Dieter Posch: „Entscheide im Herbst, ob ich wieder kandidieren werde“

Bürgermeisterwahl 2027

Nach drei Jahrzehnten an der Spitze der Gemeinde könnte bei der kommenden Bürgermeisterwahl 2027 in Neudörfl eine Ära zu Ende gehen. Amtsinhaber Dieter Posch lässt seine politische Zukunft bewusst noch offen und verweist auf eine Entscheidung „im Herbst“. ÖVP, GRÜNE und FPÖ bringen sich allmählich in Stellung.

Von Christian Artner

Geht Bürgermeister Dieter Posch (SPÖ) 2027 in den politischen Ruhestand oder stellt er sich für eine siebente Amtszeit zur Verfügung? „„Ich werde im Herbst entscheiden“. Mehr ließ er sich dazu nicht entlocken. „Was in meinem Kopf vorgeht, das weiß nur ich. So will ich es vorerst auch belassen.“ Die anderen Parteien im Gemeinderat sind schon etwas deutlicher. GRÜNE und FPÖ machen bereits eine klare Ansage, ÖVP hält sich noch etwas mehr verdeckt.

Geht Bürgermeister Dieter Posch (SPÖ) 2027 in den politischen Ruhestand oder stellt er sich für eine siebente Amtszeit zur Verfügung? „„Ich werde im Herbst entscheiden“. Mehr ließ er sich dazu nicht entlocken. „Was in meinem Kopf vorgeht, das weiß nur ich. So will ich es vorerst auch belassen.“ Die anderen Parteien im Gemeinderat sind schon etwas deutlicher. GRÜNE und FPÖ machen bereits eine klare Ansage, ÖVP hält sich noch etwas mehr verdeckt.

© Christian Artner

Seit 1997 steht Dieter Posch an der Spitze der Gemeinde Neudörfl. Sechs Wahlperioden, durchgehend mit absoluter Mehrheit seiner SPÖ, prägen die bisherige Bilanz. „Ganz besonders schlecht kann es nicht gewesen sein“, sagt er auf die Frage nach einer Bewertung seiner politischen Arbeit, „sonst wäre ich nicht so oft wiedergewählt worden“. Stolz sei dabei nicht der richtige Begriff, vielmehr Zufriedenheit darüber, dass er sich „nie verbogen“ habe und den Wählerinnen und Wählern stets klar gewesen sei, wofür er steht.

Ob er sich innerhalb der SPÖ erneut um die Spitzenkandidatur bewerben wird, lässt Posch offen. „Ich werde im Herbst entscheiden“, sagt er und vermeidet jede weitergehende Festlegung. Wovon er eine mögliche Wiederkandidatur abhängig machen wird? Ein zentraler Faktor seiner Überlegungen sei die politische Verantwortung gegenüber der nächsten Generation. „Man kann auch wo zu lange bleiben und dadurch den gesamten Nachwuchs entmutigen“, erklärt Posch.

In den Entscheidungsprozess werden in den kommenden Wochen und Monaten Gespräche mit potentiellen Nachfolgekandidaten einfließen. „Unter anderem wird dabei ausgelotet, inwieweit der Job für die Person familienkompatibel ist und was das für die persönliche berufliche Zukunft bedeutet“, sagt er. Denn das Amt sei kein Nebenjob: „Neudörfl ist die siebtgrößte Gemeinde im Burgenland. Das macht man nicht im Vorbeigehen.“ Namen, wen sich Posch als Nachfolger oder Nachfolgerin vorstellen könnte, will er keine nennen, Spekulationen damit nicht künstlich befeuern.

Neben der Personalfrage spielen auch inhaltliche Überlegungen eine Rolle. Posch verweist auf aktuelle wirtschaftliche Herausforderungen und rückläufige Einnahmen der Gemeinde. Dabei stellt er sich die Frage, wie verantwortungsvoll es wäre, in dieser schwierigen Phase aufzuhören – oder ob gerade jetzt Erfahrung mit einer ruhigen Hand am Ruder gefragt sei.

