Rosa-Jochmann-Preis würdigt drei Frauen der Bildungsarbeit

Burgenland zeichnet aus

Das Land Burgenland hat den Rosa-Jochmann-Preis an drei Frauen vergeben, die sich in der Bildungsarbeit engagieren. Die Auszeichnung würdigt Persönlichkeiten, die Bildungsangebote entwickeln und Menschen neue Perspektiven eröffnen. Die Preisträgerinnen kommen aus Eisenstadt, Neusiedl am See und dem Südburgenland.

Von Von BVZ Redaktion

vlnr.: Martina Knartz (Leitung Referat Frauen, Antidiskriminierung und Gleichbehandlung, Amt der Burgenländischen Landesregierung), Landesrätin Daniela Winkler, Petra Mörth (Malerin), Claudia Kreiner-Ebinger (1. Platz , Rosa Jochmann Preis 2025), Zeynep Ertugrul (2. Platz , Rosa Jochmann Preis 2025), Beate Venus (3. Platz , Rosa Jochmann Preis 2025)

vlnr.: Martina Knartz (Leitung Referat Frauen, Antidiskriminierung und Gleichbehandlung, Amt der Burgenländischen Landesregierung), Landesrätin Daniela Winkler, Petra Mörth (Malerin), Claudia Kreiner-Ebinger (1. Platz , Rosa Jochmann Preis 2025), Zeynep Ertugrul (2. Platz , Rosa Jochmann Preis 2025), Beate Venus (3. Platz , Rosa Jochmann Preis 2025)

© LMS Burgenland, Christoph Novak Photography

Auszeichnung für Engagement in der Bildung

Zum 15. Mal wurde der Rosa-Jochmann-Preis vergeben. Er ehrt Frauen, die sich besonders gesellschaftlich engagieren. In diesem Jahr standen Bildungsinitiativen im Mittelpunkt, die das Leben vieler Menschen im Burgenland nachhaltig prägen.

Die Vielfalt ihrer Arbeit zeigt, wie breit gefächert Bildungsengagement sein kann – von der Erwachsenenbildung über die Berufsorientierung bis hin zu Programmen für Frauen und Jugendliche in Technik und Handwerk.

Vier Jahrzehnte Einsatz für Erwachsenenbildung

Claudia Kreiner-Ebinger hat ihre Laufbahn in der Förderungsstelle für Erwachsenenbildung begonnen. Dort baute sie die Abteilung Bildungsberatung auf und betreute erste EU-Projekte .

Im Laufe ihrer Karriere setzte sie mit dem „Zweiten Bildungsweg“ ein Zeichen dafür, dass Lernen keine Altersgrenze kennt. Später leitete sie das Renner-Institut und schließlich die Arbeiterkammer Burgenland (AK Burgenland). Dort entwickelte sie ein landesweites Bildungsprogramm, förderte Lehrlinge und stärkte Betriebsrätinnen und Betriebsräte. Mit dem „AK-Bildungsnavi“ schuf sie eine Anlaufstelle, die Orientierung bei Bildungsfragen bietet.

Rosa-Jochmann-Preis würdigt drei Frauen der Bildungsarbeit

© LMS Burgenland, Christoph Novak Photography

Winkler hob hervor, dass ihre Arbeit weit über fachliche Kompetenz hinausgeht: „Claudia Kreiner-Ebinger denkt Bildung immer sozial, inklusiv und aus feministischer Perspektive, und immer mit großem Herzen. Kooperationen zwischen Institutionen entstehen oft durch ihre Initiative, etwa die Lern- und Feriencamps für Kinder, die seit 2020 Familien spürbar entlasten und Kindern wertvolle Erfahrungen ermöglichen.“

Unterstützung für Jugendliche beim Berufseinstieg

Ein anderes Gesicht der Bildungsarbeit zeigt Zeynep Ertugrul. Seit vielen Jahren begleitet sie Jugendliche beim Einstieg ins Berufsleben. Zehn Jahre lang arbeitete sie beim DIALOG Bildungs- und Beratungsinstitut in Neusiedl am See. Dort unterstützte sie junge Menschen in der überbetrieblichen Lehrausbildung – einer Ausbildungsform für Jugendliche ohne Lehrstelle – sowie bei der Berufsorientierung.

Ihre Arbeit verbindet fachliche Struktur mit persönlicher Begleitung. Gleichzeitig vertieft sie ihre Qualifikation durch ein Studium der Sozialarbeit an der Universität für Weiterbildung Krems.

Rosa-Jochmann-Preis würdigt drei Frauen der Bildungsarbeit

© LMS Burgenland, Christoph Novak Photography

Winkler würdigte den persönlichen Werdegang: „Aufgewachsen in einer Familie mit Migrationshintergrund und begrenzten Ressourcen weiß Zeynep Ertugrul aus eigener Erfahrung, wie entscheidend Vertrauen, Förderung und Ermutigung sind. Dass sie einst ihre Mutter zu Reinigungsarbeiten ins Technologiezentrum Neusiedl begleitete und heute dort selbst als Trainerin arbeitet, steht sinnbildlich für ihren Weg – und für die Perspektiven, die Bildung eröffnen kann.“

Projekte für Frauen und Technikbildung

Auch Beate Venus gestaltet die Bildungslandschaft nachhaltig. Seit 2019 leitet sie die Schulprojekte beim BFI Burgenland. Sie entwickelt Programme für Frauen und Jugendliche, darunter „FIT – Frauen in Handwerk und Technik“ mit Talente-Checks, Vorqualifizierungen und Intensivausbildungen.

Darüber hinaus koordiniert Venus die MINT-Regionen – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – in Güssing, Jennersdorf und Oberwart. Mit Projekten wie „MOBITA“ bringt sie Technik direkt zu den Schulen. Seit 2020 haben über 7.000 Schülerinnen und Schüler diese Workshops besucht.

Rosa-Jochmann-Preis würdigt drei Frauen der Bildungsarbeit

© LMS Burgenland, Christoph Novak Photography

Die Projekte von Venus zeigen, wie Bildung junge Menschen motiviert, Talente zu entdecken und Wege in zukunftsträchtige Berufe zu eröffnen.

Preisträgerinnen geben Perspektiven

Die Arbeiten der drei Frauen verbinden Kompetenz, Engagement und soziale Verantwortung. Bildungs- und Frauenlandesrätin Daniela Winkler betonte abschließend: „Bildung ist der Schlüssel zur Freiheit. Wer lernt, kann sein Leben selbst gestalten. Besonders im ländlichen Raum brauchen wir Frauen, die Barrieren abbauen und aus dem typisch geprägten altmodischen Rollenbild ausbrechen – sei es der Zugang zur Schule, die Technik-Begeisterung (MINT) oder der zweite Bildungsweg. Die diesjährigen Preisträgerinnen ermöglichen dies mit ihrem Engagement. Sie haben bereits zahlreichen Menschen eine Perspektive gegeben und verändern damit das Burgenland zum Besseren.“