Am Freitag wurde Maria Zachs (ÖVP) zur Bürgermeisterin angelobt. Mit der Nachfolgerin von Gerald Hüller gibt es in der Gemeinde zum ersten eine weibliche Ortschefin.
Bad Sauerbrunn: Pflegeheim „Rosengarten“ in Konkurs
Betreuung gesichert
Die Bad Sauerbrunner Pflegeeinrichtung strebt eine Fortführung an. Ob dies umgesetzt werden kann, entscheidet der Masseverwalter. Die 51 Bewohner sollen nun in andere burgenländische Pflegeheime untergebracht werden.
© Shutterstock.com
Das Altenwohn- und Pflegeheim, die „Seniorenresidenz Rosengarten Altenbetreuung DGW gemeinnützige GmbH ist in Konkurs. 51 Menschen sind im Rosengarten untergebracht, 26 Dienstnehmer sind beschäftigt.
Dass der Antrag eingebracht werden soll, wurde vergangene Woche publik. Die Gründe sind laut Pflegeheim ein Anstieg bei den Kosten für die Energie und das Personal. “Wir hatten Anfang November Kontakt mit dem Land Burgenland und haben unsere Situation dargestellt und darauf hingewiesen, wenn wir von Seiten des Landes keine Unterstützung bekommen, dass wir Konkurs anmelden müssen“ berichtete Geschäftsführerin Margarete Stepanek.
Aus dem Büro von Soziallandesrat Leonhard Schneemann wurde festgehalten, dass „uns dies natürlich schockiert, was hier passiert ist. Wir wissen seit vorletzter Woche von den finanziellen Problemen. Die Einrichtung in Bad Sauerbrunn hat wie alle anderen im Burgenland die Tagsätze erhalten. Wenn jene wie in Bad Sauerbrunn Konkurs anmelden muss, ist dies nicht die Schuld des Landes.“
Die BVZ sprach mit der Tochter einer Klientin des Altenwohn- und Pflegeheims: „Wir haben am Mittwoch ein Mail bekommen, dass wegen Inflation und Personalkosten Konkurs angemeldet wird. Wir waren alle perplex, es war ein Schock für uns.“
Am Dienstag dieser Woche wurde dann bekannt, dass das Konkursverfahren nun eröffnet wurde. Was dabei überrascht: In einer Aussendung der Creditreform wird festgehalten, dass die Antragstellerin die Fortführung des Altenheims beabsichtigt und ein Sanierungsplan eingebracht werden soll.
„Zum Fortbetrieb müssen die Mitarbeiter erhalten bleiben, um die notwendige Pflege der Bewohner der Seniorenresidenz Rosengarten sicherzustellen. Aus operativer Sicht sind neben Kosteneinsparungsmaßnahmen vor allem Ausgaben für Fremddienstleistungen insbesondere durch Reduktion von Leihpersonal, welche aufgrund von Abgängen von Mitarbeitern gestiegen sind und der Kosten für Reinigung, welche von einem Drittunternehmer durchgeführt wird, zu senken. Laut Eigenantrag sind rund 38 Gläubiger von der Insolvenz betroffen“, heißt es in der Aussendung.
„Wir haben diesen Antrag nun einmal eingebracht. Der Masseverwalter wird sich ein Bild machen, ob eine Weiterführung möglich ist“, erläutert Stepanik.
Ob der Fortbestand des Heimes weiter möglich ist, wird der Masseverwalter entscheiden. Fakt ist, dass die Bewohner von Bad Sauerbrunn nun wo anders untergebracht werden sollen.
„Wir können gewährleisten, dass alle 51 Bewohner in burgenländischen Pflegeheimen unterkommen. Die ersten werden bereits übersiedelt“, wird von der Sozialabteilung am Dienstag dieser Woche berichtet.
Eine „Übernahme“ des Landes ist — so die Sozialbteilung — ist nicht möglich. „Das Land Burgenland hat sich in letzter Zeit bei einigen Unternehmen beteiligt, oder hat diese übernommen. Diese waren jedoch nicht in einem Konkursverfahren. Da es beim Rosengarten eine Insolvenz gibt, ist dies alleine schon aus rechtlichen Gründen nicht möglich.“
Kritik gab es von der ÖVP und der FPÖ mittels Aussendung. Die ÖVP Burgenland will eine parlamentarische Anfrage stellen. Man will hier die Rolle des Landes Burgenland und des zuständigen SPÖ-Landesrates Schneemann aufdecken und klären, warum das Land Burgenland die Bewohnerinnen und Bewohner sprichwörtlich vor die Tür setzt. „In Pflegeeinrichtungen gibt es lange Wartelisten, und damit stehen die Familien und Angehörigen der derzeitigen Bewohnerinnen und Bewohner des Pflegeheimes in Bad Sauerbrunn vor einem fast unlösbaren Problem“, so ÖVP-Landesparteiobmann Christian Sagartz.
Geht es nach FPÖ-Klobobmann Hans Tschürtz, so sind hier „Menschen betroffen, die das Fundament unseres heutigen Wohlstandes mitaufgebaut haben. Hier tatenlos zuzusehen wie die Bewohner im Spätherbst ihres Lebens ihr zu Hause verlieren, ist mir unmöglich und daher ist es mir auch ein großes Anliegen allen Betroffenen zur Seite zu stehen.“
Die BVZ erreichte ein Leserbrief von der Enkeltochter einer Frau, die im Rosengarten betreut wird:
Leider wurde mir mitgeteilt, dass die Seniorenresidenz Rosengarten, in der meine Großmutter derzeit lebt, aufgrund einer Verschlechterung der finanziellen Lage (aufgrund der Inflation sowie wegen eines Energie- und Personalkostenanstiegs) insolvent geworden ist. Diese Nachricht hat mich erschüttert. Ich kann nicht nachvollziehen, aus welchem Grund eine systemkritische Einrichtung schließt und besonders schützenswerte Menschen, knapp vor Weihnachten, auf die Straße gesetzt werden.
Meines Erachtens liegt es in der politischen Verantwortung des Landes Burgenland solche Situationen zu verhindern. Vor diesem Hintergrund möchte ich Ihnen folgende Fragen stellen:Wie ist es zu erklären, dass der Betrieb des Pflegeheims – trotz Gesprächen mit den politisch Verantwortlichen zu einer Übernahme oder finanziellen Hilfe durch das Land Burgenland – nicht aufrecht erhalten werden kann?
Weshalb hat das Land Burgenland das Pflegeheim, in dem über 50 pflegebedürftige Menschen leben und 26 Pflegekräfte angestellt sind und das durchgehend gut und im Sinne der Pflegebedürftigen geführt wurde, nicht finanziell unterstützt? Aus welchem Grund hat das Land Burgenland keine Übergangslösung für das Pflegeheim gefunden oder das Pflegeheim übernommen?
Die Bewohnerinnen und Bewohner müssen nun kurz vor Weihnachten in anderen Heimen untergebracht werden. Allerdings gibt es im ganzen Burgenland derzeit lediglich drei freie Plätze in einer einzigen Einrichtung (in der das Pflegepersonal stark unterbesetzt ist). Diese Einrichtung ist über 100 Kilometer vom Rosengarten entfernt. Dies entspricht laut Google Maps einer Autofahrt von ca. 1:20 Stunden pro Richtung. Alle anderen in Frage kommenden Einrichtungen haben keine freien Plätze bzw. lange Wartezeiten. Die im Burgenland allein regierende SPÖ hat das Wahlversprechen abgegeben, über 70 neue Pflegestellen zu schaffen. Dies ist bisher nicht geschehen. Es kann nur verwundern, dass einerseits versprochen wird, 70 neue Pflegestellen zu schaffen, anderseits aber ein bestehendes und gut funktionierendes Pflegeheim nicht finanziell unterstützt wird.
„Das Burgenland ist eine Vorzeigeregion. Wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, dass die Burgenländer und Burgenländerinnen gut und sicher in ihrer Heimat leben können.“ Das ist auf der Homepage der SPÖ Burgenland unter dem Bild des Herrn Landeshauptmanns Hans Peter Doskozil zu lesen. Tatsächlich werden jedoch über 50 pflegebedürftige Menschen – eine Kriegsgeneration, die in einer schwierigen Zeit stets hart gearbeitet und Steuern bezahlt hat – kurz vor Weihnachten vor die Türe gesetzt. Das grenzt an Zynismsus.
Darüber hinaus bestanden im Burgenland, nach Aussage des EU-Abgeordneten Mag. Christian Sagartz, offensichtlich ausreichend finanzielle Mittel für den Kauf von „Thermen, Bussen und Sektflaschen“.
Wie ist es zu begründen, dass Steuergelder für den Kauf von Thermen, Busen und Sektflaschen anstatt für die Aufrechterhaltung und Errichtung von Pflegeheimen verwendet werden? Besonders erschreckend finde ich, dass sich offenbar sogar die FPÖ mehr um das Wohlergehen der Bewohnerinnen und Bewohner des Pflegeheims sorgt als die sozialdemokratische Partei, die wir eigentlich gewählt haben. Die SPÖ Burgenland hat als alleinregierende Partei die volle Verantwortung gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern im Burgenland. Diese hat sie respektvoll wahrzunehmen. Insofern ersuche ich, dass die Landesregierung alle Möglichkeiten prüft, um für den Fortbestand der Seniorenresidenz Rosengarten zu sorgen und jedenfalls sicherzustellt, dass die Bewohnerinnen und Bewohner weiterhin angemessen versorgt werden können.
Mit freundlichen Grüßen, Dominique Sanders