Energie kostet, viele wollen helfen: Diese Angebote sind kostenlos

Beratung & Unterstützung

Wenn hohe Energiekosten und Teuerung auf ineffiziente Geräte und schwierige Wohnverhältnisse treffen, vervielfachen sich die Probleme. Mit speziellen Angeboten für niedrige und mittlere Einkommen wollen Land, Caritas und Volkshilfe schnell und unbürokratisch unterstützen.

Von Wolfgang Millendorfer

Präsentation der Energiespar-Beratung (v.l.): Volkshilfe-Projektleiterin Cornelia Halper, Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner, Landesrat Leonhard Schneemann und Caritas-Burgenland-Direktorin Melanie Balaskovics.

Präsentation der Energiespar-Beratung (v.l.): Volkshilfe-Projektleiterin Cornelia Halper, Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner, Landesrat Leonhard Schneemann und Caritas-Burgenland-Direktorin Melanie Balaskovics.

© Landesmedienservice

Konkrete Hilfe, die von Beratungen und Fördermöglichkeiten zur Senkung von Energiekosten über den Austausch ineffizienter Geräte bis zur finanziellen Unterstützungen bei Heizkosten reicht: Einen Überblick gaben Land Burgenland, Caritas und Volkshilfe nun im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz. „Viele Menschen wissen nicht, welche Unterstützungsmöglichkeiten es gibt oder scheuen den Aufwand“, sagte Landesvize und Energie-Landesrätin Anja Haider-Wallner: Deshalb sei die einfache und schnelle Hilfe das Ziel.

Auf Maßnahmen wie den Wärmepreisdeckel und weitere Sozial-Initiativen - etwa die kostenlose Nachhilfe oder Mittagessenförderung für Kinder in Schulen und Betreuungseinrichtungen - verwies Landesrat Leonhard Schneemann, ebenso wie auf „strukturelle Entlastung statt kurzfristiger Einmalhilfen“. So wolle man verhindern, „dass Armut zur Energiearmut wird“. Ein besonderer Schwerpunkt liegt daher auf Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs und zur langfristigen Reduktion von Heizkosten.

Die Förderinitiative „Sauber Heizen für alle“ unterstützt Haushalte mit niedrigem Einkommen beim Umstieg auf klimafreundliche Heizsysteme. Gefördert wird der Austausch von Öl- und Gasheizungen gegen umweltfreundliche Alternativen wie Wärmepumpen, Fernwärmeanschlüsse oder Biomasse-Heizungen. Förderberechtigt sind Haushalte im untersten Einkommensdrittel. Die Förderung übernimmt bis zu 100 Prozent der Investitionskosten. Als einziges Bundesland setze das Burgenland seit der Richtlinienanpassung im September 2025 auf eine zielgerichtete Vorfinanzierung.

„Gerade für viele Familien, Pensionistinnen und Pensionisten sind hohe Heizkosten eine enorme Belastung. Mit ‚Sauber heizen für alle‘ stellen wir sicher, dass niemand im Burgenland aus finanziellen Gründen auf eine saubere, leistbare Heizung verzichten muss“, betonte Landeshauptmann-Stellvertreterin Haider-Wallner. Der im Juli 2022 eingerichtete Sozial- und Klimafonds des Landes wird unter anderem durch eine Abgabe auf Windkraft- und Photovoltaikanlagen gespeist.

Als ein weiterer zentraler Baustein gilt die Energiespar-Beratung der Caritas Burgenland, die durch den Klima- und Energiefonds der Bundesregierung gefördert wird und sich an armutsgefährdete Haushalte richtet. Die Beratung ist kostenlos, praxisnah und zeigt konkrete Möglichkeiten auf, wie Energie und Kosten gespart werden können. „Wenn hohe Rechnungen Angst machen oder am Heizen gespart werden muss, zeigt sich Energiearmut ganz konkret im Alltag“, so Caritas-Direktorin Melanie Balaskovics.

Im Vorjahr haben sich 951 Menschen hilfesuchend an die Caritas-Sozialberatungsstellen gewandt, davon konnten mehr als die Hälfte ihre Strom- und Heizkosten nicht decken. „In solchen Fällen helfen wir rasch, um Abschaltungen zu verhindern, laufende Kosten zu senken und um den Menschen nachhaltig Sicherheit zu geben“, sagt Balaskovics.

Die Volkshilfe Burgenland ist als langjährige soziale Hilfsorganisation ein wichtiger Partner im burgenländischen Unterstützungs-Netzwerk und stärkt Betroffene im Alltag. Unter anderem setzt die Volkshilfe den „Wohnschirm Energie“ des Bundes im Land um. Dabei werden offene Energierechnungen für Haushalte mit geringem Einkommen beglichen und gleichzeitig nach Lösung der finanziellen Krisen gesucht.

„Gerade wenn Haushalte unter Mehrfachbelastungen stehen – etwa niedrige Einkommen, steigende Heizkosten oder soziale Isolation – braucht es verlässliche Begleitung“, so Cornelia Halper, Leiterin des Wohnschirms der Volkshilfe Burgenland, also wird dabei geholfen, Unterstützungsangebote zu erkennen, Anträge zu stellen und im Alltag Entlastung zu finden. Durch regionale Initiativen und konkrete Einzelfallhilfe unterstützt die Volkshilfe auch bei energiebezogenen Herausforderungen: So wurde zuletzt in Neusiedl am See einer alleinerziehenden Mutter geholfen und gemeinsam mit einem burgenländischen Hersteller der Umstieg auf eine hocheffiziente Heizlösung ermöglicht.