Invasive Pflanzen im Visier: Burgenland startet Neophyten-Offensive

Biodiversität

Mit einem gemeinsamen Arbeitseinsatz entlang der Leitha in Bruckneudorf sind die burgenländischen Neophyten-Aktionstage gestartet. Freiwillige, der örtliche Verschönerungsverein und Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner packten dabei gemeinsam an – im Kampf gegen invasive Pflanzenarten, die heimische Ökosysteme zunehmend bedrohen.

Von BVZ Redaktion

Bei der Pflegeaktion in Bruckneudorf: Vizebürgermeister Gerold Eder, Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner, Bernhard Schütz, Leiter der Bezirksgruppe Neusiedl am See des Vereins Naturschutzorgane Burgenland, Bürgermeister Gerhard Dreiszker, Landesleiter Naturschutzorgane Burgenland Mag. Hermann Frühstück, Johann Steiner (Naturschutzorgan), Ernst Karner (Naturschutzorgan), Hans Peter Samwald (Naturschutzorgan)

Bei der Pflegeaktion in Bruckneudorf: Vizebürgermeister Gerold Eder, Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner, Bernhard Schütz, Leiter der Bezirksgruppe Neusiedl am See des Vereins Naturschutzorgane Burgenland, Bürgermeister Gerhard Dreiszker, Landesleiter Naturschutzorgane Burgenland Mag. Hermann Frühstück, Johann Steiner (Naturschutzorgan), Ernst Karner (Naturschutzorgan), Hans Peter Samwald (Naturschutzorgan)

© Landesmedienservice Burgenland

Im Zentrum des Auftakts stand die Bekämpfung des Japanischen Staudenknöterichs, der sich entlang von Fließgewässern rasant ausbreitet. Die Pflanze bildet dichte Bestände, die heimische Vegetation verdrängen und die Stabilität von Uferbereichen beeinträchtigen. Im Winter fehlt dann schützender Bewuchs – was die Erosionsgefahr erhöht. Mit Spezialgeräten wurde der Knöterich gemäht und fachgerecht abtransportiert.

„Neophyten setzen unsere heimischen Ökosysteme massiv unter Druck. Umso wichtiger ist es, dass wir nicht nur Strategien entwickeln, sondern auch konkret ins Tun kommen”, sagte Haider-Wallner beim Einsatz.

Insgesamt umfassen die Aktionstage fünf Termine: drei Pflege-Aktionen sowie zwei öffentliche Vorträge. Hermann Frühstück, Landesleiter der burgenländischen Naturschutzorgane, erläuterte die Auswahl der Zielarten: „Für die Pflege-Aktionen wählen wir bewusst Arten aus, bei denen die Bekämpfung gut durchführbar ist und rasch sichtbare Ergebnisse bringt.” Neben dem Staudenknöterich stehen das Drüsige Springkraut und die Kanadische Goldrute im Fokus.

Die Aktionstage sind Teil der landesweiten „Neophyten-Offensive Burgenland”, umgesetzt vom Verein der Burgenländischen Naturschutzorgane (VBNO) und mit rund 45.000 Euro vom Land Burgenland finanziert. Ergänzend zu den Pflege-Einsätzen finden bis Sommer 2026 Fachworkshops, Schulungen sowie Informations- und Vernetzungsmaßnahmen statt. Ein Online-Vortrag der Naturakademie Burgenland ist für den 20. Mai 2026 geplant, ein weiterer im Rahmen des Gemeinde-Dialogs für die 171 Umweltgemeinderät:innen folgt im Frühsommer.

Weitere Pflege-Aktionen sind am 12. Juni in Loipersbach und am 13. Juni in Oberwart angesetzt. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen ab der zweiten Jahreshälfte 2026 in ein Vertiefungsprojekt einfließen, das den Aufbau eines flächendeckenden Netzwerks auf Gemeindeebene weiter vorantreibt.​​​​​​​​​​​​​​​​