Auch im direkten Austausch mit Bürgerinnen und Bürgern wird Posch gelegentlich auf seine Zukunft angesprochen. Für viele ist ein Neudörfl ohne ihn an der Spitze nur schwer vorstellbar. „Dann höre ich oft: Wer soll das nach dir machen? Kann er oder sie das überhaupt?“, erzählt er. Gerade wenn die Zweifel aus der älteren Generation kommen, erinnere er daran, wie einst über ihn selbst geurteilt wurde: „Denkt zurück, was ihr über mich gesagt habt: Ob der das kann? Wie soll er das schaffen?“

Wie auch immer sich Bürgermeister Posch entscheiden wird, er kann auf intensive Amtszeiten zurückblicken. „Mir ist in den 30 Jahren noch nie langweilig geworden“, sagt er. Die tägliche Vielfalt an teils oft nicht erwartbaren neuen Herausforderungen sei bis heute die größte Faszination des Berufs geblieben.

Bei der ÖVP ist Dominik Strümpf seit 2017 Parteiobmann. Zweimal trat er bereits als Bürgermeisterkandidat an, 2021 erhielt er 13,77 Prozent der Stimmen. „Im Herbst wird ein Parteitag abgehalten, bei dem ich mich zur Bestätigung als Parteiobmann stellen werde. In weiterer Folge ist es meine Aufgabe, einen Bürgermeisterkandidaten zu finden.“ Ob er das sein wird, beantwortet Dominik Strümpf nicht. Für die Wahl 2026 strebt er mit der ÖVP einen Zuwachs an Stimmen an: „Wir wollen eine ernstzunehmende Alternative sein und die Bürger in den Mittelpunkt stellen.“

Sabine Schügerl, die Parteiobfrau der GRÜNEN, legt sich bereits jetzt fest: „Ja, ich werde als Spitzenkandidatin bei beiden Wahlen (Anm. Gemeinderats- und Bürgermeisterwahl) antreten.“ Schügerl ist seit 2007 Ortsparteiobfrau und seitdem gewähltes Mitglied des Gemeinderates: „Aktuell ist es also meine vierte Periode und nächstes Jahr bin ich 20 Jahre kommunalpolitisch aktiv – fast mein halbes Leben lang.“ Bei den Gemeinderatswahlen 2021 wurde das Ziel von zwei Mandaten überschritten, indem die GRÜNEN drei Mandate sowie einen Sitz im Gemeindevorstand erreichen konnten. „Dieses Ergebnis wollen wir natürlich halten, da mit einem Sitz im Gemeindevorstand der Gestaltungsspielraum etwas größer ist.“ Aus derzeitiger Sicht werden auch die aktuellen Gemeinderäte der GRÜNEN, Raphael Fink und Julia Klenner, erneut auf der Liste kandidieren.

Auch FPÖ-Ortsparteiobmann Robert Perger legt sich schon fest: „Ich werde bei der kommenden Gemeinderatswahl als Spitzenkandidat antreten und stehe damit auch als Bürgermeisterkandidat zur Verfügung. Mein Ziel ist es, Verantwortung für Neudörfl zu übernehmen und gemeinsam mit einem starken Team die Zukunft unserer Gemeinde aktiv zu gestalten. Wir treten mit dem Anspruch an, ein starkes Ergebnis zu erzielen und unsere Position im Gemeinderat weiter auszubauen.“

Perger ist seit 2017 Mitglied des Gemeinderates und seit 2021 Parteiobmann. Auch Robert Gredelj, aktuell zweiter Gemeinderat der FPÖ, wird voraussichtlich wieder für die FPÖ kandidieren. „Die Gespräche innerhalb unseres Teams laufen derzeit sehr konstruktiv. Unsere Mandatare leisten hervorragende Arbeit für die Neudörfler und bringen sich mit großem Engagement ein - daher ist es für uns selbstverständlich, dass sie auch bei der kommenden Gemeinderatswahl wieder antreten werden.