Mattersburg: „Mein Laden“ feiert sein 15-jähriges Bestehen

Beschäftigungsprojekt

Am 15. Juni 2009 wurde „Mein Laden“ aus der Taufe gehoben. Beim gemeinnützigen Beschäftigungsprojekt waren über die Jahre insgesamt 550 Transitarbeitskräfte beschäftigt. Am Freitag, den 17. Mai wird von 9 bis Uhr zum „Tag der offenen Tür“ in die Michael Kochstraße 43a geladen.

Von Richard Vogler

Im Jahre 2021 übergab Inge Posch-Gruska die Obmannschaft an Martin Giefing.

Im Jahre 2021 übergab Inge Posch-Gruska die Obmannschaft an Martin Giefing.

© zVg

Es war einst die ehemalige Hirmer Bürgermeisterin und Bundesratspräsidentin Inge Posch-Gruska, die das gemeinnützige Beschäftigungsprojekt „Mein Laden“ ins Leben rief. Die Idee dazu kam ihr, als sie drei Haushalte zusammenführen musste. In dieser Situation wurde zum Beispiel disikutiert, welcher von drei Toastern der bessere oder schönere ist, welcher gebraucht wird und es stand zur Diskussion, die anderen beiden einfach wegzuschmeißen. Posch-Gruska dachte sich: „Das kann es doch nicht sein. Man kann doch nicht alles wegschmeißen, wenn es eigentlich noch funktioniert.“

Und so entstand die Idee, ein Projekt zu initiieren, wo jene, die etwas zu viel haben, etwas abgeben und jene, die etwas brauchen, sich günstig etwas holen können. Nach einiger Vorlaufzeit wurde dann am 15. Juni 2009 der Verein „Mein Laden“ von Posch-Gruska gemeinsam mit Wilma Fischer aus der Taufe gehoben. Inge Posch-Gruska fungierte als Obfrau, Vera Vlassits war die Projektleiterin. Das gemeinnützige Beschäftigungsprojekt wird zu einem Großteil vom AMS wie auch dem Land Burgenland und Eigenerlösen finanziert.

„Mein Laden“ war zunächst im FMZ 2000 beheimatet, im Jahre 2018 übersiedelte man in den aktuellen Standort in der Michael Kochstraße.

Und auch im personellen Bereich hat sich einiges verändert. Nach zwölf Jahren übergab Inge Posch-Gruska die Obmannschaft an den Neudörfler Martin Giefing. Christoph Haider fungierte einige Jahre als Geschäftsführer, auf ihn folgte Nina Steiner.

Im Shop werden nach wie vor Produkte angeboten, die gespendet werden, zweites „Standbein“ ist das Transport-, Entrümpelungs- und Übersiedlungsservice. Mit der Obmannschaft von Martin Giefing wurde auch ein Webshop installiert.

„Wir sind keine Deponie oder ein ‚‘Ramsch-Laden‘. Wir nehmen nur Sachen an, die man auch kaufen würde. Womit wir noch in gewissen Maß zu kämpfen haben, ist folgendes: Es gibt immer noch Menschen, die glauben, wir sind nur für eine gewisse soziale Schicht da. Dies ist nicht so, wir sind für alle offen, es kann jeder zu uns kommen“, berichtet Giefing.

Was sich in letzter geändert hat: „Man merkt auch bei den jungen Leuten den zunehmenden Nachhaltigkeitsgedanken. Dies ist eine Schiene, bei der wir versuchen, ein jüngeres Publikum für uns zu gewinnen, um mit Schulen zu kooperieren. Und es trägt auch bereits Früchte“, so Giefing.

Bei „Mein Laden“ sind Langzeitarbeitslose beschäftigt. Ziel ist, diese durch Beschäftigung wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren. „Wir haben im Schnitt immer fix sechs sogenannte Schlüsselarbeitskräfte – also Personen, die fix angestellt sind. Und immer zehn Transitarbeitskräfte: Sechs Frauen im Shop und vier Männer im Außendienst“, erläutert Giefing, um weiter auszuführen: „Während der 15 Jahre waren bei uns insgesamt 550 Transitarbeitskräfte beschäftigt. In den letzten drei Jahren konnten wir die Vermittlungsquote erhöhen.“

Im Juni wird „Mein Laden“ also 15 Jahre alt, gefeiert wird schon etwas früher: Am Freitag, den 17. Mai, wird von 9 bis 18 Uhr zum „Tag der offenen Tür“ geladen.