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Wir sind Song Contest!
Darüber spricht das Land
Viele Fans fiebern dem Eurovision Song Contest-Finale am 16. Mai 2026 in Wien entgegen, der heuer auch besonders Burgenländisch ist: Mit Benjamin Gedeon - Künstlername COSMÓ - steht ein 19-jähriger Halbturner auf der Bühne, auch die Sicherheit, Regie und Public Viewing ist in pannonischen Händen.
ESC-Star COSMÓ mit Gitarrist Sandro Humitsch bei der Opening Ceremony am 10. Mai vor dem Wiener Rathaus.
© ORF/Roman Zach-Kiesling, Roman Zach-Kiesling
„Es gibt ganz, ganz viele burgenländische Fans!“, freute sich das junge Showtalent am Sonntag, 10. Mai 2026, bei der Opening Ceremony für den Eurovision Song Contest (ESC) am Wiener Rathausplatz. „Im Herzen bin ich noch immer im Burgenland“, verriet COSMÓ, der nach der Matura am Gymnasium in Neusiedl am See in Wien ein Zahnmedizin-Studium begann.
Geboren wurde Benjamin Gedeon in Budapest. Als er zwei Jahre alt war, übersiedelte die Familie ins Burgenland. In seiner Heimatgemeinde Halbturn ist man besonders stolz auf den erfolgreichen Sänger mit dem blauen Stern über dem rechten Auge, dem künstlerischen Markenzeichen von COSMÓ.
„Bei verschiedenen Events erwähnte der Herr Bürgermeister, dass die Halbturner mit Ben mitfiebern“, erzählt Nora Gedeon, Mutter des österreichischen Song Contest-Finalisten. „Es wird sogar am 16. Mai ein Public Viewing im Ort veranstaltet, darüber freuen wir uns sehr“, sagt Nora Gedeon.
Sie selbst wird gemeinsam mit ihrem Mann, ihrem älteren Sohn Florian und dessen Freundin das Finale in der Stadthalle Wien live miterleben. Die übrige Familie wird vor den TV-Geräten mitfiebern.
Als Benjamin Gedeon vier Jahre alt war, besuchte er bei Musikschuldirektorin Johanna Ensbacher in Neusiedl am See den Kurs Elementares Musizieren. „Danach nahm er für über zehn Jahre Klavierunterricht und belegte die Fächer Musikkunde und Gitarre“, berichtet die Musikschuldirektorin.
Benjamin sei von Anfang an sehr interessiert an der Musik gewesen. „Schnell bemerkte ich im Gruppenunterricht seine besonders große Aufmerksamkeit und Freude am Musizieren“, erinnert sich Johanna Ensbacher. Rhythmus, Singen und Tanzen seien schon damals ganz sein Element gewesen. „Das war sonnen- oder besser sternenklar“, spielt die Musikschuldirektorin auf das Markenzeichen ihres ehemaligen Schülers an.
14 Jahre lang nahm Benjamin Gedeon Unterricht an der Musikschule in Neusiedl am See. „Das ist eine lange Zeit, in der wir ihn bestmöglich unterrichten, beraten und begleiten durften“, sagt Johanna Ensbacher. „Darauf sind wir als Team besonders stolz.“
Dem Song „Tanzschein“, mit dem COSMÓ beim Songcontest-Finale antreten wird, sei sie zu Beginn „sehr skeptisch“ gegenübergestanden. „Aber er hat so eine Begeisterungsgabe auf der Bühne, ist so authentisch und mitreißend“, sagt Johanna Ensbacher jetzt. Die Idee mit dem Tanz finde sie genial, Benjamin Gedeon sei „ein Musiker durch und durch“.
In Interviews sagte COSMÓ, er habe den Song seiner Mutter gewidmet. „Tanzen bedeutet für mich ausgelassenes Feiern, Freude und Verbindung“, sagt Nora Gedeon. „Ich fand es sehr berührend, dass er sich nicht nur daran erinnert hat, dass ich es gesagt habe, sondern es wirklich aufgegriffen hat.“ Die Botschaft des Liedes sei „sehr zeitgemäß und wichtig, weil Tanzen Menschen verbindet“.
