Haustierstudie: Rekord beim Hundebesitz
Darüber spricht das Land
Das Burgenland hat österreichweit den höchsten Hundeanteil. Und den meisten Haustieren scheint es gut zu gehen. Laut der neuesten Studie werden die Tiere immer älter. Es gilt aber auch vieles zu beachten, damit es Hund, Katze und Co. gut geht. Die BVZ fragte bei Expertinnen und Experten nach.
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Laut Heimtierdatenbank sind im Burgenland mit Stand 21. Mai 39.176 Hunde und 417 Katzen registriert. Während Hunde verpflichtend gekennzeichnet und registriert werden müssen, ist dies bei den Miezen nur für Katzen vorgeschrieben, die zur Zucht verwendet werden.
Die burgenländische Tierschutzombudsfrau Gabriele Velich appelliert aber an alle Katzenhalter, ihre Tiere chippen und registrieren zu lassen: „Wenn eine Katze aufgefunden wird, kontrolliert der Tierarzt den Chip und kann sie zuordnen“, erklärt sie.
Das Burgenland ist das Bundesland mit dem höchsten Hundeanteil: Auf 100.000 Einwohner kommen 13.776 Hunde. Eine aktuelle Erhebung der Österreichischen Heimtierfuttermittel Vereinigung (ÖHTV) und des österreichischen Zoofachhandels ergab, dass in fast jedem zweiten österreichischen Haushalt ein Haustier lebt. In 33 Prozent der Haushalte im Burgenland und Niederösterreich befindet sich eine Katze, in 24 Prozent ein Hund (siehe auch Grafik).
© Quelle: ÖHTV, Grafik: BVZ
Haustiere werden dank guter Haltung immer älter
Erfreulich ist, dass die Haustiere offenbar immer älter werden. „Die Anteile an Hunden und Katzen, die über zehn Jahre alt sind, sind in den letzten fünf Jahren gestiegen. Dafür sorgt eine ausgewogene Ernährung in Verbindung mit einer guten medizinischen Versorgung“, sagt Hermann Habe, Präsident der ÖHTV.
Der Besitz vieler exotischer Tiere, die besondere Ansprüche an Haltung und Pflege stellen, muss bei der zuständigen Bezirkshauptmannschaft gemeldet werden. Dazu zählen alle Reptilien, Amphibien und Fische, die in Freiheit mehr als einen Meter lang werden, aber auch wildlebende Säugetiere und Vögel.
Von Jänner 2020 bis März 2023 wurden im Burgenland 342 Reptilien gemeldet - darunter Tiere wie die Griechische Landschildkröte, Teppichpython und Bartagamen - sowie 18 Amphibien - beispielsweise ein Korallen-Laubfrosch oder ein Axolotl. 158 Vögel wie Graupapagei oder Wanderfalke wurden bei den Bezirkshauptmannschaften registriert und elf exotische Säugetiere wie Känguru und Erdmännchen.
In burgenländischen Haushalten dürfen laut Landessicherheitsgesetz nur maximal vier Hunde und/oder acht Katzen gehalten werden. Es gibt einige Ausnahmen, zum Beispiel dürfen Welpen bis zu ihrem sechsten Lebensmonat gemeinsam mit dem Muttertier gehalten werden.
Die Abnahme von Tieren bei unzumutbaren Haltungsbedingungen sowie die Unterbringung abgenommener Tiere erfolgt über die Amtstierärzte, heißt es aus der Landesveterinärdirektion. „Es wird bedarfsorientiert kontrolliert“, erläutert die burgenländische Tierschutzombudsfrau Gabriele Velich.
„Wenn Personen auffällt, dass ein Hund schlecht gehalten wird, sollen sie bitte den Amtstierarzt bei der zuständigen Bezirkshauptmannschaft kontaktieren“, empfiehlt sie.
110 Katzen und Hunde leben im Tierschutzhaus
Im Sonnenhof, dem Tierschutzhaus des Landestierschutz Burgenland, leben zur Zeit 110 Hunde und Katzen, sechs Kaninchen, zwei Schildkröten und eine Bartagame.
Wie Wolfgang Böck, Geschäftsführer des Landestierschutz Burgenland, berichtet, wurden im Vorjahr 500 Tiere neu aufgenommen, 450 haben das Tierschutzhaus wieder verlassen. „Grundsätzlich ist das Ziel, alle Sonnentiere zu vermitteln! Bei einigen Tieren dauert dies aufgrund des Alters, körperlicher oder gesundheitlicher Einschränkungen sowie Verhaltensauffälligkeiten länger als bei anderen“, informiert er.
Gerade bei den Hunden nehme die Anzahl schwer vermittelbarer Hunde zu – die häufigste Ursache seien Verhaltensauffälligkeiten, die oft monate- bis jahrelange Resozialisierungsmaßnahmen erfordern.
Apropos Verhaltensauffälligkeiten: „Natürlich brauchen gefährliche Hunde Leine und Beißkorb, ich bin aber gegen Zwangsmaßnahmen für alle, sonst gibt es bald nur mehr verhaltensauffällige Hunde“, warnt Gabriele Velich. Tendenzen, gesamte Gemeindegebiete unter Leinen- und Beißkorbpflicht zu stellen - hält sie für bedenklich: „Das ist Tierquälerei!“, sagt die Tierexpertin.
Beim Sonnenhof achtet man sehr genau darauf, Tiere nur dorthin zu vermitteln, wo ihnen ein gutes Umfeld geboten werden kann. „Wir setzen auf ein ausgedehntes Vergabeverfahren, bei dem der persönliche Kontakt zu den Interessenten und individuelle Beratung im Vordergrund stehen“, erklärt Wolfgang Böck. „Fern- oder Onlinevermittlungen führen wir nicht durch. Die im nationalen Vergleich verschwindend geringe Rücklaufquote bestätigt immer wieder, dass sich dieser Mehraufwand bei der Vermittlung für Mensch und Tier gleichermaßen lohnt.“
Stimmen zum Thema Haustiere

