Über Grenzen hinweg: Zwei Burgen – eine Vision

Burg Schlaining

Die Friedensburg Schlaining und die Burg Köszeg wollen künftig enger zusammenarbeiten. Ziel der grenzüberschreitenden Kooperation ist es, Kulturangebote zu vernetzen und den Tourismus im Grenzraum zu stärken.

Von Bertie Unger

Werner Glösl, Béla Básthy, Pócza István Zoltán, Norbert Darabos und Gerhard Krammer besiegelten die grenzüberschreitende Kooperation.

Werner Glösl, Béla Básthy, Pócza István Zoltán, Norbert Darabos und Gerhard Krammer besiegelten die grenzüberschreitende Kooperation.

© zvg

Die Friedensburg Schlaining und die Burg Kőszeg intensivieren ihre Zusammenarbeit. Auf Burg Köszeg stellten Vertreter beider Standorte erste Eckpunkte der Kooperation vor. Für Schlaining nahmen Norbert Darabos, Gerhard Krammer und Werner Glösl teil. Von ungarischer Seite waren der Bürgermeister von Köszeg, Béla Básthy, sowie Burgdirektor Pócza István Zoltán vertreten.

„Diese historisch gewachsene Verbindung beider Regionen ist ein großer Vorteil. Kultur als verbindendes Element über Landesgrenzen hinweg hat großes Potential. Ziele sind die gemeinsame Positionierung als Kulturregion im Grenzraum, der Austausch von Know-how im Museums- und Veranstaltungsbereich sowie die Nutzung von EU-Förderprogrammen für gemeinsame Projekte“, betonte Norbert Darabos die Gemeinsamkeiten der beiden Orte. Weiter ausgebaut werden soll unter anderem die „Schlösselstraße“, die schon jetzt mehr als 40 Burgen und Schlösser im Südosten Österreichs und Sloweniens verbindet.

Konstruktive Zusammenarbeit als Win Win Situation

Geplant sind gemeinsame Bewerbungen von Veranstaltungen, gemeinsame Pressearbeit, Medienkooperationen und Austauschprogramme in den Bereichen Führungen, Kulturinitiativen, Schulen und Bildung.

Auch die Entwicklung gemeinsamer Veranstaltungsformate wird angedacht. Gerhard Krammer, Intendant KLANGfestival-Schlaining, erwartet sich durch die Zusammenarbeit zusätzliche Impulse: „Bereits jetzt treten Künstler:innen aus Ungarn in unseren Formaten auf, etwa beim „Blues&More“. Die Stärkung des europäischen Gedankens auf regionaler Ebene zum Wohle der Menschen ist jetzt wichtiger denn je. Die Attraktivierung für internationale Gäste bietet einen großen Mehrwert für unsere Region,“ so Krammer.

Der Start ins neue Kulturjahr verlief in Schlaining hervorragend. „Die Winterpause ist beendet. Wir starten mit viel Elan und neuen Impulsen in die neue Saison. Das sehr gut besuchtes Neujahrskonzert war ein starker Start,“ meint Werner Glösl.

KLANGfrühling glänzt mit Superstars

Das Kulturprogramm auf Burg Schlaining bietet auch heuer Hochkarätiges. Beim KLANGfrühling vom 9.-17 Mai geben sich große Künstler:innen wie Philipp Hochmair, FRANUI & Nicholas Ofczarek, Mavie Hörbiger oder Clara Frühstück die Klinke in die Hand. „Under the Bridge“ und das „Blues & More-Festival“ sorgen für sommerliche Open-Air-Stimmung in der wunderschönen Burgarena.

Dazu sind derzeit sechs Ausstellung auf Burg Schlaining parallel erlebbar. Die thematische Vielfalt reicht über die Themenbereiche Geschichte und Friedensforschung bis zur Erinnerungskultur. Die moderne, multimediale Vermittlung ist sowohl für Individualgäste, Gruppen und Schulen attraktiv. Die Friedensburg als Kultur-, Museums- und Begegnungsort im Südburgenland soll durch die Kooperation mit Köszeg noch mehr als kulturelles Leitprojekt der Region positioniert werden.

„Geplant ist eine nachhaltige, langfristige Partnerschaft zwischen den beiden Burgen. Unser Motto: Zusammenarbeit bringt uns gemeinsam weiter“, meint Norbert Darabos abschließend.