Vor einem Jahr hat das Land Rechtsanwalt Matthias Burger bei der Wohnbaugesellschaft „Neue Eisenstädter“ eingesetzt, um die Geschäfte zu beaufsichtigen. Auch nach dem U-Ausschuss bleibt er in der Funktion, noch bis zum Oktober 2027.
Eric Scharnitz: „Regionalität lässt sich leben“
Billa-Manager im Gespräch
Der Eisenstädter Eric Scharnitz ist seit 2020 BILLA-Vertriebsdirektor in Ostösterreich. Mit der BVZ sprach er über regionale Regale, stille Stunden und die Preisgestaltung.
Eric Scharnitz. Der Burgenländer machte Karriere bei BILLA und leitet heute als Vertriebsdirektor die Ostregion.
© BILLA, Harson, RobertHarson
Insgesamt 53 Supermärkte zählen BILLA und BILLA PLUS im Burgenland, Eric Scharnitz kennt sie ebenso wie die Filialen in Wien und Niederösterreich. Seit sechs Jahren ist Scharnitz Vertriebsdirektor in der Ostregion, er hat eine klassische Karriere von der Lehre bis in verschiedenste Führungspositionen gemacht. Deshalb weiß der gebürtige Eisenstädter was den rund 1.500 Beschäftigten und 80 Lehrlingen im Burgenland wichtig ist. Und wie man die Regionalität vom Slogan ins Regal bringt.
An die 2.000 Artikel von 328 regionalen und lokalen Lieferanten finden sich laut BILLA in den burgenländischen Märkten (rund 11.000 Produkte sind es österreichweit) - eine Chance für alle, wie Scharnitz sagt. Auch kleine Produzenten können liefern, die Mengen und Anzahl der Märkte selbst bestimmen: „Wir gehen auf jeden lokalen Lieferanten ein und unterstützen zum Beispiel auch bei der Etikettierung und Logistik.“
Der Trend ist eindeutig: „Kundinnen und Kunden wollen Waren aus der Region haben!“ Chili, Uhudler, Fruchtsäfte, Brot ... alles da; und immer mehr Bio ist gefragt. Zudem gibt es derzeit sieben sogenannte Kaufleute-Märkte, die als BILLA privat geführt werden, der neueste wurde kürzlich in Winden am See eröffnet.
Sieben Millionen Euro wurden und werden heuer ins burgenländische Filialnetz investiert (und 350 Millionen Euro in ganz Österreich). Aktuelles Beispiel: Die BILLA-Filiale in Steinbrunn im Bezirk Eisenstadt, die abgerissen und neu gebaut wurde und jetzt eine der modernsten Österreichs ist. „Ein Standort wird nicht errichtet, damit wir dort einen Markt stehen haben“, sagt Scharnitz, „Einzugsgebiet, Bedürfnisse und Wirtschaftlichkeit müssen natürlich zusammenpassen.“
Stichwort Wirtschaftlichkeit: Das Thema Teuerung kennt man in der Branche aus mehreren Blickwinkeln. „Unser Ziel und Auftrag ist es, die besten Preise für unsere Kundinnen und Kunden herauszuholen“, hält Scharnitz fest. „Die Herausforderung ist es gleichzeitig, die Balance zu halten, damit die Produzenten und Lieferanten ebenfalls faire Preise bekommen.“
Die Kosten steigen für alle, etwa aufgrund des „Österreich-Aufschlags“ durch internationale Hersteller. Den Druck wolle man aber nicht an die Konsumenten weitergeben. Dabei wird die Lage nicht einfacher, neben geopolitischen Entwicklungen und Energiekosten habe der Sommer mit Hitze und Trockenheit eine weitere Herausforderung aufgezeigt.
„Die Konsumenten achten sehr genau darauf, was sie einkaufen und wie viel sie dafür ausgeben. Als Unternehmen geht BILLA darauf ein und versucht, auch die passenden Aktionen und Vergünstigungen zu bieten.“
Die gesellschaftliche Verantwortung soll noch über Sortiment, Preisgestaltung, Ausbildung und Inklusion hinausgehen, wie man mit besonderen Initiativen und Aktionen zeigen will, erzählt Scharnitz. Eine Herzensangelegenheit ist ihm als ehemaligem Kicker (unter anderem bei SC Eisenstadt und UFC St. Georgen) die Nachwuchsförderung im Fußball.
Zwölf junge Teams werden im Burgenland unterstützt, jährlich wird der BILLA-Cup ausgespielt: „Das Turnier hat heuer im April in Neusiedl am See stattgefunden, 16 Teams waren vertreten, 220 Burschen und Mädchen haben gespielt. Eine tolle Sache für mich auch als Fußballfan!“
Apropos Nachwuchs: Die Lehrlinge tragen bei BILLA im Burgenland ebenfalls Verantwortung. Zuletzt haben 27 von ihnen einen Tag lang den Parndorfer Markt im vollen Umfang geleitet, „das hat super funktioniert“, freut sich Scharnitz.
Eine weitere Initiative, auf die der Vertriebsdirektor stolz ist: die „stille Stunde“, die in ausgewählten Märkten in ganz Österreich angeboten wird. Menschen, die empfindlich auf Lärm und andere Reize reagieren, können an unterschiedlichen Tagen (meist zwischen 14 und 15 Uhr) ungestört von Kassen-Tönen, Reinigungsmaschinen oder Musik-Einspielungen einkaufen. Im Burgenland gibt es die „stille Stunde“ in folgenden Filialen:
Neusiedl am See: BILLA PLUS in der Wiener Straße (täglich 14 bis 15 Uhr)
Eisenstadt: BILLA in der Ruster Straße (jeden Mittwoch, 14 bis 15 Uhr)
Hornstein: Neufelder Straße (täglich 13 bis 14 Uhr)
Rohrbach bei Mattersburg: Hauptstraße (jeden Mittwoch, 14 bis 15 Uhr)
Stoob: Stoob-Süd-Straße (jeden Mittwoch, 14 bis 15 Uhr)
Oberwart: Steinamanger Straße Montag bis Freitag, 14 bis 15 Uhr)
Güssing: Faludistraße (jeden Mittwoch, 14 bis 15 Uhr)
Jennersdorf: Technologiepark (jeden Mittwoch, 14 bis 15 Uhr)