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Anzahl der Alko-Lenker stieg im vergangenen Jahr weiter an
Bilanz der Polizei
Im Rahmen einer Pressekonferenz zogen Verkehrslandesrat Heinrich Dorner zur Verkehrsstatistik 2024 gemeinsam mit Landespolizeidirektor Martin Huber und Oberst Andreas Stipsits, dem Leiter der Landesverkehrsabteilung im Burgenland, Bilanz.
Landespolizeidirektor Martin Huber, Verkehrslandesrat Heinrich Dorner und Oberst Andreas Stipsits, Leiter der Landesverkehrsabteilung, bei der Pressekonferenz.
© Burgenländisches Landesmedienservice
Im vergangenen Jahr wurde der Schwerpunkt auf Alkohol- und Drogendelikte gelegt, da es im Jahr 2023 einen signifikanten Anstieg von Alkoholunfällen im Burgenland gab, sagte der Leiter der Landesverkehrsabteilung, Andreas Stipsits. Die Zahl der Alkolenker stieg jedoch erneut an: 2024 gab es 901 Anzeigen aufgrund von überhöhtem Alkoholkonsum, im Jahr davor waren es 855. Weiters gab es 2024 insgesamt 158 Drogenanzeigen (vgl. 2023: 150). Im vergangenen Jahr wurden auch zehn alkoholisierte E-Scooter-Lenker und 17 alkoholisierte Fahrradfahrer von der Exekutive angehalten. Bei den Alkoholunfällen wurde von 2023 zu 2024 eine Erhöhung von 1,4 Prozent festgestellt.
Insgesamt wurden bei den Kontrollschwerpunkten 2024 der Polizei im Burgenland im Bereich der Geschwindigkeitsüberprüfungen rund 39.009 Stunden aufgewendet, im Bereich der Abstandsverkehrskontrollen waren es 2.358 Stunden, bei Alkoholkontrollen 19.978 Stunden und bei Schwerverkehrskontrollen 32.796 Stunden. Es gab 16 Schwerpunktaktionen mit dem Fokus auf Delikte, die hauptunfallverantwortlich sind, wie Alkohol, Drogen, Geschwindigkeit, Abstand, Handy usw. 2024 gab es 198.811 Anzeigen und 22.184 Organmandate wegen Geschwindigkeitsübertretungen.
Das Land Burgenland hat im Herbst 2020 mit der landeseigenen Radarüberwachung begonnen - zusätzlich zu den Kontrollen der Polizei und in Abstimmung mit der Exekutive. Grund für diese Initiative war, dass mit den Geschwindigkeitskontrollen die Zahl der Verkehrstoten reduziert wird, denn laut Statistik ist ein hoher Prozentsatz aller Verkehrsunfälle auf überhöhte Geschwindigkeit zurückzuführen.
Zahlen belegen, dass Initiativen greifen
„Wir haben ein gemeinsames Ziel: die Verkehrssicherheit zu erhöhen und die Zahl der Unfälle zu reduzieren“, sagte Verkehrslandesrat Heinrich Dorner in einer Bilanzpressekonferenz zur Verkehrsstatistik 2024 gemeinsam mit Landespolizeidirektor Martin Huber und Oberst Andreas Stipsits, dem Leiter der Landesverkehrsabteilung im Burgenland.
Der Schwerpunkt bei allen Maßnahmen wurde auf die Hauptunfallursachen wie überhöhte Geschwindigkeit, Alkohol oder Ablenkung am Steuer gelegt. „Größtmögliche Sicherheit auf unseren Straßen - das ist im Burgenland nicht nur ein Schlagwort, sondern das haben wir in der vergangenen Legislaturperiode auch mit einer Vielzahl an zusätzlichen Maßnahmen mit Leben erfüllt“, unterstrich Dorner. „Diesen Weg werden wir auch in den kommenden Jahren konsequent fortsetzen.“
In Summe wurde 2024 im gesamten Burgenland die Geschwindigkeit von 6,6 Millionen Fahrzeugen gemessen. 1,43 Prozent der gemessenen Kraftfahrzeuge fuhren mit überhöhtem Tempo. Diese Zahlen belegen, dass die Initiativen von Land Burgenland und der Polizei greifen.
„Verkehrssicherheit ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Landespolizeidirektor Martin Huber
„Verkehrssicherheit ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Die vergangenen Jahre wurden geprägt durch Maßnahmen, um die Sicherheit auf den Landesstraßen und den hochrangigen Straßen zu erhöhen“, erklärte Landespolizeidirektor Martin Huber. Die Polizei setzte dabei auf präventive und repressive Maßnahmen, die Schwerpunkte wurden auf die Hauptunfallursachen wie überhöhte Geschwindigkeit, Alkohol und Ablenkung gelegt.
