Ein Garagenbrand hat am Sonntagabend die Einsatzkräfte der Feuerwehr Mattersburg auf den Plan gerufen. Gegen Abend wurde die Feuerwehr zu dem Brand im Stadtgebiet alarmiert. Bereits beim Eintreffen der ersten Kräfte war eine starke Rauchentwicklung sichtbar.
„Und die Alkoholsucht hatte nicht das letzte Wort“
Buch von Erni Salcher
Die Neudörflerin Erni Salcher hat kürzlich ein Buch über ihre Alkoholsucht veröffentlicht. Unter dem Titel „Und die Alkoholsucht hatte NICHT das letzte Wort“ gibt sie einen schonungslosen, ehrlichen und zutiefst persönlichen Einblick in die schwierigste Phase ihres Lebens.
Die Neudörflerin Erni Salcher mit ihrem Buch „Und die Alkoholsucht hatte NICHT das letzte Wort.“ Darin beschreibt sie ihr Leben mit der Alkoholsucht – vollkommen ungeschönt und ehrlich. Aber auch wie sie es geschafft hat, aus dieser persönlichen Hölle zu entkommen und nun schon seit 1997 keinen Tropfen Alkohol mehr getrunken hat und auch kein Verlangen danach mehr verspürt: Foto: zVg
© zVg
Neudörfl Wenn Erni Salcher heute über ihre Vergangenheit spricht, liegt in ihren Worten keine Verbitterung, sondern Klarheit: „Alkoholsucht ist eine Krankheit – unheilbar“, sagt sie. „Aber sie kann zum Stillstand kommen, wenn man abstinent lebt.“ Dass sie diesen Zustand erreicht hat, erscheint rückblickend beinahe wie ein Wunder. Über zehn Jahre hinweg trank sie sich Schritt für Schritt in die totale Abhängigkeit.
Der Weg in die Sucht begann schleichend. Mit 28 Jahren rutschte sie beinahe beiläufig hinein. „Hin und wieder etwas trinken, das tut doch jeder“, dachte sie anfangs. Doch bald blieb es nicht mehr bei einem Bier beim gelegentlichen „Kaffee-Tratsch“ unter Freunden.
Ihr Mann Martin, mit dem sie seit 44 Jahren verheiratet ist, war damals beruflich stark eingespannt, zusätzlich als Platz- und Zeugwart beim SC Neudörfl tätig. „Ich war damals viel alleine. Vielleicht könnte man sagen, das war das Problem. Wenn er nicht da war, habe ich auch Zuhause gerne mal ein Bier getrunken und das ist dann mehr geworden.“
Mit der Zeit griff sie bereits frühmorgens nach dem Aufstehen zum Alkohol. „Wasser oder andere alkoholfreie Flüssigkeiten habe ich dann überhaupt nicht mehr getrunken, nur noch Alkohol“, erinnert sie sich. Der Gedanke, „ich kann ja aufhören, wann ich will – alles also kein Problem“, hielt sich lange, obwohl sich ihr gesamter Alltag bereits um den Alkohol drehte. Sie versteckte Flaschen im Haus, fuhr betrunken Auto – auch mit ihren beiden Kindern, die im Volksschulalter waren, als die Abhängigkeit begann. „Ich bin nie aufgehalten worden und hatte auch keinen Unfall. Schutzengerl gehabt.“
Als Pflegekraft in der mobilen Hauskrankenpflege trank sie zwischen ihren Arbeitseinsätzen im Auto, um Zittern und Schweißausbrüche zu unterdrücken. „Wenn ich unterwegs war, habe ich Panik gehabt, dass ich nicht genug zu trinken bekomme“, erzählt sie. „So triftete ich immer wieder ab, in neue irre Extreme. Ich knallte mir die Birne von morgens bis abends zu. Ich war nicht wirklich mehr fähig, einzugreifen“, schreibt sie in ihrem Buch. Die Erinnerung daran erfüllt sie bis heute mit Widerwillen.
Ihren persönlichen Tiefpunkt beschreibt Erni Salcher so: „Ich trank zwar, aber es fühlte sich nicht mehr befriedigend an. Ich fühlte dieses 'Wohlgefühl' nicht mehr. Ich war an dem Punkt angelangt, wo ich so oder so nicht mehr weiter konnte. Ich konnte nicht mehr recht mit dem Alkohol, aber es ging auch nicht ohne. Das war mein Tiefpunkt. Erst wenn man darauf zurückblicken kann, weiß man das.“
Der Weg aus der Sucht wurde durch mehrere Faktoren möglich. Acht Wochen verbrachte sie stationär im Anton-Proksch-Institut für Suchtkranke in Kalksburg (beschrieben im Kapitel „Erni in Kalksburg“). Nach ihrer Rückkehr nahm sie ab der ersten Woche regelmäßig an Meetings der Anonymen Alkoholiker in Wiener Neustadt teil – insgesamt 15 Jahre lang, nachzulesen im Kapitel „Erni in der Selbsthilfegruppe“.
Eine weitere tragende Rolle spielte für sie der Glaube. „Ich habe mit Gott geschimpft. Ich habe ihn mit den wüstesten Ausdrücken belegt und ihn gefragt, was er denn für ein Gott ist, der mir zusieht, wie ich jämmerlich und erbärmlich vor die Hunde und Zugrunde gehe und mir nicht hilft.“ Heute sagt sie, der Ruhm gehört Jesus Christus. „Ich bin gerettet worden durch Jesus Christus, indem er mir wieder Vertrauen geschenkt und mir geholfen hat.“
Das Buch entstand über einen Zeitraum von zwei Jahren aus unzähligen Notizen. „Ich habe immer gern geschrieben, auch im Rausch. Ich wollte die Zettel schon entsorgen, dann habe ich aber reingelesen und fand sie ganz gut. Ich habe danach entschieden, dass ich das aufarbeite, für mich, meine Familie und für andere. Auch als Warnung.“ Unterstützt wurde sie dabei von ihrem Mann Martin, der in dem Buch ebenfalls eine Form der Befreiung sieht:„Wie viele andere auch haben wir über eine lange Zeit hinweg eine Fassade aufgebaut. Diese Fassade brauchen wir heute nicht mehr, wir brauchen nichts mehr beschönigen. Damit lebt man glücklicher.“
Was würde Erni Salcher Menschen raten, die heute an derselben Schwelle stehen wie sie damals?“Geh in die Selbsthilfegruppe. Auch wenn du nicht willst. Hilfe annehmen ist schwer. Aber es geht.“
Das Buch ist erhältlich in der Trafik „Bencsits“, Hauptstraße 36 in Neudörfl oder auf Anfrage unter e.s.jesus@gmx.at.