Das Fußballfest beim Ruster Comeback hatte drei Schönheitsfehler
Burgenlandliga
Nach 60 Jahren wieder in der Burgenlandliga: Rust lag nach zwei schweren Fehlern schon nach elf Minuten 0:2 zurück und verlor das Derby gegen St. Margarethen mit 1:3.
Heiße Strafraumszenen in Rust: Stürmer David Kondrlik im Zweikampf mit St. Margarethens Verteidiger Bastian Kucher
© Günther Pavlovics
Rust - St. Margarethen 1:3.„Die machen sich ins Hemd", sagte ein Ruster Fan und schüttelte den Kopf. Rust bestritt das erste Spiel in der höchsten burgenländischen Liga seit 60 Jahren. Hunderte Fans waren gekommen, der Klub hatte eine tolle Kulisse geschaffen. Fans säumten den größten Sportplatz der Burgenlandliga, sie konnten sich in etlichen Kantinen erfrischen. Und dann das - nach elf Minuten stand es 2:0 für St. Margarethen. Aber es waren nicht die Gäste, die die Party gecrasht haben, es waren die eigenen Spieler, die mit Anfängerfehlern den frühen Rückstand herbei geführt hatten.
Ahmed El-Baali sprintete auf linksaußen, setzte nach und bekam den Ball von Ruster Adam Hamdaoui wieder zugespielt. Seinen Pass verlängerte Dominik Csomos auf Marven Ernst, der Youngster blieb cool und machte schon in der 7. Minute den Stimmungskiller. Nur vier Minuten später patzte Slavomir Pagac. Der Slowake sollte mit seinen 29 Jahren eigentlich ein Ruhepol sein. Doch der Innenverteidiger verlängerte einen Abschlag von Philipp Wenzl schlecht mit dem Kopf, Dominik Csomos sprintete dazwischen und erhöhte in der 11. Minute auf 2:0. „Individuelle Fehler passieren", sagte Rust-Trainer Özgür Nurlu zur ersten Lehrstunde in der Burgenlandliga.
„Hoch g'winnen wir es nimmer", zeigte ein Ruster Fan nach dem katastrophalen Start einen Hauch Ironie. Doch er machte die frühe Rechnung ohne die Spieler seiner Mannschaft und die Nachlässigkeit des Gegners. St. Margarethen stellte das Fußballspielen ein. Trainer Franz Lederer arbeitete lautstark dagegen, musste aber analysieren: „Nach der Trinkpause haben wir auf alles vergessen, damit haben wir den Gegner wieder stark gemacht." Die Ruster zogen das offensive Spiel auf, das Trainer Özgur Nurlu sehen wollte. Der machte zwei Umstellungen gegenüber dem Sieg im BFV-Cup in Stotzing. Kevin Salmer verteidigte für Jörg Bitriol rechts, in der Innenverteidiger durfte der Brasilianer Luiz spielen und verdrängte den jungen Ungarn Aron Gönye auf die Bank. Noch vor der Pause wurde Rust für die Bemühungen belohnt. Eine weite Flanke von Andres Manya brachte Salmer zurück zur Mitte, wo Diego Neto genau ins Eck traf (35.).
Es war ein schöner Angriff gegen die St. Margarethner, der Defensive wenig zuließ, obwohl es von der Offensive kaum Entlastung gab. Nach der Pause standen die Gäste noch sicherer, auch weil Lederer umstellte. Philipp Wenzl hatte Probleme mit dem Tempo, ging ins Zentrum, El-Baali wechselte auf die Linksverteidiger-Position. Und der Trainer brachte frische Kräfte. Der ambitionierte Fabian Bayer gewann ein Laufduell gegen zwei Ruster, sein Querpass erreichte via Csomos den ebenfalls eingetauschten Florian Dörfler, der mit dem Joker-Tor nach einer Stunde die Ruster Hoffnungen wieder dämpfte. Im Finish musste sich St. Margarethens Tormann Michael Wenzl nur noch einmal strecken, womit Lederer sagen konnte: „Drei Punkte zum Auftakt. Wir sind defensiv gut gestanden und waren offensiv effektiv." Nurlu meinte: „Das Ergebnis ist zwar nicht wie gewünscht, aber ich habe viele positive Sachen gesehen, die wir mitnehmen können."
Rust - St. Margarethen 1:3 (1:2).
0:1 (7.) Ernst, 0:2 (11.) Csomos, 1:2 (35.) Neto, 1:3 (60.) Dörfler.
SR: Braunschmidt. - 432.
Reserve: 7:0 (Astner 2, Hauptmann 2, Hoc, Stagl, Bitriol),
Rust: Scheit; Kevin Salmer (75. Gönye), Luiz, Pagac, Kovacs (81. Mandalovic); Neto; Fandel (87. Hauptmann), Hamdaoui, Manya (81. Maksimovic), Barbosa; Kondrlik.
St. Margarethen: Michael Wenzl; Granabetter, Jusits, Kucher, Philipp Wenzl; Härtel, El-Baali; Mario Wenzl (58. Bayer), Ernst (58. Dörfler), Grvala (86. Samardzic); Csomos (91. Fortunits).