Urlaub: Wohin geht die Reise?
Darüber spricht das Land
Auch wenn gespart werden muss: Der heiß ersehnte Sommerurlaub bleibt ein Fixpunkt im Kalender. Die BVZ-Familie verbringt ihren Urlaub am liebsten am Meer, wie eine Schnellumfrage auf Instagram ergeben hat.
Wer Aktivurlaube liebt, ist im Burgenland genau richtig.
© Österreich Werbung / Martin Steinthaler, Martin Steinthaler | tinefoto.co
Sieben von zehn Österreichern haben ihren Sommerurlaub fix geplant - das ist das Ergebnis der Deloitte Summer Survey 2026. Ein Fünftel wird nicht verreisen - überwiegend aus finanziellen Gründen. 12% sind sich in der Reiseplanung noch unsicher.
Fast drei Viertel der Menschen machen Urlaub in Europa, mehr als ein Drittel bleibt in Österreich. Nur 15% gaben an, ihren Sommerurlaub auf einem anderen Kontinent zu verbringen.
Unsere (nicht repräsentative) BVZ-Umfrage ergab, dass mehr als die Hälfte der Teilnehmenden ihren Urlaub am liebsten am Meer verbringt, ein Viertel zieht es in die Berge. 14% bleiben daheim und 7% machen eine Städtereise.
© Grafik: Anna Kunczer/BVZ
Die Deloitte Summer Survey ergab, dass sechs von zehn Menschen mit dem privaten PKW in Urlaub fahren, vier von zehn steigen ins Flugzeug. Ein Fünftel nimmt auch mal den Zug, nur 8% den Bus.
Im Vergleich zum Vorjahr ist das durchschnittliche Reisebudget pro Person leicht gesunken: 1.336 Euro geben Reisende heuer im Durchschnitt aus, im Vorjahr waren es 1.444 Euro. Sechs von zehn Befragten gaben an, beim Urlaub sparen, etwa, in dem am Urlaubsort weniger Geld ausgegeben wird. Schnäppchen-Urlaube sind bei18% gefragt, 15% suchen gezielt nach günstigen Unterkünften. 13% haben die Aufenthaltsdauer gekürzt, um mit dem Urlaubsbudget über die Runden zu kommen.
„Wir merken, dass viele Last-Minute-Reisen gebucht werden“, sagt Vanda Fank vom Reisebüro Bestpreisguru Travel Concept Store in Großpetersdorf. Zwei Monate lang sei es wegen der globalen Krisen ruhig gewesen, „jetzt sind die Kunden da, weil sie trotzdem fliegen wollen“, sagt die Reiseexpertin.
Beliebte Reiseziele: Türkei, Ägypten, Spanien
Ganz oben auf der Hitliste der Urlaubsdestinationen stehen die Türkei, Ägypten - inklusive Rundreisen, Nilkreuzfahrt und Kairo-Besuch -, Griechenland und Spanien.
Komplett versandet ist hingegen das Interesse an den Vereinigten Arabischen Emiraten. „Dubai war voriges Jahr stark gebucht, derzeit empfehle ich es als Urlaubsdestination nicht“, sagt die Reisebüro-Betreiberin.

© bestpreisguru
Dass die Preise stark gestiegen seien, kann sie nicht bestätigen: „Man kann ums gleiche Geld wegfliegen wie voriges Jahr“, informiert Vanda Fank. Man muss nur flexibel sein und z. B. auf die Flughäfen Graz und Bratislava ausweichen.
3.500 bis 5.000 Euro kostet ein einwöchiger Türkei-Urlaub für eine Familie mit zwei Kindern, „in der Hauptsaison und all-inclusive“, wie Vanda Fank sagt.
Ihre Kunden kommen meist mit Vorinformationen ins Reisebüro: „Viele vergleichen mit KI und Internetsuche und finden dann oft interessante Informationen über Hotels, die aber oft nicht stimmen“, warnt sie. Man sollte Zimmerbeschreibungen, Reisebestimmungen und Preise besser noch einmal vom Spezialisten checken lassen, empfiehlt sie.
Steigende Spritpreise: Strategien der Reisenden
Die Spritpreise schnellen derzeit wieder in die Höhe. 27% der Reisenden praktizieren daher einen spritsparenden Fahrstil, wie Deloitte in der Summer Survey erhoben hat. 16% planen, weniger Kilometer mit dem Auto zurückzunehmen, 13% wollen vermehrt öffentliche Verkehrsmittel nützen, weitere 13% wählen Reiseziele, die nicht so weit entfernt sind.
Am nächsten sind dabei Reiseziele im eigenen Land und da punktet der Neusiedler See mit seinen Reizen. Einer IMAS-Studie zufolge kennen vier von fünf Österreichern den Neusiedler See, womit dieser hinsichtlich der Bekanntheit auf Platz 2 hinter dem Wörthersee rangiert. Knapp drei Viertel bezeichneten die Seeregion Neusiedler See als sehr attraktiv oder eher attraktiv, etwa die Hälfte bekundete Interesse an einem Urlaub oder Tagesausflug.
