Bereits zum neunten Mal packten die Klientinnen und Klienten der Förderwerkstätte „Rettet das Kind“ in Oberpullendorf kräftig an, um 2.000 Wanderpakete für den großen Waldquelle Familienwandertag vorzubereiten.
Gespräch zum Judentum in der burgenländischen Literatur
Ehemalige Synagoge
In der ehemaligen Synagoge Kobersdorf gab es am Dienstag einen Gesprächsabend zum Thema „Judentum in der burgenländischen Literatur“.
Barbara Buchinger, Siegmund Kleinl, Lukas Pallitsch und Peter Wagner vor dem Gespräch in der ehemaligen Synagoge Kobersdorf.
© Elisabeth Tritremmel
Literaturwissenschaftlicher und Theologe Lukas Pallitsch hatte sich als Gesprächspartner die burgenländischen Autoren Siegmund Kleinl und Peter Wagner eingeladen. Begrüßt wurden die Gäste von Barbara Buchinger vom Forum Katholische Erwachsenenbildung der Diözese Eisenstadt. „Es ist ein besonderer Veranstaltungsort, wo uns die Steine vom ehemaligen jüdischen Leben erzählen“, meinte sie.
Im Rahmen des Abend wurden zwei Texte von Kleinl und einer von Wagner auszugsweise gelesen und besprochen. Wagner hat sich in dem Bühnenstück „März der 24.“ mit der Nacht von 24. auf 25. März 1945 und dem Thema Endphaseverbrechen auseinandergesetzt - in Rechnitz wurden 180 jüdische Zwangsarbeiter ermordet. „Ich verstehe mich nicht als Autor, sondern als Aktivist“, meinte Peter Wagner. Ihn interessieren vor allem auch die Menschen, die diese Dinge damals mitgetragen und mitgemacht haben. Deshalb kommt in seinem Stück „März der 24.“ etwa auch kein Jude vor - nur ein Ziehharmonikaspieler intoniert jüdische Melodien.
In Siegmund Kleinls Text „Frei gehen - eine Exodus-Dichtung“ setzt er sich mit dem Exodus der Juden in die Wüste auseinander. „Er verwendet biblische Zitate und versucht, diese ins Heute zu übersetzen“, meinte Lukas Pallitsch. Kleinl, der auch Theologe ist, meinte, dass er von der Wüste als Ort fasziniert sei. „Die Wüste ist ein offener Raum, dort geht das Volk Israel hinein. Auch heute ist es so: die Juden haben sich leicht angepasst, waren aber nie Angepasste.“ Als zweiten Text las Kleinl ein Gedicht über den Propheten Jeremia vor, der dem Volk prophezeite, dass die Stadt Jerusalem untergehen werde, wenn sie nicht umkehren.