Wenn Tausende am Eis des Neusiedler Sees abtanzen

Disco am Eis

Eigentlich sollte es ein kleines Event für den Nachwuchs des SC Neusiedl am See werden – schließlich stürmten am vergangenen Samstag tausende Menschen auf die Eisfläche im Hafen der Stadtgemeinde. Die „Disco am Eis“ – beworben mit dem Slogan „Das passiert nur alle 30 Jahre“ wurde zum Highlight des Winters.

Von Von BIrgit Böhm-Ritter

Disco am Eis. Der SC Neusiedl am See organisierte eine Veranstaltung, die in Erinnerung bleiben wird.

Disco am Eis. Der SC Neusiedl am See organisierte eine Veranstaltung, die in Erinnerung bleiben wird.

© Birgit Böhm-Ritter

Man kennt es von heißen Wochenenden im Sommer: Autokolonnen ziehen im Schritttempo durch die Stadt Richtung Neusiedler Strandbad, wo der Parkplatz – auf gut burgenländisch – „gstopft voll“ ist, die Autofahrer wieder umdrehen und einen Parkplatz beim Hallenbad, Sportplatz oder in der Deggendorfstraße suchen, um dann zu Fuß in großen Menschentrauben die Seestraße runter ins Strandbad zu pilgern. Im Winter habe ich diese Szenerie noch nie erlebt – bis auf den vergangenen Samstag.

Nach Schätzungen des Veranstalters SC Neusiedl am See und der Feuerwehr dürften 5000 bis 7000 Menschen das einzigartige Fest am Eis besucht haben. Der Einzugsbereich ging weit über den Bezirk hinaus. Mit diesem Andrang rechnete bis zuletzt niemand – auch nicht der Veranstalter selbst. „Die Idee, eine Disco am Eis zu veranstalten, kam uns erst Mitte Jänner. Wir haben überlegt, für unsere Nachwuchs-Spieler Musikboxen aufs Eis zu stellen“, erzählt Stefan Wögerer, Nachwuchsleiter des SC Neusiedl am See, im Gespräch mit der BVZ.

Was im Kopf klein begann, wurde dann doch größer geplant – mit Foodtrucks, Punschständen, DJs, Feuershow und Werbung über Social Media Plattformen. „Als wir bemerkt haben, dass wir statt der üblichen 1000 Zugriffe 300.000 Zugriffe auf unseren Socia Media Plattformen haben, wussten wir, dass das doch eine größere Veranstaltung wird“, schmunzelt Wögerer. Kurzfristig schloss man sich mit der Neusiedler Feuerwehr zusammen und informierte die Rettungsorganisationen um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein. Das Rote Kreuz stellte daraufhin ein beheiztes Zelt als Anlauf- und Aufenthaltsmöglichkeit zur Verfügung, Samariterbund und Soziale Dienste waren mit einem Rettungswagen inklusive Besatzung direkt vor Ort.

Die Neusiedler Feuerwehr kümmerte sich nicht nur um das leibliche Wohl und die Sicherheit am Veranstaltungstag, sondern war auch ein verlässlicher Partner in der Vorbereitung. Das Eis im Hafenbereich wurde an drei Abenden mit Seewasser aufgespritzt und präpariert. „Die Feuerwehr war immer sofort da, wenn wir um Hilfe gebeten haben“, lobt Wögerer. Ohne das perfekte Zusammenspiel lokaler Vereine, Gastrobetriebe und Blaulichtorganisationen wäre es nicht möglich gewesen, diese Veranstaltung so kurzfristig auf die Beine zu stellen.

Dass man als Veranstalter einer Eisdisco auch ein „hartes Nervenkostüm“ braucht, gab Wögerer im BVZ-Interview zu. Als sich Nahe des Ufers in einem kleinen Bereich eine Wasserschicht bildete, wurde dort aus Sicherheitsgründen auch sofort abgesperrt. Die Besucher hielten sich im Großen und Ganzen auch an die Sicherheitshinweise des Veranstalters, im Dunkeln nicht hinauszufahren, sondern im Uferbereich zu bleiben.

Dort erlebten all jene Gäste, die bis zum Ende blieben, auch noch eine besondere Überraschung. Denn in den späteren Abendstunden übernahm mit Hans Neumann alias „Check Hansi“ eine Neusiedler DJ Legende das Pult der „Plattendreher“ am Ufer. Und so wurde aus der „Disco am Eis“ auch ein Tribute an die legendäre Neusiedler Diskothek „Check Point“.

Eines ist klar: In der kollektiven Erinnerung der Neusiedler wird die „Disco am Eis 2026“ als Winter-Stadtfest im Gedächtnis bleiben, an das man sich gerne zurückerinnert: „Weißt du noch damals, als wir bei der legendären Eisdisco am Neusiedler See getanzt haben…“ Ob es in den nächsten 30 Jahren wieder so ein Fest geben wird, steht in den Sternen, denn die Eistage am See werden immer weniger. Die andauernde Eisdecke heuer ist eine Ausnahme und aufgrund des Klimawandels nicht (mehr) die Regel.

Am Mittwoch gab es dann auch schon folgende Info: