Bürgermeisterwahlen: Wer will noch mal, wer will nicht mehr?

Bezirk Mattersburg

Im Herbst 2027 werden die Ortschefs neu gewählt. Bei Gerald Hüller (Marz) und Günter Schmidt (Rohrbach) ist es bereits beschlossene Sache, dass sie nicht mehr kandidieren werden. Hier finden Sie einen Überblick, wie es bei den anderen Bürgermeistern aus dem Bezirk Mattersburg aussieht.

Von Richard Vogler und Helga Ostermayer

Im Bezirk Mattersburg wird im Herbst kommenden Jahres in 19 Gemeinden gewählt.

Im Bezirk Mattersburg wird im Herbst kommenden Jahres in 19 Gemeinden gewählt.

© Shutterstock/Christian Schwier

Die kommenden Gemeinderatswahlen sind noch rund eineinhalb Jahre entfernt. Hinter den Kulissen der Parteien laufen jedoch bereits die Gespräche und die strategischen Planungen. Wie bei jeder Wahl wollen in einigen Gemeinden neue Kandidaten in die Fußstapfen ihrer Vorgänger treten und es wird vorab Wechsel geben. Dies wird jedoch frühestens ab einem Jahr vor den Gemeinderatswahlen über die Bühne gehen. Dann wählt der Gemeinderat den Bürgermeister, bei einer absoluten Mehrheit der Partei ist dies somit eine „gmahte Wiesen“. Würde ein Bürgermeister bereits ein Jahr vor dem nächsten Urnengang zurücktreten, würden die Gemeindebürger bei einer offizielle Bürgermeisterwahl den neuen Ortschef bestimmen.

Der erste, der sein Abdanken verlautbarte, war der Marzer ÖVP-Bürgermeister Gerald Hüller. Im Oktober 2024 wurde im selben Atemzug seine Nachfolgerin Maria Zachs präsentiert. Hüller folgte am 17. April 2007 auf Otto Scheiber, saß stets mit einer absoluten Mehrheit im Gemeinderat. Bei der Bürgermeisterwahl 2017 war Hüller der einzige Kandidat, der zur Wahl stand. Die Marzer SPÖ-Ortspartei versäumte damals die Frist für die Abgabe des Wahlvorschlages und war somit bei den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen nicht zugelassen. Hüller holte damals 85,15 Prozent bei der Bürgermeisterwahl.

Und am Sonntag vergangener Woche verlautete auch BürgermeisterGünter Schmidt(SPÖ Rohrbach), dass er nicht mehr antreten wird. Die BVZ hat dazu bereits berichtet:

In drei weiteren Gemeinden – Baumgarten, Krensdorf und Wiesen – bekennt man sich offen zu jenen Ambitionen, sein Amt abzugeben, man will dort noch den Parteibeschluss abwarten.

„Ich werde zu 99 Prozent nicht mehr antreten“, hältKarl Izmenyi, Bürgermeister aus Krensdorf, fest. Izmenyi trat 2002 bei der Bürgermeisterwahl gegen Gerti Ofenböck an, zog damals noch den kürzeren. Zwei Jahre später klappte es dann: 251 Stimmen für Izmenyi, 237 für Ofenböck. Izmenyi und sein Team schafften es dazu noch, die Gemeinde „zu drehen“, die ÖVP holte die absolute Mehrheit.

Auch bei Baumgartens Bürgermeister Kurt Fischerstehen die Zeichen klar auf Amtsübergabe. Auch er wird „zu 99 Prozent nicht mehr antreten“, wie er im Gespräch mit der BVZ festhält. Die Beweggründe für sein voraussichtliches Polit-Ende? „Seit fünf Perioden bin ich Bürgermeister, nun ist es Zeit, dass andere das Ruder übernehmen“, so Fischer.

