Angeklagter zu Einbruchsdiebstählen in Neusiedl: „Habe alles erfunden“

Häftling ruderte zurück

Ein Slowake soll im November 2023 Autos aufgebrochen und Fahrzeuge, einen Anhänger sowie Gegenstände aus Kellerabteilen gestohlen haben.

Von Elisabeth Kirchmeir

Der 34-jährige Angeklagte bestritt die meisten Vorwürfe.

Der 34-jährige Angeklagte bestritt die meisten Vorwürfe.

© BVZ/Kirchmeir

Schwer belastet wurde der 34-jährige, massiv vorbestrafte Slowake von einem mutmaßlichen Mittäter. Dieser hatte bei der Polizei die Vorgangsweise bei den Einbruchsdiebstählen detailliert geschildert.

Bei der Zeugeneinvernahme am 12. Februar 2025 am Landesgericht Eisenstadt ruderte der wegen eigener Straftaten inhaftierte Zeuge allerdings zurück. „Ich habe alles erfunden“, behauptete der 35-Jährige.

Zuvor hatte der 34-jährige Angeklagte ein einziges Faktum zugegeben. Es sei richtig, dass er im November 2023 in Neusiedl am See einen Anhänger gestohlen habe, um ein ebenfalls gestohlenes Motorrad abzutransportieren.

Für den Diebstahl des Motorrades war er, wie auch für diverse andere Diebstahlsfakten, im Juni 2024 in Wien verurteilt worden. Ebenfalls im Juni 2024 war der Mann auch in Ungarn wegen begangener Einbruchsdiebstähle verurteilt worden.

Diebstähle in Tiefgarage in Neusiedl am See

Der 35-jährige mutmaßliche Mittäter hatte zunächst bei der Polizei ausgepackt. Er habe im November 2023 mit dem 34-Jährigen zunächst in einer Tiefgarage in Neusiedl am See Einbruchsdiebstähle in Autos begangen und dann in Vösendorf einen VW Passat gestohlen.

In Schwechat sollen die beiden versucht haben, von einem geparkten Auto alle Räder abzumontieren. Am selben Tag sollen dort auch Autos aufgebrochen worden sein. „Ich war nie in Schwechat“, behauptete der Angeklagte.

Er habe auch nicht in Wien Kellerabteile aufgebrochen und daraus E-Bikes, Fahrräder, Ski und andere Gegenstände gestohlen. Auch sei er nicht für den Diebstahl eines Audi A3 in Wien verantwortlich.

Mutmaßlicher Mittäter behauptete: „Habe alles erfunden“

Der 35-jährige mutmaßliche Mittäter behauptete in seiner Zeugenaussage vor Gericht, er habe die Diebstähle alleine begangen. Für den Diebstahl des VW Passat in Vösendorf sei er mit dem Zug angereist.

Die Richterin wies ihn darauf hin, dass eine direkte Anreise mit der Bahn von Bratislava nach Vösendorf gar nicht möglich sei. Darauf korrigierte sich der Zeuge: „Mit dem Zug nach Wien, mit dem Bus nach Vösendorf.“

„Bei der Polizei schilderten Sie es ganz anders“, ermahnte ihn die Richterin mit Hinweis auf die Konsequenzen einer Falschaussage. „Das habe ich erfunden“, behauptete der Zeuge. „Wurden Sie unter Druck gesetzt?“, fragte die Richterin. „Nein, das habe ich alles erfunden“, meinte der Zeuge.

Aussage des Zeugen wirkte mit dem Angeklagten abgesprochen

Er habe dem 34-Jährigen „schaden wollen“, weil er „böse auf ihn“ gewesen sei. Der 34-Jährige habe für Installationsarbeiten im Haus seiner Mutter zu viel Geld verlangt. Dieses Argument hatte der angeklagte 34-Jährige zuvor ebenfalls verwendet, als er danach gefragt wurde, warum ihn der mutmaßliche Mittäter falsch belasten sollte.

„Was ist mit dem Anhänger, mit dem das Motorrad transportiert wurde?“, fragte die Richterin.

„Da war er auch nicht dabei“, blieb der Zeuge bei seiner Version.

„Nur blöd, dass er das heute zugegeben hat“, meinte darauf die Richterin. „Vielleicht haben Sie sich doch nicht so gut besprochen?“, hielt sie dem Zeugen vor.

„Ich habe den Anhänger gestohlen. Der Angeklagte war nicht dabei“, beharrte der Zeuge auf seiner Darstellung.

Der Prozess wurde vertagt. Ein Ermittlungsbeamter soll kommende Woche als Zeuge befragt werden.