Am Sonntag lud die SPÖ Kroatisch Minihof zum Familienwandertag ein. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, gemeinsam die Natur zu erkunden und einige gesellige Stunden zu verbringen.
Herbert Brettl liefert neue Einblicke in „Das Lager Lackenbach“
Buchpräsentation
Bereits vor 28 Jahren kam Herbert Brettl erstmals mit Dokumenten zur Geschichte der Roma und Sinti in Berührung. Seither widmet sich der Historiker intensiv diesem Thema. Mit seinem neuen Buch „Das Lager Lackenbach“ legt er nun weitere Forschungsergebnisse vor.
In Kooperation mit der Roma Volkshochschule Burgenland wird Herbert Brettl sein neu erschienenes Buch vorstellen, um an eine düstere Zeit in der Vergangenheit zu erinnern.
© zVg
Einen entscheidenden Impuls für sein Buch erhielt Brettl bei einem Besuch des Denkmals für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas in Berlin. Dort werde auch auf die Geschichte Lackenbachs Bezug genommen. Wenn diese Vergangenheit in Berlin sichtbar sei, müsse sie auch im Burgenland stärker ins Bewusstsein rücken, so Brettl. Aus diesem Gedanken heraus entstand die Idee zum Buch.
Der Historiker beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Nationalsozialismus im Burgenland, insbesondere mit der Verfolgung und Ermordung ethnischer Minderheiten. Einer seiner Forschungsschwerpunkte liegt auf der Aufarbeitung der regionalen Zeitgeschichte. Zudem ist er als Lehrbeauftragter an der Pädagogischen Hochschule Burgenland tätig, engagiert sich als Netzwerkkoordinator von „erinnern.at“ in der Vermittlungsarbeit und initiiert Projekte sowie Ausstellungen zur Erinnerungskultur.
© Klaus Zwinger
Das Lager Lackenbach wurde 1940 errichtet und entwickelte sich zum größten Anhalte- und Zwangsarbeitslager für Romnja und Roma sowie Sintizze und Sinti in Österreich. Die dort internierten Menschen wurden zur Arbeit gezwungen und vielfach von dort aus in Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert. Das Lager war geprägt von systematischer Ausgrenzung, Gewalt und unmenschlichen Lebensbedingungen.

© zVg./Herbert Brettl
Auf die Frage, was ihn an der Recherche besonders bewegt habe, betont Brettl, dass ihn weniger Faszination als vielmehr tiefe Betroffenheit begleitet habe. Die intensive Auseinandersetzung mit den Quellen habe ihm das Ausmaß der Gewalt und Entmenschlichung vor Augen geführt. Besonders erschütternd sei für ihn gewesen, dass viele Täter nach 1945 nicht zur Verantwortung gezogen wurden.
Im Buch kommt auch ein Überlebender zu Wort, der die Situation mit den Worten beschreibt: „Jeder war so hergerichtet, dass er kein Mensch mehr war.“
Für seine Arbeit wertete Brettl umfangreiches Material aus nationalen und internationalen Archiven aus, darunter Bestände aus österreichischen Landesarchiven, dem deutschen Bundesarchiv in Berlin sowie Dokumentationsstellen in Polen. Ziel des Buches ist es, bislang wenig beachtete Quellen zugänglich zu machen und bestehende Forschungslücken zu schließen. Erschienen ist die Publikation im Verlag edition lex liszt 12.

© Klaus Zwinger
Präsentiert wird das Buch am 10. April 2026 um 19 Uhr im Gemeindeamt Lackenbach, am 19. April 2026 um 17 Uhr im Dorfmuseum Mönchhof sowie am 7. Mai 2026 um 19 Uhr an der Pädagogischen Hochschule Burgenland.