Trotz 2:0-Führung verspielte Siegendorf noch die Poleposition
Burgenlandliga
Siegendorf hätte den Klassenerhalt in der eigenen Hand gehabt, weil Klingenbach am Samstag nur 2:2 spielte. Aber die Siegendorfer gaben ein 2:0 aus der Hand, spielten gegen Horitschon nur 2:2.
Mehr als 700 Zuschauer sorgen beim Abstiegsschlager zwischen Siegendorf und Horitschon für eine großartige Kulisse
© Günther Pavlovics
Siegendorf - Horitschon 2:2.Die Siegendorfer Spieler sanken nach Schlusspfiff zu Boden, als wären sie abgestiegen. Das war aber noch nicht der Fall, denn man hatte ja nicht verloren - in diesem Fall wäre der Gang in die 2. Liga schon fix gewesen. Doch das 2:2 fühlte sich wie eine Niederlage an, lag man doch schon 2:0 vorne und verspielte die Führung mehr als leichtfertig. „Wir waren dann nicht mit dem Kopf da, haben geschlafen. Das war schon beim 1:1 in St. Margarethen so", sagte Trainer Dominik Wydra.
Mehr als 700 Fans sorgten für eine tolle Kulisse
Die Stimmung im Sportpark in Siegendorf war großartig, waren doch auch etliche Fans aus Horitschon angereist, um ihrer Mannschaft im Abstiegskampf beizustehen. Insgesamt waren mehr als 700 Zuschauer gekommen. Vor allem vor der Pause konnte die Partie mit der Kulisse bei weitem nicht mithalten. Ein Schuss des Siegendorfers Csanad Kozak und einer des Horitschoners Lukas Pollross waren die Highlights vor der Pause. Allerdings nahm die Partie nach Seitenwechsel Fahrt auf und wurde zu einem mitreißenden Fußballspiel. Siegendorf kombinierte sich sehenswert übers Spielfeld, Lukas Grozurek zeigte seine Klasse, umkurvte den Tormann und schoss zur Führung ein. Nach einer Ecke brachte Horitschon den Ball nicht weit genug weg, Keigo Uchida flankte auf Kader Bamba, der mutterseelenallein einköpfeln konnte. Damit schien die Partie gelaufen zu sein. Wydra: „Nach dem 2:0 waren sie mental angeschlagen, aber wir haben es nicht geschafft, die Führung ein paar Minuten länger zu halten, so haben sie wieder Mut geschöpft."
Filmriss bei den Siegendorfern nach der klaren Führung
Nur eine Minute nach dem 0:2 setzten sich zwei Horitschoner gegen sechs Siegendorfer durch. Sebastian Billmaier spielte fast von der Kornerfahne flach auf Manuel Baumgartner, der den Anschlusstreffer erzielte. Wydra: „Das wir zu einfach, da muss einer den Ball im Zentrum klären." Kurz nach dem 1:2 hatte Baumgartner die Chance auf den Ausgleich, doch er lupfte nach einem schnell abgespielten Freistoß den Ball neben das Tor. Siegendorf fand nicht mehr richtig in die Spur, weshalb Horitschon zum Ausgleich kann. Nach einem schmeichelhaften Foulpfiff traf Adam Horvath wunderschön ins Kreuzeck. Und kurz vor Schluss lief Siegendorf noch in einen Konter, doch Billmaier vergab den Matchball.
Beiden Klubs hätte ein Sieg nicht zum fixen Klassenerhalt gereicht. Siegendorf muss jetzt in Halbturn gewinnen und darauf hoffen, dass Klingenbach und Horitschon in der letzten Runde keine drei Punkte machen. Wydra: „Angesichts des 2:2 von Klingenbach am Samstag tut das 2:2 doppelt weh." Denn dann hätte man mit einem Sieg im letzten Spiel in Halbturn den Klassenerhalt in der eigenen Hand gehabt. So aber gab man die Poleposition aus der Hand.
Horitschon konnte mit dem Punkt etwas besser leben. Er bedeutete zwar nicht die beste Ausgangslage im Abstiegskampf, aber zumindest lässt man Siegendorf hinter sich. „Es sind trotzdem gemischte Gefühle. Schaut man sich die Ausgangslage und die Rahmenbedingungen an, haben wir sicher wieder das Maximum rausgeholt“, bilanzierte Cheftrainer Luca Wirtitsch.
Statistik
Siegendorf - Horitschon 2:2 (0:0).
1:0 (54.) Grozurek, 2:0 (63.) Bamba, 2:1 (64.) Baumgartner, 2:2 (81., Freistoß) Horvath.
SR: Tekeli, 712.
Siegendorf: Krepelka; Lukas Dostal (41. Cuhadar), Bamba, Wydra, Bedics; Marko; Shimooka (71. Luhn), Uchida, Kozak, Grozurek; Josic.
Horitschon: Ratkai; Cichos, Ackerler, Niklas Lehner, Friedl; Schedl; Pollross (60. Billmaier), Horvath (91. Konrad); Bastian Lehner, Baumgartner, Nico Wessely.
Reserve: Nichtantreten.