DIE Kantorei: Anspruch, Vielfalt und Freude am gemeinsamen Klang

DIE Kantorei Oberschützen

Seit 1980 ist DIE Kantorei Oberschützen ein Ort des Entstehens – von Klang, Gemeinschaft, gelebter Musikalität. Mit dem neuen Chorleiter Ralph Volpert kam frischer Wind in das Ensemble. Ein Artikel von Eva Maria Kamper.

Von Eva Maria Kamper

In Oberschützen finden jeden Freitag Abend gemeinsame Chorproben statt. Die Stimmung ist familiär.

In Oberschützen finden jeden Freitag Abend gemeinsame Chorproben statt. Die Stimmung ist familiär.

© Eva Maria Kamper

Spaß an der Musik und zugleich ein klarer künstlerischer Anspruch – diese beiden Pole prägen DIE Kantorei Oberschützen seit nunmehr 45 Jahren. „Die Musik steht im Vordergrund, und wir wollen sie gut machen. Chorsingen ist in gewisser Weise wie Mannschaftssport“, bringt es Chorleiter Ralph Volpert auf den Punkt. Freude, Begeisterung und Gemeinschaft sind dabei kein Gegensatz zur Qualität, sondern deren Voraussetzung.

Gegründet wurde DIE Kantorei von Erik Bahnstedt, der den Chor über viele Jahre prägte und 2018 die Leitung übergab. Nach einer Übergangsphase übernahm 2022 Ralph Volpert - der eine Kunstlehrausbildung besitzt - die Verantwortung. Seither ist der Chor weitergewachsen: Heute singen beinahe 50 Mitglieder mit, bei einem Frauenanteil von 75 Prozent.

„Neue Sängerinnen und Sänger sind jederzeit willkommen. Vorsingen oder formelle Aufnahmerituale gibt es nicht – man kommt, probiert aus und findet gemeinsam die passende Stimmlage“, möchte Ralph Volpert etwaige Hemmungen nehmen. Ob Sopran oder Alt, Tenor oder Bass: Entscheidend ist das Gefühl für die eigene Stimme und das Hineinwachsen in den Chorklang. Ein Mitgliedsbeitrag von 150 Euro im Jahr deckt allfällige Unkosten des Vereins, wie unter anderem die Organisation von Konzerten.

Musikalisch zeichnet sich DIE Kantorei Oberschützen durch ihre große stilistische Bandbreite aus. Neben klassischer Chorliteratur von Bach, Bruckner oder Distler stehen moderne Werke, Pop-Arrangements und zeitgenössische Kompositionen wie beispielsweise „Angels“ von Robbie Williams auf dem Programm. „Diese Mischung aus Tradition und Gegenwart fordert den Chor heraus – und genau darin liegt ihr Reiz“, schwärmt Ralph Volpert über die stetige Bereitschaft, den Horizont zu erweitern.

Gesungen wird vor allem in Kirchenräumen, deren Akustik bewusst in die Probenarbeit einbezogen wird. Ob Empore oder Altarraum, mit oder ohne Publikum – der Raum „klingt anders“, und darauf bereitet sich der Chor gezielt vor. Konzerte und Gottesdienste werden so zu gemeinsamen Höhepunkten, auf die konzentriert hingearbeitet wird. Im kommenden Herbst steht wieder Mozart’s „Requiem“ auf dem Programm.