Baumgarten ist traditionell eine der stärksten SPÖ-Gemeinden im Burgenland, was sich auch bei den Bürgermeisterwahlen stets widerspiegelte. Bei seinem ersten Antreten im Jahre 2002 wählten 73,73 Prozent der Baumgartener Fischer zum Bürgermeister, bei den darauffolgenden Urnengängen war er stets ungefährdet. Bei den letzten Bürgermeisterwahlen gab es überhaupt keinen Gegenkandidaten. Mit einem möglichen Nachfolger soll es bereits intensive Gespräche geben. „Bevor dies die Partei nicht entschieden hat, will ich offiziell nichts dazu sagen“, so Fischer.

Der Wiesener Bürgermeister Matthias Weghoferist das längstdienendste Ortsoberhaupt im Bezirk Mattersurg. Seit 1982 im Gemeinderat Wiesen vertreten, übernahm er 1991 das Bürgermeisteramt von Wiesen und war im Laufe der Jahre auch auf Bezirks- und Landesebene für die ÖVP tätig: Von 1993 bis 2010 fungierte er als ÖVP-Bezirksparteiobmann, dem Landtag gehörte er von 1996 bis 2015 an. „Geplant ist, dass ich nicht mehr antreten werde. Diese Entscheidung und auch jene bezüglich eines Nachfolgers wird die Ortspartei treffen“, so Weghofer.

In Sigleß ist die erneute Kandidatur von Uli Kitzinger(SPÖ) bereits beschlossene Sache: „Ich werde wieder antreten, die Ortspartei hat dies auch bereits abgesegnet“, so Kitzinger.

In anderen Kommunen gibt es klare Ansagen, noch einmal kandidieren zu wollen.

Der Antauer Ortschef Frank Wiemer(ÖVP) ist die erste Periode im Amt: „Wir werden noch eine Versammlung haben. Wenn es gewünscht ist, würde ich gerne noch einmal für das Bürgermeisteramt kandidieren“, so Wimmer.

Mattersburgs Bürgermeisterin Claudia Schlager(SPÖ); „Natürlich würde ich gerne eine weitere Amtsperiode Bürgermeisterin sein. Es wird nun mit der Fraktion eine Sitzung geben. Wenn man mir wieder das Vertrauen schenkt, werde ich antreten.“

Auch Loipersbachs Rainer Schneeberger(SPÖ) – er ist seit 2022 Ortschef – würde sich „als Bürgermeisterkandidat noch einmal zur Verfügung stellen – sofern es die Partei will.“

Alexander Rüdiger Knaak (SPÖ), Bürgermeister von Forchtenstein, möchte noch einmal kandidieren: „Grundsätzlich bin ich noch einmal bereit, anzutreten. es gibt in Forchtenstein eine ganze Menge an wichtigen Vorhaben, dazu reicht eine Periode nicht. Dies müsste bei der Generalversammlung jedoch noch beschlossen werden.“

Hirms Ortschef Christian Wöhl(SPÖ): „Nach Stand von heute werde ich noch einmal antreten. Vorausgesetzt, ich bekomme die Unterstützung der Ortspartei.“

Sieggrabens Andreas Gradwohl(SPÖ) wird „sofern die Ortspartei ihr Okay gibt, noch einmal antreten.“

Ebenso Schattendorfs Thomas Hoffmann(SPÖ): „Sofern die Ortspartei ,grünes Licht' gibt, werde ich mich noch einmal der Wahl stellten.“

Und auch Zemendorf/Stöttera-Bürgermeister Herbert Pinterwird – sofern dies von der Ortspartei abgesegnet wird, „noch einmal bei der Bürgermeisterwahl antreten.“

Es gibt jedoch auch noch Bürgermeister, bei denen es aktuell noch in beide Richtungen gehen kann: Dieter Posch (Neudörfl / SPÖ), Christoph Haider (Draßburg/SPÖ), Christian Kurz (Pöttelsdorf/ÖVP) , Martin Mitteregger (Pöttsching/SPÖ), Gerhard Hutter (Bad Sauerbrunn/LIBS) sind sich noch unschlüssig, ob sie eine weitere Amtsperiode anhängen wolllen.