Leben ist teuer, das Sterben auch

Darüber spricht das Land

Allerheiligen ist Anlass, sich mit der letzten Ruhestätte zu befassen. Was kostet eigentlich eine Beisetzung im Burgenland und welche Alternativen zum klassischen Friedhof gibt es? Und: Was ist bei nach einem Todesfall alles zu bedenken?

Von elisabeth kirchmeir

Leben ist teuer, das Sterben auch

© Shutterstock/wideonet, wideonet

Im Burgenland sind zwei Formen der Bestattung möglich: die Erdbestattung und die Feuerbestattung. Während die Erdbestattung einer Leiche in einem Sarg nur auf Friedhöfen möglich ist, gibt es für die Beisetzung oder Aufbewahrung einer Urne mehrere Optionen.

Hauptakteure bei Beisetzungen sind Bestattungsunternehmen. Sie versorgen den Verstorbenen, überführen diesen und bieten Särge in unterschiedlichen Ausführungen an. Sie kümmern sich auf Wunsch der Angehörigen um die Organisation der Trauerfeier, um Blumenschmuck, Traurredner und Partezettel.

Der Betreiber jenes Friedhofs, auf dem die verstorbene Person beigesetzt wird, verrechnet Friedhofsgebühren. Dazu zählen die Kosten für die Grabnutzung, die meistens für zehn Jahre verrechnet werden, für Urnengrabstellen, Urnennischen, für die Benützung der Aufbahrungshalle und dessen Reinigung.

In Eisenstadt zahlt man etwa für ein Erdgrab bis zum zweifachen Belag eine Zehnjahresgebühr von 291,20 Euro, für Grüfte werden 872,50 Euro fällig. Eine Urnennische kostet am Stadtfriedhof Eisenstadt 874,20 Euro, in den Friedhöfen St. Georgen und Oberberg zahlt man 1.620,10 Euro.

Weiters sind Beisetzungsentgelte zu bezahlen. In Eisenstadt zahlt man für ein Beisetzung in einem Grab mit einfacher Tiefe - das sind 1,80 Meter - 145,60 Euro, bei 2,40 Meter sind es 435,70. Die Versenkungsvorrichtung für den Sarg ist dabei schon inkludiert.

Leben ist teuer, das Sterben auch

© BVZ/Kirchmeir

„Feuerbestattungen haben“, informiert Joachim Aufner, Innungsmeister der Bestatter im Burgenland, „in den letzten Jahren stark zugenommen.“ Betrug der Anteil der Feuerbestattungen 2019 noch 22,2 Prozent, so waren es im Vorjahr 44,5 Prozent der Bestattungsfälle im Burgenland.

Immer mehr Menschen wünschen sich eine alternative Beisetzung außerhalb des klassischen Ortsfriedhofs. Stark nachgefragt sind sogenannte Naturbestattungen. Im Burgenland ist das etwa im Parkfriedhof Lutzmannsburg, im Phoenasos Privatfriedhof in Parndorf oder seit Mitte 2025 im Waldfriedhof Eisenstadt möglich. Alle drei Einrichtungen ermöglichen die Beisetzung von Urnen. im Phoenasos Privatfriedhof ist auch die Beisetzung von Haustieren bis zu einem Gewicht von 50 Kilo möglich.

Der Parkfriedhof Lutzmannsburg wurde bereits 2010 eröffnet. Auf eingefriedete Einzelgräber wird dort verzichtet, die Urnen werden in den Rasenflächen des Parks beigesetzt, Gedenktafeln mit den Namen der Verstorbenen befinden sich entlang der Spazierwege. Wo genau sich die Urne befindet, kann man mittels Touch-Screen vor Ort abfragen.

Mittels Live-Webcam kann der Parkfriedhof auch von zuhause aus „besucht“ werden. Vier Live-Kameras zeigen die unterschiedlichen Parkbereiche mit den Bezeichnungen „Feuer“, „Erde“, „Luft“ und „Wasser“, dazu kommt eine weitere Live-Cam, die man digital bewegen und steuern kann.

Die anonyme Urnenbeisetzung kostet pro Ascheurne einmalig 480 Euro. Dazu kommt ein Mitgliedsbeitrag von 96 Euro beim Betreiberverein. „Es entfällt sämtlicher finanzieller Aufwand für Grabsteine, Grabpflege oder die Verlängerung der Nutzung“, sagt Obmann Erich Jordan.

Im Parkfriedhof Phoenasos werden Urnenplätze in einer Baum-Allee, beim Rosen-Pavillon, beim Wein-Pavillon, bei einem Baumkreis oder in einer Rosenzeile angeboten. Auf Wunsch kann man eine Urne auch an der letzten Ruhestätte des geliebten Haustieres beisetzen lassen.

Betrieben wird der Parkfriedhof Phoenasos vom Neusiedler Bestattungsunternehmen Hitzinger. „Die Nachfrage steigt enorm“, sagt Gala von See, Partnerin des Friedhof-Betreibers. „Der Trend geht in Richtung Kremierung, Naturgrab und individuelle Gestaltung.“ Die jüngere Generation sei nicht mehr wie deie Menschen früher bereit, Gräber laufend zu pflegen. Dieser Aufwand entfällt, wenn man sich für eine Beisetzung im Privatfriedhof entscheidet.

