Burgenlandligisten wurden ihrer Favoritenrolle gerecht

BFV Raiffeisen-Cup

Großer Semifinal-Abend am Mittwoch: Parndorf ließ beim 2. Klasse Nord-Klub aus Wulkaprodersdorf nichts anbrennen und wahrt damit die Hoffnungen auf einen Doublegewinn. Jennersdorf gestaltete seine Partie spannender, siegte erst in der Schlussphase in Rohrbach. Somit kommt es zu einem reinen Burgenlandliga-Finale zwischen Meister Parndorf und Aufsteiger Jennersdorf. Wo das für Pfingsmontag (9. Juni) anberaumte Endspiel stattfinden wird, soll noch fixiert werden.

Von Von Sascha Strodl

Mit seinem späten Schuss ins Glück fixierte Marc Kögl (v.) das Pokalfinale für Jennersdorf.

Mit seinem späten Schuss ins Glück fixierte Marc Kögl (v.) das Pokalfinale für Jennersdorf.

© Christopher Schneeweiß

Rohrbach - Jennersdorf 0:1.SVR-Interimstrainer Philipp Radowan zeigte sich etwas überrascht von der starken ersten Halbzeit der Gäste aus dem Südburgenland: „Sie waren aktiver und flinker, haben die guten Platzverhältnisse super ausgenutzt und kaum technische Fehler gemacht“, lobte der Übungsleiter der Gansbären, dessen Team zwar auch die ein oder andere Chance im ersten Akt vorfinden sollte, den Ton allerdings die Jennersdorfer angaben. Gerade die ständigen Flügelrochaden des Burgenlandligisten sorgten für Probleme in den Rohrbacher Reihen, meinte Radowan: „Da war es gegen den Ball richtig schwer für uns. Fairerweise muss man sagen, dass sie erste Halbzeit die bessere Mannschaft waren“, blieben letzten Endes aber einige Durchbrüche über die linke Seite ohne Torerfolg und es ging mit einem torlosen Remis zurück in die Kabine. Wo sich die Hausherren einige Sachen vornahmen und tatsächlich mehr Spielanteile erringen konnte.

Besonders die Einstellung seiner Jungs wusste Radowan hervorzuheben: „Wir haben einfach massiven Aufwand betrieben, hatten dann ein Spiel auf Augenhöhe.“ Echte Hochkaräter blieben allerdings aus, wodurch ein Elfmeterschießen immer wahrscheinlicher wurde. Wäre da nicht die 84. Minute gewesen, als Rohrbach den Ball eigentlich schon geklärt hatte, Marc Kögl den Braten allerdings roch und aus 20 Metern nicht nur ins kurze Eck, sondern auch inmitten des Rohrbacher Herzens traf. „Wenn man sich die gesamten 90 Minuten anschaut, ist es einfach maximal bitter, dass wir uns für den großen Aufwand nicht belohnt haben. Nicht nur am Spielfeld, sondern im gesamten Verein, der sich ein Finale verdient gehabt hätte. Das hat mich schon hart getroffen“, gestand Radowan: „Es war aber immer noch eine super Cupsaison, aus der wir ganz viele positive Dinge mitnehmen können.“

Jennersdorf jubelte mit dem Final-Einzug über den größten Erfolg der Klubgeschichte. Trainer Patrick Mikovits: „Über 90 Minuten war es ein verdienter Sieg. Wir hatten in der ersten Halbzeit gefühlt 90 Prozent Ballbesitz, haben uns bis zum 16er super durchkombiniert. Einmal war Jaka Vajda alleine vor dem Tor, einmal hätte es Elfmeter für uns geben müssen. Ich habe der Mannschaft in der Pause aber gesagt, sie soll ruhig bleiben, wir werden unsere Chance bekommen. Und so war es dann auch. Jetzt freuen wir uns so richtig aufs Endspiel gegen Parndorf.“

Wulkaprodersdorf - Parndorf 0:3.200 Zuschauer waren zum Wulkaprodersdorfer Sportplatz gekommen, um den Semifinal-Schlager gegen Landesligist Parndorf zu sehen. Die Hoffnungen auf eine Sensation wurden aber bereits in der ersten Minute im Keim erstickt: Angriff für Parndorf, Goalgetter Simon Buliga ist zur Stelle und das 1:0 ist im Kasten. „Danach haben wir es aber zu locker genommen“, sah Parndorfs Coach Wolfgang Fischer, wie die Spannung bei seiner Mannschaft nachließ. In dieser Phase kam Wulkaprodersdorf auf, hatte gute Möglichkeiten. „Aus den vier Chancen müssen wir einfach ein Tor machen“, berichtete Wulka-Coach Thomas Mandl. Felix Wüger im Tor des SC/ESV behielt die Nerven und parierte zweimal in brenzliger Lage.

Auf den zweiten Treffer mussten die Fans dann bis kurz nach der Pause warten: Paulo Jani ließ sich nicht zweimal bitten und das 2:0 war perfekt. „Ab da hatten wir das Spiel im Griff und haben im Zentrum gut verdichtet“, so Fischer. Trotzdem blieb Wulkaprodersdorf brandgefährlich. „Hut aber vor dieser Leistung. Wir hatten noch einmal zwei Chancen. Einmal hat Parndorf auf der Linie gerettet, einmal ging der Schuss knapp drüber“, so Mandl. Im Finish machte dann Timo Schmelzer das, was ihm zuletzt in der Meisterschaft nicht gelungen ist: Er verwertete einen Elfmeter zum 3:0-Endstand. „Alles in allem war die Leistung in Ordnung. So ein Spiel ist nicht einfach, wir haben das aber gut gemacht“, meinte Fischer abschließend. Und Mandl sagte: „Es war eine sensationelle Leistung von unserer Mannschaft.“

Statistik

SV Rohrbach - UFC Lumitech Jennersdorf 0:1 (0:0).-
Tor:0:1 (84.) Kögl.
SR:Habip Tekeli.- Gansbärenstadion, 300.
Rohrbach:Grubmüller; Herowitsch, Landl, Tomassovits, Mandl; Stöger(89. Leimstättner),Visy; Mongold(82. Kalbacher),Andreas Mihalits, Scheiber (66. Manuel Mihalits); Füleki.
Jennersdorf: Tschandl; Gaal(89. Kresic), Franz-Peter Wagner, Bakanic, Matthias Wagner; Stefaner(75. Dunkl), Kögl, Halb; Mrazek(66. Boandl), Michael Wagner, Vajda.

SV Wulkaprodersdorf - SC / ESV Parndorf 0:3 (0:1).-
Torfolge:0:1 (1.) Buliga, 0:2 (51.) Jani, 0:3 (90., Strafstoß) Schmelzer.
SR:Fatih Tekeli.- Wulkaprodersdorf, 200.
Wulkaprodersdorf: Aliman;Gusek,Kremsner;Welkovits,Niklas Mandl;Kladviko(69.Pauschenwein), Nico Mandl,Touati(79. Hombauer); Wieser(58. Varadi), Varga,Richter.
Parndorf: Wüger; Haider, Wydra, Papadimitriou; Vittner (54. Schmelzer), Krutzler (54. Andrejevic); Szabo, Jani, Dornhackl; Buliga, Grozurek (69. Baumann).