Zusätzlich gab es Überwachungen der Polizei von Motorradstrecken oder Großveranstaltungen. Basis für die intensivere Überwachungstätigkeit der Exekutive sei eine Analyse der bekannten Unfallstrecken, sagte Huber. Präventive Maßnahmen der Polizei 2024 waren Verkehrserziehung in den Schulen, mediale Kampagnen und die Ankündigung von Schwerpunktaktionen sowie die Bewusstseinsbildung der Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer. Repressive Initiativen im abgelaufenen Jahr waren gezielte Alko-, Drogen- und Geschwindigkeitskontrollen, die Ahndung der Nichtverwendung des Sicherheitsgurtes oder die Prüfung auf Ablenkung aufgrund des Hantierens mit dem Handy am Steuer.
Fast 94.000 Anzeigen wegen Übertretung von Tempolimits
Gestartet ist die landeseigene Radarüberwachung im Jahr 2020 mit der Installierung von 14 fixen Radarboxen im gesamten Burgenland. Die Auswahl der 14 Standorte (zwei pro Bezirk) mit den Radarboxen erfolgte auf Basis der Unfallstatistik, bekannter Gefahrenstellen und/oder häufig vorgebrachter Anrainerbeschwerden nach Rücksprache mit den für die Standortgenehmigung verantwortlichen Bezirkshauptmannschaften und Polizeiinspektionen.
Zusätzlich wurde auch die Zusammenarbeit mit den Gemeinden intensiviert: Diesen wird das erforderliche Equipment zur Verfügung gestellt, um in den Kommunen zielgerichtet mobile Radarüberwachung durchführen zu können wie beispielsweise vor Schulen oder Kindergärten. Allein im vergangenen Jahr wurde diese Radarüberwachung 65 Mal von den Kommunen für die Geschwindigkeitsüberwachungen auf Gemeindestraßen angefordert.
Laut den Aufzeichnungen der Messgeräte wurde die Geschwindigkeit von insgesamt rd. 6,6 Mio. Fahrzeugen gemessen. Es gab 93.756 Anzeigen – das entspricht 1,43 Prozent - aufgrund der Übertretung von Tempolimits.
27 Prozent der überprüften Lkw mit Gefahr-in-Verzug-Mangel
Zusätzlich wurden in der vergangenen Legislaturperiode auch im Bereich der Schwerverkehrskontrollen mit dem Bau einer neuer Prüfhalle in Nickelsdorf und einer weiteren Prüfhalle für Schwerverkehrskontrollen beim neuen Standort der Baudirektion in Stoob die Zahl der Prüftage von Land, ASFINAG und Polizei deutlich ausgeweitet.
Insgesamt gab es 705 Einsätze. Der Anteil der Fahrzeuge mit mindestens einem schweren Mangel (Folge: Verwaltungsstrafanzeige) lag bei 41 Prozent. 27 Prozent der überprüften Lkw hatten mindestens einen Gefahr-in-Verzug-Mangel (Folge: Verwaltungsstrafanzeige + Kennzeichenabnahme).
Seit letztem Jahr wurden bei Schwerverkehrskontrollen auch die Lenk- und Ruhezeiten von 1.565 der Fahrerinnen und Fahrer überprüft. Dabei wurden 105 Verwaltungsübertretungen festgestellt und zur Anzeige gebracht.
Mit 244 km/h auf Umfahrung Schützen
2024 wurden im Burgenland 15 Fahrzeuge wegen Raserei vorläufig beschlagnahmt. „Rekordhalter“ bei verantwortungsloser Raserei im Burgenland war ein Brite, der mit seinem Kraftfahrzeug auf der Umfahrung Schützen mit 244 km/h unterwegs war.
Insgesamt gab es 2024 im Burgenland 858 Verkehrsunfälle (vgl. 2023: 823) und 16 getötet Personen (Vgl. 2023: 21).
Positiv wertete der Leiter der Landesverkehrsabteilung, dass kein einziger Fußgänger im Burgenland bei einem Unfall starb, was auf Tempo 30 in den Ortschaften zurückzuführen sei. Stipsits betonte: „Verkehrssicherheit ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die Polizei ist nur ein Teil davon. Deshalb gilt mein Dank auch allen NGO, die sich für Verkehrssicherheit im Burgenland einsetzen.“