Zweisprachige Ortstafeln als starkes Symbol

Darüber spricht das Land

Hart erkämpft und heute selbstverständlich: In 47 burgenländischen Gemeinden stehen deutsch-kroatische Ortstafeln, in vier deutsch-ungarische - seit 25 Jahren.

Von Julia Pekovits

Historische Enthüllung der ersten zweisprachigen Ortstafel im Burgenland. Der damalige Landeshauptmann Karl Stix, Stellvertreter Gerhard Jellasitz, der frühere Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und der damalige Landtagsabgeordnete Nikolaus Berlakovich (v.l.).

Historische Enthüllung der ersten zweisprachigen Ortstafel im Burgenland. Der damalige Landeshauptmann Karl Stix, Stellvertreter Gerhard Jellasitz, der frühere Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und der damalige Landtagsabgeordnete Nikolaus Berlakovich (v.l.).

© BVZ Archiv

Vor 25 Jahren wurden im Burgenland die ersten zweisprachigen Ortstafeln aufgestellt, ein bedeutendes Symbol für die Anerkennung der Volksgruppen und für die Förderung der kulturellen Vielfalt. Mit einem Festakt in Großwarasdorf/Veliki Borištof wurde das Jubiläum, wie berichtet, gefeiert: am historischen Standort der ersten Tafel, die im Jahr 2000 von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und Landeshauptmann Karl Stix enthüllt wurde.

Die Einführung der zweisprachigen Ortstafeln war das Ergebnis jahrzehntelanger Kämpfe der Volksgruppen, deren Rechte bereits 1955 im Staatsvertrag verankert wurden. „Es gab Strafen für die Aktivisten, und sie wurden als Aufwiegler beschimpft. Man versuchte das Thema politisch und medial niedrig zu halten“, erinnert sich Josef Buranits, Präsident des Kroatischen Kulturvereins im Burgenland.

Nach dem Aufstellen der Ortstafeln habe, berichtet Buranits, Google schnell reagiert und die zweisprachigen Bezeichnungen übernommen. „Später wurden verpflichtend zweisprachige Wegweiser aufgestellt. Einige fortschrittliche Gemeinden haben auf ihre Kosten zweisprachige Straßenbezeichnungen und Hinweisschilder montiert“, lobt er die freiwillige Eigeninitiative. In vielen Gemeinden würden diese Beschriftungen aber noch fehlen. Die Anbringung von zweisprachigen Bahnhofsschildern durch die ÖBB seien jedenfalls ein Schritt in die richtige Richtung gewesen, so Buranits.

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Zweisprachige Ortstafeln als starkes Symbol

© Elisabeth Tritremmel

Zweisprachige Ortstafeln als starkes Symbol

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Zweisprachige Ortstafeln als starkes Symbol

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Zweisprachige Ortstafeln als starkes Symbol

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Zweisprachige Ortstafeln als starkes Symbol

© Bertie Unger

Stimmen zum Thema

Ludwig Frauer, Obmann Burgenländisch-Ungarischer Kulturverein:„Eine zweisprachige Ortstafel ist nicht nur ein Hinweis zur Orientierung, sondern vor allem ein starkes Symbol für Respekt, Gleichberechtigung und kulturelle Vielfalt. Sprache ist immer auch Identität – wenn diese im öffentlichen Raum sichtbar ist, fühlen sich Menschen ernst genommen und gleichberechtigt. Das fördert nicht nur das friedliche Miteinander, sondern macht eine Region auch reicher, offener und attraktiver.

Die Einführung der zweisprachigen Ortstafeln hat zu mehr Akzeptanz und Sichtbarkeit geführt, auch wenn die vollständige zweisprachige Beschriftung vielerorts noch ein offenes Ziel bleibt.“

Josef Buranits, Präsident des Kroatischen Kulturvereins im Burgenland:„Die zweisprachige Ortstafel ist weit mehr als ein Schild am Straßenrand. Sie ist ein sichtbares Zeichen dafür, dass hier Menschen leben, deren Sprache und Kultur seit Jahrhunderten Teil dieser Region sind.

Aus meiner Sicht ist das Geheimnis des friedvollen Zusammenlebens mehreren Faktoren geschuldet: Dazu zählt unter anderem, dass dieser Pannonische Raum immer mehrsprachig war und dass die deutschsprachige Bevölkerung vor 100 Jahren auch eine Minderheit im damaligen Westungarn war.“