Was ihr Sohn als Sänger erreicht habe, mache sie sehr stolz, so die Mutter des Songcontest-Teilnehmers. „Aber auch, wie souverän er diese intensive Zeit mit so viel Öffentlichkeit, Interviews, Lob und Kritik meistert“, fügt sie hinzu.
Was wünscht die Mutter ihrem Sohn für den großen Auftritt? „Wir haben darüber gesprochen, wie wichtig es ist, ganz im Jetzt zu sein und bewusst zu erleben, was auf der Bühne passiert. Ich wünsche ihm, dass er diesen Moment wirklich genießen kann und spürt, wie besonders er ist“, sagt Nora Gedeon.
„Er soll diesen Auftritt und diese unglaubliche Reise genießen“, sagt auch Johanna Ensbacher. Schon zweimal habe sie Benjamin sie mit seinen Erfolgen bei der deutschen Musik-Castingshow The Voice Kids und bei Vienna Calling, der österreichischen Vorentscheidung für den Eurovision Song Contest 2026, überrascht. „Mal sehen, wie es weitergeht. Wir bleiben dran und drücken die Daumen für COSMÓ!“
Während COSMÓ vorne die Fans begeistert, sind hinter den Kulissen erfahrene Fachleute aus dem Burgenland dafür verantwortlich, dass alles reibungslos funktioniert.
In den Händen von Live-Regisseurin Fabienne Pinter, seit 21 Jahren in Mattersburg zuhause, liegt die atemberaubende Inszenierung des Song Contests. Gemeinsam mit zwei Kollegen sorgt sie dafür, dass die Bilder perfekt in Szene gesetzt werden.
Sicherheit ist ein großes Thema: Seit dem Song Contest 2015 hat sich die Sicherheitslage noch einmal dramatisch verändert. Als Sicherheitschef trägt der Sigleßer Herbert Wagner die Verantwortung für den ungestörten Ablauf des Mega-Events. Er greift auf Erfahrungen beim Nova Rock oder beim Donauinselfest zurück, der Eurovision Song Contest hat aber noch einmal eine andere Dimension.
Wer den Song Contest am Wiener Rathausplatz mitverfolgt, steht vielleicht unter einem Zelt mit burgenländischem Ursprung. „Wir dürfen das Public Viewing mit unseren Zelten ausstatten“, freut sich der Forchtensteiner Heinz Gruber, der mit seinem Vergnügungspark auf burgenländischen Kirtagen präsent ist und gemeinsam mit seiner Familie einen Zeltverleih als zweites wichtiges Standbein betreibt.
Apropos Public Viewing: Ein solches kann man am 16. Mai in Oberwart besuchen. Im Lokal „Die Bank“ am Hauptplatz beginnt das Event um 16.30 Uhr mit einem Kinderprogramm, Fotobox und musikalischer Einstimmung. Ab 18 Uhr wird moderiert, erwartet werden die ehemaligen Song Contest Teilnehmer Thomas Forstner und Manuel Ortega. Um 21 Uhr beginnt die Live-Übertragung.
Tipp: COSMÓ ist der Burgenländer der Woche! Ein Interview mit ihm finden Sie weiter hinten in dieser BVZ.
Club-Feeling und die Freiheit beim Tanzen stehen im Fokus der kreativen Inszenierung des Songs „Tanzschein“, mit dem COSMÓ ins ESC-Finale geht. Archetypische Tiergestalten verkörpern den Spirit prägender Tanzepochen. Im Fokus: Die Choreografie des „Tanzschein“-Tanzes, die alle Fans längst geübt haben sollten.
Donnerstag, 14. Mai:In der Wiener Stadthalle findet das Semifinale 2 statt, COSMÓ wird seinen Song „Tanzschein“ erstmals außer Konkurrenz präsentieren. Der ORF überträgt ab 21 Uhr.
Freitag, 15. Mai:Generalprobe für das Finale, internationale Jurys vergeben ihre Punkte.
Samstag, 16. Mai:COSMÓ geht mit Startnummer 25 auf die Bühne. Die Mega Show wird ab 21 Uhr vom ORF live übertragen.