BFV-Präsidentschaft wird von ihrer Vergangenheit eingeholt
Bgld. Fußballverband
Der Ende November 2024 zurückgetretene BFV-Präsident Georg Pangl würde für eine Rückkehr zur Verfügung stehen, falls er von den Vereinen dafür vorgeschlagen wird – allerdings nur unter einer Bedingung: wenn ihn eine deutliche Mehrheit von 75 Prozent unterstützen würde. Seitens des BFV wiederum geht Pangl-Nachfolger Johannes Wutzlhofer, unterstützt vom Präsidium, nun in die Offensive gegen seinen Vorgänger. Zudem steht er mittlerweile als Langzeitlösung zur Verfügung, beschwört das neue Miteinander und ist gekommen, um als BFV-Präsident auch zu bleiben.
Kommt es zu einer Wende im Burgenländischen Fußballverband (BFV) an der Spitze? Wenn ja, müsste eine deutliche Mehrheit der Vereine ein ganz klares Zeichen für Georg Pangl setzen. Dann wäre der Ex-Präsident für ein Comeback bereit. Innerhalb des BFV wertet man diese Ambitionen höchst kritisch.
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Das Protokoll der Gruppe Süd-Sitzung vom Dezember 2024 habe ihn am Karfreitag erreicht. Diverse darin festgeschriebene Inhalte rund um seinen Rücktritt vom 21. November haben ihn veranlasst, eine Richtigstellung an die BFV-Vereine zu verfassen, kurzum: Georg Pangl hat sich zuletzt in der rot-goldenen Fußballszene schriftlich zu Wort gemeldet.
Auf acht Seiten schilderte der 59-Jährige zu protokollarisch festgehaltenen Passagen noch einmal genau seine Sichtweise, was jene Themen betrifft, die vor rund fünf Monaten letztlich dazu führten, dass sich die Wege trennten – etwa Stichwort drohendes sechsstelliges Budget-Minus oder Anschaffung von E-Dienstautos eines oberösterreichischen Händlers. Bis heute beteuert der Stotzinger, stets im Sinne des BFV gehandelt und gedacht zu haben.
Die Außenwirkung, als burgenländischer Verband mit Autos aus dem Bezirk Vöcklabruck in OÖ zu fahren, sei ein Fehler gewesen. Wirtschaftlich hätten sämtliche Überlegungen aber Sinn gemacht, betont er. „Ich habe in den vergangenen 35 Jahren im ÖFB, der UEFA oder den European Leagues teils zigfache Millionenbudgets erstellt, verwaltet und umgesetzt. Der sinngemäße Vorwurf, dass ich zu blöd dafür sei ein Budget zu erstellen, hat mich in meiner Ehre gekränkt.“
BFV-Präsident Johannes Wutzlhofer wiederum reagierte darauf per schriftlichem Statement an die BFV-Vereine auf Pangls Ausführungen. Dabei stellte er unter anderem auch klar, was die Aufgabe des BFV sein soll, etwa die Funktion einer modernen Anlaufstelle für die Vereine einzunehmen. Der BFV sei nicht Selbstzweck, sondern Dienstleister.
Worin sich Burgenlands Fußballverband jetzt zur Ära Pangl unterscheiden würde, skizziert er in folgender Hinsicht. „Die Zeit von autokratischen und intransparenten Strukturen ist vorbei. Derartige Führungsstile gehören ins vorige Jahrhundert und nicht in einen modernen Sportverband. Wir arbeiten seriös, verbindlich und kooperativ. Dazu passt ein sich widersprechender Stil der Intransparenz nach innen, des Druckausübens auf Mitarbeiter, und des Lächelns nach außen nicht.“
Zweifelsohne ist jedenfalls anhand dieses Hin und Her augenscheinlich, wie groß im Zuge des überraschenden Abgangs im November die Spannungen und Unstimmigkeiten gewesen sein müssen. Georg Pangl sagt hier: „Für mich war das Thema im alten Jahr noch schmerzhaft. Die Wunde ist aber längst verheilt, eine Narbe ist noch da. Bis vor einigen Tagen war der formelle Abschluss der Causa für mich persönlich auch längst klar.“ Durch das erhaltene Protokoll und die nochmalige Darlegung seiner Sichtweise habe sich allerdings etwas getan. „Es war nicht mein Plan, aber es hat etwas gearbeitet in mir.“ Zudem habe es Rückmeldungen von Vereinen gegeben, die ihn zu einem Comeback ermutigten.
