Mehr als 500 Mitarbeitende sind beim Roten Kreuz im Bezirk engagiert

Bilanz der Bezirksstelle

Am Freitag fand im Gemeindezentrum Pöttsching die Bezirksversammlung des Roten Kreuzes statt. Dabei wurden viele beeindruckende Zahlen referiert, die die wertvolle Arbeit der vielen freiwilligen und beruflichen Mitarbeiter beim Roten Kreuz deutlich macht.

Von Christian Artner

Am Freitga wurde Bilanz bei der Bezirksstelle des Roten Kreuzes Mattersburg gezogen: Friederike Pirringer (Präsidentin des Roten Kreuzes Burgenland), Helga Ludwig (Bezirksstellenleiterin Mattersburg), Richard Steiger (Dienstführer-Stellvertreter), Anna Benczak (Bezirksfreiwilligenkoordinatorin), Eva-Sabina Wachtfeitl (Bezirksstellenleiterin-Stellvertreterin), David Wilfing (Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit an der Bezirksstelle Mattersburg), Philip Pauschenwein (Dienstführer).

Am Freitga wurde Bilanz bei der Bezirksstelle des Roten Kreuzes Mattersburg gezogen: Friederike Pirringer (Präsidentin des Roten Kreuzes Burgenland), Helga Ludwig (Bezirksstellenleiterin Mattersburg), Richard Steiger (Dienstführer-Stellvertreter), Anna Benczak (Bezirksfreiwilligenkoordinatorin), Eva-Sabina Wachtfeitl (Bezirksstellenleiterin-Stellvertreterin), David Wilfing (Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit an der Bezirksstelle Mattersburg), Philip Pauschenwein (Dienstführer).

© Christian Artner

„Die gute Tat, das Engagement für den Nächsten, die ehrenamtliche Tätigkeit sind die Grundpfeiler der weltumspannenden Organisation Rotes Kreuz“, leitete Helga Ludwig, die Bezirksstellenleiterin des Roten Kreuzes Mattersburgihre Rede bei der Bezirksversammlung ein. „Täglich arbeiten zahlreiche freiwillige und berufliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei den vielen Leistungsbereichen unserer Organisation im Sinne unserer Grundsätze – jeden Tag, rund um die Uhr und bei jedem Wetter. Wir sind da, um zu helfen.“

Das Rote Kreuz hat verschiedene Tätigkeitsfelder, auch Leistungsbereiche genannt. Der Rettungsdienst ist einer davon. Beeindruckende 20.588 freiwillige Dienststunden wurden im Rettungsdienst 2024 ehrenamtlich geleistet. Bei 30 Euro pro Stunde ergibt das eine Ersparnis an Steuermitteln von 617.640 Euro, führt Helga Ludwig weiter aus. 477 freiwillige Helfer und Helferinnen sind im Bezirk für das Rote Kreuz im Einsatz, 140 davon allein im Rettungsdienst. 18 Mitarbeitende sind hauptberuflich tätig, 22 sind Zivildienstleistende und 14 absolvieren ein freiwilliges soziales Jahr. 7.835 Sanitätseinsätze, 4.796 Rettungseinsätze, 537 Einsätze von First Respondern und 542 Einsätze im Ärztenotdienst waren im vergangenen Jahr zu verzeichnen. Ohne das unermüdliche Engagement unserer freiwilligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wäre unsere Bezirksstelle nicht das, was sie ausmacht. Jeder und jede Einzelne leistet einen wertvollen Beitrag für unsere Gesellschaft, sei es im Rettungsdienst, in der Krisenintervention oder in der Betreuung von Menschen in Notlagen. Dafür möchte ich mich von Herzen bedanken.“

2.531 Blutspender:innen spendeten ihr Blut für die medizinische Versorgung.

Bezirksstellenleiterin Ludwig hob hervor: „Diese Zahlen sind nicht nur beeindruckend, sondern zeigen auch die große Solidarität und Hilfsbereitschaft in unserer Gemeinschaft. Es ist schön zu sehen, dass so viele Menschen bereit sind, ihre Zeit und Energie für andere einzusetzen.

Die Kooperation mit offiziellen Einrichtungen wie Bezirkshauptmannschaft – Bezirkshauptmann Gerald Kögl war bei der Versammlung vertreten – , Polizei, Freiwilliger Feuerwehr, Wasserrettung, Bevölkerungsschutz, Gemeinden, Schulen, und Ärzteschaft funktioniert sehr gut, hob Helga Ludwig ebenfalls lobend hervor.

