Im Leinner-Haus in Eisenstadt, wo vor einem Jahrhundert das burgenländische Landesmuseum gegründet wurde, eröffnete eine prominente Runde die Jubiläums-Schau, die sich im Österreichischen Jüdischen Museum fortsetzt. Gegenüber des jetzigen Museums-Standortes, der gerade umfassend saniert wird ...
5.000 tanzten mit DJ Padre Guilherme in Mörbisch
„Cross Pulse Pannonia“
Das Burgenland war die Bühne für den ersten Auftritt des portugiesischen Priesters und DJs im deutschsprachigen Raum, und das wurde entsprechend gefeiert: Padre Guilherme begeisterte auf der Seebühne Mörbisch mehrere tausend Fans, die Diözese Eisenstadt hatte auch rund um den Event für ein tolles Rahmenprogramm gesorgt.
© Julian Fözö
Schon am Nachmittag füllte sich das Festivalgelände in Mörbisch, vor allem viele junge Besucherinnen und Besucher zog es zu „Cross Pulse Pannonia“: Die Diözese Eisenstadt hatte die Großveranstaltung unter den Titel „The Sound of Hope“ gestellt, und DJ Padre Guilherme löste das Versprechen mit seiner Musik ein. Mit tanzbaren Beats und großer Show sorgte der DJ-Priester aus Portugal für Begeisterung auf der Seebühne.
Bis zu 1.000 Menschen waren am Nachmittag schon beim gemeinsamen Gottesdienst dabei, dem Diözesanbischof Ägidius J. Zsifkovics vorstand, Pater Manuel Sandesh hielt die Predigt und brachte seine Botschaft dabei auch in Rap-Form vor. „Lobt ihn mit Trommel und Tanz, lobt ihn mit Saiten und Flöten“, wie es im Psalm 150 heißt - in Mörbisch wurde dieser Vers auf ganz besondere Weise lebendig.
Bekannt ist Guilherme Peixoto spätestens seit 2023, als er beim Weltjugendtag in Lissabon vor 1,5 Millionen Menschen auftrat, auf Instagram hat der Geistliche mehr als drei Millionen Follower - und jetzt kennt er auch das Burgenland. Die Show auf der Seebühne wurde mit elektronischen Klängen, mit Chören, Glocken und spirituellen Elementen auf den Videowalls auch zum Zeichen des modernen Glaubens.
Am Nachmittag war die Mörbischer Seewiese Treffpunkt für Jung und Alt beim abwechslungsreichen Rahmenprogramm: Riesenwuzzler, Tauziehen und andere Geschicklichkeitsspiele gab's ebenso wie Fotobox und verschiedene Kreativstationen. Auch ein Rap-Workshop und „Faith Fashion“ griffen die Verbindung von Jugendkultur, Kreativität und Glauben auf. Dazu kamen Infostände rund um kirchliche und soziale Angebote.
Wichtiger Teil des Nachmittags waren zudem die Begegnungs- und Gesprächsangebote. Die Festivalseelsorge und die Young Caritas luden dazu ein, in ungezwungener Atmosphäre über persönliche Fragen, den Alltag, Glauben oder das Leben ins Gespräch zu kommen. Ergänzt wurde das Programm durch spirituelle Impulse, christliche Musik- und Rap-Elemente sowie weitere Angebote.
Ähnlich innovative Zugänge zum christlichen Glauben wie Padre Guilherme erschließt hierzulande Franziskanerpater Sandesh Manuel. Der indisch-österreichische Seelsorger, Rapper, Blogger und Maler lud vor dem Techno-Hauptact bei einer Messe mit rund 1.000 Jugendlichen in Mörbisch dazu ein, sich immer wieder auf Neues einzulassen - ganz im Sinne des heiligen Franz von Assisi und dem Motto: „Kirche darf laut, fröhlich und lebendig sein!“
Nach dem Auftritt von Padre Guilherme zeigte sich auch Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics vom gelungenen Versuch, „neue Wege in der Kirche im Burgenland zu gehen“, angetan. Der Bischof hatte Padre Guilherme in Kosice in der Slowakei kennengelernt und für ein Techno-Event ins Burgenland eingeladen. Eine Fortsetzung des Veranstaltungsformats sei bereits für das kommende Jahr angedacht und geradezu „eine Verpflichtung“, wie Bischof Zsifkovics sagte.
Mörbisch solle nicht nur die Kultur- und Musikszene bespielen, sondern zur Evangelisierung beitragen, hofft der Bischof: „Von hier aus, im Herzen Europas, soll das Evangelium wieder neue Kraft gewinnen, vor allem die Jugend wollen wir mitnehmen.“ Von hier, wo früher der Eiserne Vorhang Europa durchschnitt, möge gemäß dem Festival-Motto „Sound of Hope“ Hoffnung ausgehen, die gerade heute so dringend gebraucht werde.
Zu seinem eigenen Wirken erklärte der Techno-Padre, der hauptberuflich Pfarrer unweit von Braga und portugiesischer Militärseelsorger ist und eine DJ-Ausbildung in Porto absolvierte, dass er mittels elektronischer Tanzmusik den Kern der christlichen Botschaft vermitteln wolle: „Ganz im Sinn von Psalm 150 in der Bibel sollen wir alle Instrumente nützen, um Gott zu loben und zu preisen - auch mit Techno-Musik.“
Nach seinen Auftritten sollen die Leute glücklich nach Hause gehen, „dann können sie auch über die Message nachdenken“, ergänzte der Priester. „Wir müssen unsere Arbeit in den Kirchen machen, aber wir müssen auch hinausgehen und Jesus und seine Botschaft zu den Menschen bringen“, ist Padre Guilherme überzeugt: „Junge Menschen müssen stolz auf ihren Glauben sein, müssen stolz darauf sein, dass sie Christen sein dürfen.“
Videos zum Auftritt von DJ Parde Guilherme findet ihr auch bei der BVZ auf Instagram!