Leben ist teuer, das Sterben auch

© Klaus Zwinger

„Die Kosten liegen bei zirka 160 Euro pro Jahr“, berichtet Gala von See. Wird eine Urne mit menschlichen Überresten beigesetzt, so ist man auf zehn Jahre gebunden, bei Tieren sind es drei Jahre. Die Verabschiedungshalle kann man bereits um 50 Euro mieten. Mietet man einen Platz in der Urnenwand, so sind pro Jahr 100 Euro Baukostenzuschuss fällig.

Bestattung Koch in Eisenstadt betreibt seit Mitte 2025 einen Waldfriedhof. Das Areal liegt an der Straße nach Stotzing. „Fast vier Jahre lang hat es gedauert, bis alle Vorbereitungen abgeschlossen waren“, berichtet Arabella Koch-Ulrich. Einen Teil der Waldfläche pachtete sie von einer Freundin, einen zweiten Teil von der Stadtgemeinde Eisenstadt. Beisetzungen finden bereits laufend statt. „Wir hatten Kunden, die darauf warteten“, sagt Arabella Koch-Ulrich.Die Namen der beigesetzten Verstorbenen findet man eingraviert in einem Steinkreis.

Weil rund um Tod und Beisetzung so hohe Kosten auftreten, entscheiden sich immer mehr Menschen für eine Bestattungsvorsorge. „Am Land muss man mit Kosten zwischen 6.000 und 7.000 Euro rechnen“, sagt Markus Frank von der Wiener Städtischen in Eisenstadt. Schließt man im Alter von 35 Jahren eine Bestattungsversicherung ab, so sind monatlich 35 Euro Prämie zu bezahlen.

„Nach zwei Jahren hat man die volle Summe zur Verfügung“, informiert der Versicherungsberater. „Wichtig ist, dass man den eigenen Kindern nicht zur Last fällt und diese im Todesfall keinen Kredit aufnehmen müssen. Eine Bestattungsversicherung sollte jeder machen.“

Sind keine Angehörigen da, die sich um die Bestattung eines Verstorbenen kümmern, und wird die Leiche auch nicht an ein anatomisches Institut übergeben, so muss jene Gemeinde die Bestattungskosten übernehmen, in der die verstorbene Person ihren Hauptwohnsitz hatte. Kann kein Hauptwohnsitz ermittelt werden, so ist jene Gemeinde zuständig, in der die Leiche aufgefunden wurde.

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© Klaus Zwinger

Todesfall: Was ist zu tun?

Das burgenländische Leichen- und Bestattungsgesetz regelt die Vorgangsweise rund um Tod und Beisetzung.

Jede Leiche muss einer Totenbeschau unterzogen werden. Diese Totenbeschau dient der Feststellung des sicheren Todes und der Todesursache. Bis zur Durchführung der Totenbeschau muss man die Leiche am Sterbeort belassen. Jeder/jede Tote muss bestattet werden, und zwar frühestens 24 Stunden und längstens acht Tage nach der Totenbeschau.

Als Bestattungsarten sind die Erdbestattung und die Feuerbestattung erlaubt. Erdbestattungen sind auf Friedhöfen zulässig, Einäscherungen müssen in behördlich genehmigten Feuerbestattungsanlagen erfolgen.

Will man die Urne zuhause aufbewahren, so ist die Bewilligung des Grundstückseigentümers einzuholen und ein Antrag beim Bürgermeister zu stellen. Ein Verstreuen der Asche ist verboten. Auch eine Beisetzung in burgenländischen Gewässern ist nicht gestattet.

Stimmen zum Thema Allerheiligen

Monika Metzner, Innungsmeister-Stellvertreterin der Gärtner und Floristen:„Das festliche Schmücken von Gräbern hat rund um Allerheiligen einen großen Stellenwert. Florale Gestecke von klassisch mit Chrysanthemen oder Calluna bis modern schaffen eine Atmosphäre des Erinnerns. Dabei steht Individualität immer mehr im Vordergrund, etwa indem die Lieblingsblumen des Verstorbenen gewählt werden.“

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© Wirtschaftskammer Burgenland

Michael Goldenitsch, Innungsmeister der Bäcker:„Ein fester Bestandteil des Brauchtums rund um Allerheiligen ist der Striezel. Als geflochtenes Gebäck aus Germteig symbolisiert er Trost und Hoffnung. Ursprünglich als Gabe für Patenkinder gedacht, steht er heute für familiäre Verbundenheit und das gemeinsame Gedenken. Ein guter Allerheiligenstriezel sollte flaumig, buttrig und nicht zu süß sein, da ja noch Hagelzucker daraufkommt.“

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© Wirtschaftskammer Burgenland

Roman Toth, Berufsgruppensprecher der Steinmetze: „Vor Allerheiligen rückt die Sicherheit von Grabstätten in den Vordergrund. Die burgenländischen Steinmetzbetriebe sind auf den Friedhofsbereich spezialisiert, errichten Grabsteine fachgerecht und übernehmen die vorgeschriebene Überprüfung der Standfestigkeit. Bitte keinesfalls selbst einen Kipptest oder eine Rüttelprobe machen, sondern Grabanlagen durch den Profi überprüfen lassen.“

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© Wirtschaftskammer Burgenland