Mehr als 500 Mitarbeitende sind beim Roten Kreuz im Bezirk engagiert

© Christian Artner

Von den 140 Freiwilligen im Rettungsdienst haben 15 Sanitäter die höchste Ausbildungsstufe Notfallsanitäter

Rettungsdienstreferent Alexander Zechmeister ging in seinem Bericht noch einmal näher auf die Arbeit im Rettungsdienst ein. Von den 140 Freiwilligen im Rettungsdienst haben 15 Sanitäter die höchste Ausbildungsstufe Notfallsanitäter. Ein weiterer Kurs zur Ausbildung zum Notafallsanitäter wird im August 2025 stattfinden. Seit September 2024 ist Zechmeister in seiner Funktion tätig: „Ich habe mit einigen Maßnahmen versucht, die Motivation der Mitarbeiter noch weiter zu erhöhen.“ Das sei bereits gut gelungen. Um der Knappheit an Lehrsanitäter entgegenzuwirken, gibt es Ausbildungen. Instruktoren sind aktive Mitarbeiter aus dem Rettungsdienst, die das übrige Lehrpersonal unterstützend begleiten. Beim vergangenen Instruktorkurs war die Bezirksstelle Mattersburg mit sechs Mitarbeitern sehr stark vertreten.

Als nächstes trat Anna Benczak, die Bezirksfreiwilligenkoordinatorin, an das Rednerpult. Sie übt seit März 2024 diese Funktion aus. Knapp über 40 Interessenten konnte sie im Zeitraum ihrer Tätigkeit für die Organisation gewinnen. „Besonders groß war die Nachfrage im Rettungsdienst mit zwanzig Interessenten sowie in der Krisenintervention mit sechs neuen Interessenten. Darüber hinaus konnten wir Freiwillige für die Lesepaten, die Sozialbegleitung, oder die Hospizarbeit gewinnen“, so Anna Benzcak.

Lukas Giefing, der stellvertretende Leiter der Schnelleinsatzgruppe im Katastrophendienst (SEG) berichtete, dass der Mitgliederstand derzeit 30 aktive Personen ausmacht. Die SEG hat im vergangenen Jahr eine Vielzahl an Aktivitäten erfolgreich durchgeführt. Durch regelmäßige Übungen, den Ausbildungstag und gemeinschaftsfördernde Veranstaltungen konnten die Einsatzbereitschaft, die Fachkenntnisse und praktische Fertigkeiten weiter verbessert werden.

49 Erste-Hilfe-Kurse mit 623 Teilnehmern wurden 2024 durchgeführt

Aus dem Bericht von Erste-Hilfe-Beauftrager Isabell Kampits-Sinowatz ging hervor,dass 2024 im Bezirk Mattersburg insgesamt 49 Erste-Hilfe-Kurse mit 623 Teilnehmern durchgeführt wurden.

Martin Trimmelberichtete, dass die Krisenintervention Mattersburg derzeit 17 aktive Mitarbeiter hat. Im Jahr 2024 wurden 28 Einsätze übernommen. Alle Einsätze konnten erfolgreich bewältigt werden. „Die Krisenintervention des Roten Kreuzes besteht nun seit 16 Jahren. Anfangs waren es vor allem Einsätze, bei denen Angehörige um einen geliebten Menschen zuhause getrauert und sich verabschiedet haben. Heute sind es leider Terroranschläge, Beziehungsdramen mit tödlichem Ausgang, Suizide, tragische Fälle von einsamen Menschen, die in Messi-Wohnungen verstorben sind.“ Die Krisenintervention ist 24/7 bereit denjenigen zu helfen, die Unterstützung brauchen.

Im Schnitt kommen jeden Samstag rund 46 KundInnen zur Team Österreich Tafel

Ein weiterer wichtiger Leistungsbereich ist die Team Österreich Tafel. Lisa Gebhardt führte aus, dass 2024 insgesamt 103 registrierte Haushalte versorgt wurden, was einen leichten Rückgang bedeutet. Davon waren 43 Haushalte mit Kindern bzw. 19 Haushalte von Alleinerziehenden mit einem oder mehreren Kindern. Insgesamt wurden bei der Team Österreich Tafel rund 2.400 Besuche registriert, was umgerechnet 7.600 versorgte Personen entspricht. Im Schnitt kommen jeden Samstag rund 46 KundInnen zur Team Österreich Tafel. An diese Personen wurden mehr als 33 Tonnen Lebensmittel verteilt, die sich aus Spenden aus Supermärkten aus dem Bezirk bzw. aus Zukäufen durch eine Förderung zusammensetzten. Mit April 2025 wird wieder ein Unkostenbeitrag von zwei Euro eingehoben. 58 MitarbeiterInnen leisteten 2024 mehr als 2.300 freiwillige Stunden und legten fast 6.000 km zurück, um die Waren im gesamten Bezirk einzusammeln.