Dazu muss man wissen: Aktuell ist der im März 2024 als Rechtsmittelreferent eingestiegene Johannes Wutzlhofer interimistischer BFV-Boss. Zeitnah soll es eine Entscheidung geben, wie die langfristige Lösung aussehen werde. Was zuletzt eine Tendenz war, ist mittlerweile klar: Wutzlhofer wird weitermachen und steht langfristig zur Verfügung, dieser Schritt soll im Vorstand nur noch formell abgesegnet werden. Eine dafür anberaumte Sitzung ist für 13. Mai terminisiert.
Gegenüber der BVZ stellte er ebenfalls klar: „Wir können und werden uns aufgrund der jüngsten Entwicklungen sicher nicht aus der Verantwortung nehmen, deshalb beziehen wir auch ganz klar Stellung. Mittlerweile funktionieren die Abläufe beim BFV reibungslos, wir bekommen einiges weiter, weil das Miteinander im Vordergrund steht. Ich bin der Kandidat des Wahlausschusses und wir haben uns darauf verständigt, dass ich auch weiterhin zur Verfügung stehe.“
Auch wenn es für den Rechtsanwalt ein zeitliches Thema ist, hat sich der 47-Jährige somit neu festgelegt. Er steht auch über das interimistisch anberaumte Zeitfenster von zirka einem halben Jahr zur Verfügung. Gründe dafür sind laut Wutzlhofer auch die guten gemeinsamen Abläufe und die konstruktiven Ergebnisse. Man habe operativ viel weitergebracht, arbeite effizient und befinde sich im besten Austausch mit dem Sportland Burgenland. Die Kooperation der Fußballakademie Burgenland mit Sturm Graz sowie die Zusammenlegung der sportlichen Führung (mittlerweile ist der bisherige BFV-Sportchef Dietmar Heger auch AKA-Leiter) seien hier für Wutzlhofer Paradebeispiele für gute Synergie-Effekte.
Das alles mache für den Forchtensteiner, der im ÖFB dem künftigen neuen Aufsichtsratsvorsitzenden Josef Pröll als Stellvertreter zur Seite stehen soll, dann auch aufgrund des konstruktiven Miteinanders Sinn und Spaß. „Ich bin beruflich nicht abhängig von dieser Funktion. Wir müssen schon wissen, wofür wir das ehrenamtlich tun. Da geht es nur um den Fußball.“
Pangl macht Rückkehr von den Vereinen abhängig
Unabhängig davon kann freilich, wenn das von zumindest 10 Prozent der ordentlichen Mitglieder (aktuell 152 BFV-Vereine sowie die 15 stimmberechtigten Personen des Vorstands) gestützt ist, per Antrag eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen werden. In diesem Zusammenhang ist es möglich, etwa mit Ex-Präsident Georg Pangl einen externen Kandidaten ins Spiel zu bringen. Genau so ein Blanko-Antrag auf Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung ist derzeit im Umlauf.
