschwerdeführer gegen das geplante Wasserstoffwerk in Zurndorf. Er kritisiert, dass für Rechenzentren wie dieses immense Mengen an Wasser gebraucht würden und dieses üblicherweise aus Flüssen in der Umgebung entnommen, die Rechner damit gekühlt und das Wasser anschließend erwärmt zurückgeleitet würde.
Da es angrenzend keinen Wasserlauf gibt, folgert er, dass das Wasser dazu dem Boden entnommen werden müsste. „Da wir momentan, und zu befürchten auch in Zukunft ohnehin zu wenig Wasser in der Region haben, frage ich mich wo das Wasser für die Kühlung herkommen soll. Auf der Parndorfer Platte ist nicht einmal eine landwirtschaftliche Beregnung erlaubt und wäre durch Grundwassertiefen von 30 m und mehr auch technisch extrem teuer und aufwendig“, so Falb-Meixner abschließend.