© zVg Velich, Seidl+Seidl
Gabriele Velich, Tierschutzombudsfrau Burgenland: „Hunde müssen verpflichtend gechippt werden, ich empfehle aber auch, freilaufende Katzen chippen und registrieren zu lassen. Derzeit ist das nur für Katzen vorgeschrieben, die zum Züchten verwendet werden. Selbst wenn es die eigene Katze ist, kann es nach einigen Wochen der Abgängigkeit schwierig sein, diese wiederzuerkennen. Mit Chip lassen sich aufgefundene Katzen ganz einfach ihren Haltern zuordnen.“

© Verein Landestierschutz Burgenland, Seidl+Seidl
Wolfgang Böck, Geschäftsführer Landestierschutz: „Bitte keine unüberlegten Tierkäufe und keine Importe aus dem Ausland, die viel zu oft aus dem illegalen Tierhandel stammen! Wenn man sich ausgiebig im Kreise aller Betroffenen mit dem Thema auseinandergesetzt und für die Aufnahme eines Tieres entschieden hat, dann bitte zuerst an die Tiere in den stets überfüllten österreichischen Tierheimen denken. Es gibt sehr viele gute Gründe, ein Tier aus dem Tierheim aufzunehmen.“

© Austria Pet Food, Roland Schuller
Bernd Berghofer, Geschäftsführer Österreichische Heimtierfuttermittel-Vereinigung: „Wir merken, dass das Thema Ernährung für Tierbesitzer wichtig ist. Man ernährt das Tier genauso bewusst, wie die Kinder oder sich selbst. Mittlerweile gibt es ein enorm breites Futtersortiment in den Tierfachhandlungen.
Jeder Trend in der Humanernährung findet sich auch bei der Heimtiernahrung wieder, etwa Functional Food mit Zusatznutzen, Produkte mit regionalen Zutaten oder Produkte mit kurzer Zutatenliste und wenigen Zusatzstoffen. Auch alternative Proteinquellen wie Insekten, Erbsen- oder Soja sind ein Thema.“