Deutliche Zuwächse verzeichnete der Tourismus im Burgenland im Mai. Im Vergleich zu 2025 stieg die Zahl der Ankünfte um 7,4% auf 254.561. Um ein Viertel mehr Nächtigungen wurden von deutschen Gästen verzeichnet, bei ungarischen Gästen lag das Plus bei 21%. Zuwächse gab es auch bei den Nächtigungen der Gäste aus Niederösterreich, Oberösterreich und Wien.
Dass der Urlaub im Heimatbundesland geschätzt wird, zeigen die Zahlen ebenfalls: „Von Jänner bis Mai 2026 wurden 75.639 Nächtigungen und 27.042 Ankünfte von Burgenländer:innen im Burgenland verzeichnet“, informiert der Burgenland Tourismus. 2025 waren es insgesamt 229.885 Nächtigungen, das sind statistisch 0,76 Nächte pro Einwohner.
Deutlich unter dem Österreichschnitt liegen die Burgenländer beim Wunsch, im Sommerurlaub weniger Zeit vor Bildschirmen zu verbringen. Nur 53,8% der Burgenländer wollen laut einer Umfrage des Online-Marktplatzes refurbed im Urlaub ihr Smartphone weniger oft nutzen, österreichweit sind es fast zwei Drittel. Knapp 70% der Burgenländer planen einen bildschirmfreien Tag, österreichweit wären mehr als drei Viertel dafür zu haben.
Pause fürs Smartphone - so geht's:
- Benachrichtigungen deaktivieren: Refurbed empfiehlt, Apps zu deinstallieren oder sich auszuloggen oder zumindest die Benachrichtigungen ausschalten. Weitere Option: Flugmodus einschalten.
- Fotos erst am Abend ansehen und teilen: Untertags werden die schönsten Urlaubsmomente am Handy gespeichert, abends im Hotel lässt man den Tag Revue passieren, wählt die besten Fotos und Videos aus und teilt sie mit den Liebsten zuhause oder auf Social Media.
Feiner Sand, bunte Muscheln, historische Steine: Nicht alles, was man im Urlaub findet, darf man mitnehmen. Für illegale Mitbringsel drohen Geldstrafen von bis zu 80.000 Euro oder gar eine Freiheitsstrafe. Mit folgenden Tipps gehen Sie auf Nummer sicher:
Kroatien: Das Mitnehmen bestimmter geschützter Muscheln ist verboten.
Italien: Sand und Muscheln dürfen nicht mitgenommen werden.
Griechenland: Archäologische Gegenstände dürfen nur mit Genehmigung ausgeführt werden. Das gilt auch für Steine, die man bei historischen Stätten findet.
Frankreich: Geschützte Pflanzen oder Naturmaterialien dürfen nicht mitgenommen werden.
Spanien: Muscheln, Vulkansteine und Fossilien sind vor unbefugter Ausfuhr geschützt.
EU-Ausland:Die Einfuhr von Lebensmitteln, Tieren, Pflanzen und Samen aus Drittländern ist nur eingeschränkt erlaubt. Exotisches Obst, etwa Mangos oder Zitrusfrüchte, wird vom Zoll am Flughafen Wien regelmäßig beschlagnahmt. Auch Honig und Fleisch dürfen aus Nicht-EWR-Ländern nicht mitgenommen werden. Verboten ist auch die Minahme von Dekoartikeln, etwa Polsterbezügen aus Tierfellen oder Schlangenbein.
Wer arbeitet, hat ein Recht auf Urlaub. Hier sind die Tipps der Arbeiterkammer Burgenland für entspannte Ferien:
Immer erreichbar?Zwischen Pool und Bar mal schnell dienstliche Mails beantworten? Den Anruf des Chefs am Diensthandy entgegennehmen? Das muss man nicht - die Rechtslage ist laut Arbeiterkammer eindeutig: Arbeitnehmer können es ablehnen, im Urlaub in Bereitschaft zu sein und Leistungen zu erbringen. „Ein Diensthandy verpflichtet nicht dazu, die wichtige Erholungs- und Ruhezeit zu unterbrechen“, erklärt AK-Rechtsexperte Mag. Helmut Steiger.
Im Urlaub krank?Dauert die Krankheit länger als drei Tage, so wird der Urlaub unterbrochen. Die Erkrankung darf dabei nicht vorsätzlich oder grob fahrlässig herbeigeführt worden sein. Wichtig zu wissen: Der Arbeitgeber muss nach spätestens drei Tagen informiert werden und beim Dienstantritt muss eine Krankenstandsbestätigung vorgelegt werden.
Der Urlaub verfällt?Hat man viel Urlaub angesammelt, so tritt eine Verjährung erst zwei Jahre nach Ende jenes Jahres ein, in dem der Urlaubsanspruch entstanden ist. Der Arbeitgeber muss über die Verjährung informieren. „Geld statt Urlaub ist während eines aufrechten Arbeitsverhältnisses verboten, denn Urlaub dient der Erholung“, sagt AK-Experte Steiger. Erst bei einer Beendigung des Arbeitsverhältnisses kann offener Urlaub als Ersatzleistung ausbezahlt werden.