Im Burgenland wird noch intensiver für Kinder und Enkel vorgesorgt, als in anderen Bundesländern. Die Sparstudie der Erste Bank zeigt aber auch, dass gerne konservativ veranlagt wird. Dabei können schon kleine Beträge auf lange Sicht große Summen bringen - und das wird durch das „Zukunftsdepot“ des Bundes jetzt besonders interessant.
Erster Termin im neuen Amt führte Anja Haider-Wallner ins Biber-Revier
Bibermanagement
Bei ihrem ersten Pressetermin als Landeshauptmann-Stellvertreterin ging Anja Haider-Wallner dem Biber auf die Spur. Gemeinsam mit dem Bibermanagement Burgenland besichtigte sie das Revier des fleißigen Nagetiers beim Retentionsbecken in Kleinhöflein.
Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner mit Silvia Strauch vom Naturschutzbund.
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Die frischgebackene Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner hat seit kurzem nicht nur die Agenden Energie, Dorferneuerung, Landwirtschaft und Agrarwesen sowie Konsumentenschutz über, sondern auch den Tier- und Naturschutz. Letzteren zwei Aufgabenbereichen widmete sich die Grünen-Chefin bei ihrem ersten Termin als Mitglied der Landesregierung.
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Beim Retentionsbecken in Kleinhöflein tauschte sich Haider-Wallner mit dem Bibermanagement Burgenland, das der Naturschutzbund im Auftrag des Landes übernommen hat, aus. „Das Spannungsfeld zwischen Naturschutz und Nutzungsinteressen des Menschen wird am Beispiel des Bibers besonders deutlich. Hier zeigt sich auch, dass mit viel Know-how ein Interessenausgleich möglich ist“, so Haider-Wallner nach dem Termin mit Silvia Strauch vom Naturschutzbund.
Tschechische Biber sparten Staat 1,2 Millionen Euro
Auf die Idee für den Nagetier-Besuch haben die neue Landeshauptmann-Stellvertreterin fleißige tschechische Biber gebracht. Südwestlich von Prag in Brdy haben diese nämlich dem Steuerzahler 1,2 Millionen Euro erspart, die sonst eigentlich für die Renaturierung eines Flusses veranschlagt waren. Statt Baggern haben diese Arbeit aber - ganz ohne Ausschreibung und Honorar - fleißige Biber übernommen.

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„Der Biber muss nicht immer ein Schädling sein“, stellten Haider-Wallner und Strauch beim Besuch beim Retentionsbecken in Kleinhöflein fest. Während der Biber andernorts durch einen Beitrag zur Vitalisierung von Feuchtgebieten und Erhöhung des Grundwasser ebenso positive Auswirkungen auf die Natur hat, sorgen die Nager in Kleinhöflein für weniger Freude. Dort haben sie zahlreiche Bäume umgenagt, um sie als Dammbau-Material zu nutzen.
Probleme in Kleinhöflein und Leithaprodersdorf
„Hier hätte schon früher eingegriffen werden sollen“, meint Strauch beim Lokalaugenschein: „Im Regelfall wenden wir uns an die Gemeinden, und zeigen ihnen Handlungsbedarf auf.“ Ob diese dann aktiv werden, liege aber an den Kommunen - in Eisenstadt sei scheinbar nichts passiert, so Strauch.

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In Leithaprodersdorf sei zwar bekanntlich der Biber der Buhmann, eigentlich schuld an Dammbruch und einem großen Teil der Meldungen war aber ein anderer Nager: die Nutria. „Im Wasser sehen sie dem Biber wirklich zum Verwechseln ähnlich und sind weniger menschenscheu. Bei vielen Biber-Sichtungen handelte es sich also eigentlich um Nutria“, berichtet Strauch von einem weiteren Nager, der etwas kleiner als der Biber, aber größer als die Bisamratte ist.
Rotenturm an der Pinka als Biberhochburg
Im Südburgenland gebe es mit Rotenturm an der Pinka ein Vorzeigeprojekt, wie Renaturierung und Biberschutz Hand in Hand gehen können. Dort ist der Biber so integriert, dass der scheue Nager teilweise auch bei Wartenden an der Bushaltestelle vorbeispaziert.
1850 Ausgestorben, heute wieder zahlreich im Burgenland
„Circa 650 Biber sind im Burgenland derzeit angesiedelt, um das Jahr 1850 waren die Tiere fast flächendeckend ausgerottet. Nach über 100 Jahren Abwesenheit erobert der Biber seit Anfang des Jahrtausends die burgenländischen Gewässersysteme zurück und fordert mehr Raum“, schildert Strauch vom Naturschutzbund die Thematik. Im Schnitt 3,5 Kinder bekommen die Biberfamilien dabei im Jahr.

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Dass die Tiere wieder heimisch wurden, liegt auch daran, dass ihre Fressfeinde - vor allem Wolf und Goldschakal - ebenso zwischenzeitlich als ausgestorben oder vom Aussterben bedroht galten. Dass die Rückkehr der Biber und der Zuwachs bei den Nutria auch einem Zuwachs bei den Raubtieren fördere, sei nicht auszuschließen, so Strauch.
Konkrete Maßnahmen in Arbeit
Das neue Regierungsprogramm sieht auch ein „verbessertes Bibermanagement“ vor, „um Konflikte zwischen menschlichen Nutzungsansprüchen und dem Naturschutz zu minimieren“. Das Land könne dabei „hauptsächlich durch den Feuchtgebietsschutz und Erwerb von Uferflächen, helfen und so dem Biber eine Heimat zu bieten“, sagt Strauch. Mit zwei Haupt- und einer ehrenamtlichen Mitarbeiterin wäre auch personell noch Luft nach oben, betont sie.
Für die nächsten Jahre sieht das rot-grüne Regierungsprogramm eine Bodenschutzoffensive, Maßnahmen zum Schutz vor Lichtverschmutzung und eine Verdoppelung der Naturschutzorgane von drei auf sechs vor. Auch der Nationalpark Neusiedler See und die sechs burgenländischen Naturparke sowie die Natura-2000-Gebiete sollen „ausgebaut und gestärkt werden.“
Hier gelte es nun „sofort an die Umsetzung des Regierungsprogramms“ zu gehen, so die Landeshauptmann-Stellvertreterin: „Es geht auch hier vor allem darum, den Schutz der Natur mit den Nutzungsinteressen von uns Menschen in Einklang zu bringen. Das Bibermanagement zeigt schon sehr gut, wie das möglich ist.“