Mehr als 500 Mitarbeitende sind beim Roten Kreuz im Bezirk engagiert

© Christian Artner

Liane Barilits berichtete über den Henri Laden und den Hospizdienst.Den Henri Laden gibt es seit Dezember 2022. Es werden dort qualitative Kleidung und Accessoires zu erschwinglichen Preisen verkauft. Derzeit gibt es 17 MitarbeiterInnen, die an 99 Öffnungstagen 1.357 Verkäufe getätigt haben.

Die Hospizgruppe in Mattersburg führt Hospizbesuche, Trauerbesuche und allgemeine Besuchsdienste durch. 10 MitarbeiterInnen sind registriert, zwei Personen haben sich nach mehrjähriger Pause aus persönlichen Gründen dazu entschieden, die Hospizbegleitung zu beenden. Seit Anfang des Jahres gibt es vier Anfragen aus dem Bezirk zu nächsten Kursangeboten bzw. Ausbildung zur Hospizbegleitung.

Sabina Wachtfeitl sprach über die Sozialbegleitung,einem relativ neuen Einsatzbereich beim Roten Kreuz (in Mattersburg seit Jänner 2023). Hier unterstützen geschulten Mitarbeiter des Roten Kreuzes beratend in herausfordernden Lebens- und Notsituationen. Seit Herbst finden die Beratungen an der Bezirksstelle jeden ersten Dienstag im Monat von 17 bis 19 Uhr statt. Die Sozialbegleiter informieren über bestehende Hilfsangebote und vermitteln an zuständige Stellen weiter.

Fast 50 LesepatInnen unterstützen Kinder im Bezirk beim Lesenlernen

Zu den Lesepaten referierte Ulrike Tschach. Im Bezirk Mattersburg gibt es rund 45 LesepatInnen, die geleisteten Leseeinheiten betragen zirka 2.300 Stunden. Mehr als 1.000 Kinder werden von den LesepatInnen beim Lesenlernen unterstützt. Hannes Hauer, der Initiator des Lesepatenprogrammes saß ebenfalls bei der Versammlung im Publikum.

Mehr als 500 Mitarbeitende sind beim Roten Kreuz im Bezirk engagiert

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Ortstellenkoordinatorin Tanja Treitl informierte über Blutspendenehrungen, die 2024 nach einer Corona-Pause wieder stattfanden. Im Oktober wird es eine weitere Blutspenderehrung in der Bauermühle geben. Über die Ernennung neuer Ortstellenleiter und Stellvertreter freut sie sich ganz besonders.

David Wilfing, Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und Bezirksstellenleiterinstellvertreter, berichtete über Fahrzeugsegnungen für neue Rettungsfahrzeuge, die für 2025 geplant sind. Bei einem großen Gesundheitstag in Mattersburg wird das Rote Kreuz natürlich auch wieder vertreten sein.

Bezirkshauptmann Gerald Köglbetonte die Bedeutung des Roten Kreuzes für das Gesundheits- und Sozialwesen. „In Österreich sieht man täglich die Leistung des Roten Kreuzes, sei es bei den Krankentransporten, der Hauskrankenpflege oder dem Rettungsdienst. Auch in Krisenfällen hat das Rote Kreuz bewiesen, welche Leistungsfähigkeit es hat. Bei der Coronakrise war das ganz eindrucksvoll zu sehen.“ Das Rote Kreuz belege bei Vertrauensumfragen immer wieder den ersten Platz. „Es ist zudem eine Vorbildorganisation in Bezug auf das Ehrenamt und auch im Bezug auf die Jugendarbeit“, so Kögl, der die sehr gute Zusammenarbeit hervor streichen möchte, die im Bezirk Mattersburg herrscht.