Pangl bestätigte, von einem Verein kontaktiert worden zu sein, und es gebe auch weitere Klubs, die sein Comeback als BFV-Präsident unterstützen würden. Bei ihm selbst laufen diese Tendenzen aktuell zusammen, wie er sagt: „Ich koordiniere das. Wenn die Vereine eine Rückkehr wollen und die Zahl dafür stimmt, dann werde ich mich diesem Wunsch nicht verwehren.“

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In diesem Zusammenhang gibt es eine Aussendung des Stotzingers an alle Vereine, eben auch mit einem Blanko-Antrag im Anhang. Bei der besagten Zahl hat sich Pangl jedenfalls selbst ein Kriterium gesetzt. Auch wenn bereits nicht einmal 20 Klubs für einen Antrag auf eine außerordentliche Hauptversammlung reichen würden, steht Georg Pangl erst dann zur Verfügung, sollte er von deutlich über 100 unterstützt werden. Mit 75 Prozent beziffert er seine ganz persönliche „Eintrittshürde“, um die Energie zu bündeln und einen nochmaligen Anlauf zu wagen. Für die Variante, per Antrag von gerade 10 Prozent eine außerordentliche Hauptversammlung zu erzwingen und dann in einen unvorhersehbaren Wahlkampf zu gehen, stehe er nicht zur Verfügung. „Wenn nichts kommt von den Vereinen, bin ich weder böse noch enttäuscht.“
Seitens des BFV reagierte man auf die jüngsten Ereignisse am Mittwochfrüh dann mit einem Medien-Hintergrundgespräch. Mitglieder des Präsidiums klärten dabei noch einmal auf und bezogen klar Stellung gegen eine Rückkehr von Georg Pangl. Weil der ehemalige Präsident proaktiv auf die BFV-Vereine zuging und nun auch für ein mögliches Comeback werbe, sehe man sich gezwungen selbst wesentlich offensiver zu kommunizieren, was aus Sicht der aktuellen Verbandsspitze Sache war und ist.
BFV-Hintergrundgespräch: „Es geht um Integrität“
Johannes Wutzlhofer bekräftigte dabei vorab einmal mehr die derzeitige Zusammenarbeit im Verband. „Wir treten als Team auf, können die Fähigkeiten der Beteiligten zu 100 Prozent abrufen, es funktioniert exzellent – sowohl das Geschäfts-, als auch das Organsystem des Verbands. Alle sind, wenn man so will, voll auf Zug. Zudem haben es sich die Vereine verdient, dass Ruhe im Verband einkehrt und gearbeitet wird.“ Eben das sei unter Pangl nicht in dieser Form möglich gewesen, nicht zuletzt aufgrund eines „sehr autoritären Führungsstils“.

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Der aktuelle BFV-Boss spricht dabei über seinen Vorgänger: „Wir haben bislang bewusst relativ wenig gesagt. Nun sind wir aber übereingekommen, Klarheit zu schaffen. Es ging um Geschäfte, bei denen auch Georg Pangl persönlicher Profiteur war. Compliance ist hier ein ganz wichtiges Thema. Und es wurde auch Druck auf Mitarbeiter ausgeübt, vor allem auf Geschäftsführer Bernd Eger, und untersagt, diese Infos an das Präsidium weiterzugeben. Was wir ebenfalls sagen können ist, dass es hier eine systematische Vorgehensweise gab.“
Harald Schermann, Vizepräsident der Gruppe Mitte und im Zivilberuf Direktor der Wirtschaftskammer Burgenland, ergänzte: „Es geht bei diesen Themen um Integrität und die Frage, inwieweit ich eine Trennlinie ziehen kann. Das gilt auch für ein Ehrenamt und diese Integrität war bei Georg Pangl nicht gegeben. Über die Hintertür Zusatzeinkommen organisieren zu wollen, das geht nicht.“
Schermann betonte außerdem auch: „Da geht es ja auch um unser Bild in der Öffentlichkeit. Die Arbeitsweise von Pangl war nicht fortschrittlich oder für uns zu schnell, sondern es ging um Compliance-Themen, die in einem Führungsstil gebündelt werden. Da haben wir dann auch arbeitsrechtlich eine Sorgfaltspflicht, vor allem, wenn Mitarbeiter bedroht werden.“ Zum neuen Weg stehe Schermann hingegen „zu 100 Prozent“.
Apropos Weg. Wie es nun weitergehen soll? Wenn sich der BFV-Vorstand, wovon auszugehen ist, auf Johannes Wutzlhofer verständigt, ist und bleibt er als BFV-Präsident für die weitere Legislaturperiode bis März 2028 im Amt. Es sei denn, ein Antrag auf eine außerordentliche Hauptversammlung samt Vorschlag eines externen Präsidentschafts-Kandidaten bringt die Lage zum Kippen. Dann wäre in weiterer Folge möglicherweise eine Kampfabstimmung (aktuell zwischen Wutzlhofer und Pangl) erforderlich. Und eben hier ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.