Pöttschings Vizebürgermeisterin Laura Moser sprach den Slogan „Aus Liebe zum Menschen“ an: „Wer mit Menschen arbeiten oder sehr engen Kontakt mit Menschen hat, weiß, dass das manchmal auch an die Substanz gehen kann. Dafür braucht man viel Kraft. Die wünsche ich euch und bewahrt euch eure Freude an der Arbeit.“

170.000 Stunden von Freiwilligen im gesamten Burgenland

Die abschließenden Worte sprach die Präsidentin des Roten Kreuzes Burgenland, Friederike Pirringer. Sie ergänzte die vorgetragenen Zahlen mit einigen Zahlen des gesamten Burgenlandes. Insgesamt gibt es im Burgenland im Freiwilligenbereich 3.500 Helfer und Helferinnen, 290 sind berufliche Mitarbeiter. „Unsere freiwilligen MitarbeiterInnen haben im Vorjahr im Burgenland 170.000 Stunden geleistet. Allein im Rettungsdienst waren es über 100.000.“

Mehr als 500 Mitarbeitende sind beim Roten Kreuz im Bezirk engagiert

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Besonders lobend hob sie die gute Arbeit bei der Hochwasserkatastrophe im Bezirk Oberwart hervor. „Am ersten Wochenende des Hochwassers sind MitarbeiterInnen der Orstellen, der Krisenintervention, der Sozialbegleitung in 71 Haushalte, die besonders betroffen waren, gegangen und haben Schadensmeldungen aufgenommen. Fünf Tage später hatten diese Familien bereits das erste Geld auf ihrem Konto aus Österreich hilft Österreich, wovon das Rote Kreuz ein wesentlicher Partner ist. Man kann sagen, wir sind nicht nur gut, sondern auch schnell. Wer schnell hilft, half in dem Fall wirklich doppelt.“

Der Sozialbereich war im Burgenland im vergangenen Jahr eine besondere Herausforderung. Anträge für Spontanhilfe sind um 75 Prozent gestiegen.

Über 4.000 Kinder wurden im Burgenland im Vorjahr von Lesepaten betreut. Zehn Prozent der Österreicher sind funktionelle Analphabeten, so Pirringer. „Das ist eine Zahl, die mich erschreckt. Daher ist deine Idee der Lesepaten, die in ganz Österreich kopiert wird, eine doppelt großartige.“

„Das Burgenland ist zwar gut, aber ich glaube, wir sind nicht gut genug. Wir könnten noch besser werden.“ Friederike Pirringer über die Blutspendenaktion

Friederike Pirringer ging auch auf die Blutspendenaktion ein: „Das Burgenland ist zwar gut, aber ich glaube, wir sind nicht gut genug. Wir könnten noch besser werden. Vielleicht könnte die Feuerwehr vor einem Fest Blutspenden kommen.“ Am späten Abend sei es vielleicht keine so gute Idee, hatte Pirringer die Lacher aus dem Publikum zu diesem doch sehr ernsten Thema auf ihrer Seite. Sie appelliert an die Vereine und die Gruppendynamik: „Wenn einer in einer Gruppe beginnt, dann erhöht sich die Chance, dass mehr Menschen zur Blutspende gehen.“

„Mattersburg ist eine Vorzeigebezirksstelle“

Einen Vorausblick hatte Friederike Pirringer ebenfalls zu vermelden: „Am 8. Mai, am Weltrotkreuztag, feiern wir in der Csello Mühle in Oslip 35 Jahre Hauskrankenpflege, 35 Jahre First Responder, 15 Jahre Team Österreich Tafel, 15 Jahre Krisenintervention und 10 Jahre Lesepaten.“ Spätestens Ende Mai soll mit dem Umbau der Bezirksstelle Mattersburg begonnen werden.

An die Bezirksstelle Mattersburg hatte Pirringer eine besondere Botschaft: „„Wir alle wissen, dass Mattersburg eine Vorzeigebezirksstelle ist. Ihr seid einfach gut. Vielen Dank und Gratulation für die großartige Arbeit.“

Die Veranstaltung wurde vom Musikverein Pöttsching musikalisch umrahmt. Bezirksstellenleiterin Ludwigdankte nochmals allen Anwesenden und betonte die besondere Verbundenheit innerhalb der Rotkreuz-Familie. Mit den Worten: „Wir schätzen und vertrauen einander, wir können aufeinander zählen“ wurde die Versammlung feierlich mit der Landeshymne beendet.

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