Der Charity Run der Mattersburger HAK und des Gymnasiums hat auch heuer wieder gezeigt, was gemeinsames Engagement bewirken kann. Nun wurde der Spendenerlös in Höhe von 17.500 Euro an das Jugendzentrum Mattersburg übergeben.
„Im allerschlimmsten Fall hängt man im Stromkreis fest“
Elektriker Reinecker
Markus Reinecker hat sich 2024 in Neudörfl relativ spät, mit 53 Jahren, und trotz der angespannten allgemeinen Wirtschaftslage als Elektrotechniker mit seinem Unternehmen „MR ETech“ selbstständig gemacht. Dabei bietet er eine breite Palette an Dienstleistungen im Bereich der Elektroinstallation und erneuerbaren Energien an.
Der Neudörfler Elektrotechniker Markus Reinecker mit einem FI-Schalter. Im Ernstfall kann dieser Leben retten. Dafür gehört er aber regelmäßig, im besten Fall alle zehn Jahre, überprüft.
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Ich wollte einfach keinen Chef mehr haben, sondern mein eigener Chef sein, lautet die knappe Begründung, warum Markus Reinecker 2024 den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt hat. Seit 35 ist er nun schon als Elektrotechniker tätig. Was ihm an seinem Beruf gefällt: „Er ist abwechslungsreich, jede Anlage ist anders und es gibt laufend neue Entwicklungen.“
Das Angebot des Elektrotechnikers lässt sich im Wesentlichen in vier große Bereiche gliedern: Anlageprüfungen, komplette Elektroinstallationen, Photovoltaikanlagen und Elektro-Mobilität. Ein besonderes Anliegen, allein schon deshalb, weil es für einen erfahrenen Fachmann kaum Arbeitsaufwand bedeutet, ist ihm die Aufklärung über Sicherheitsrisiken in älteren Gebäuden. „„In Neudörfl sind viele Häuser 40 bis 50 Jahre alt, gebaut zu einer Zeit, als der Strombedarf und damit die Anforderungen an die Elektroinstallation, deutlich geringer war. Seit damals kamen ständig neue Elektrogeräte hinzu: LED-Beleuchtung, Haushaltsgeräte, Wärmepumpen, Unterhaltungselektronik und vieles mehr.“
Ein oft unterschätztes Problem betrifft dabei die Fehlerstromschutzschalter (FI-Schalter). „Während Unternehmen zur regelmäßigen Prüfung ihrer Anlagen verpflichtet sind und diese sicherheitstechnisch stets auf dem aktuellen Stand halten müssen, gibt es diese Verpflichtung im privaten Bereich nicht“, erklärt Markus Reinecker. Das bedeutet: Anlagen dürfen nach den Normen weiterbetrieben werden, die zum Zeitpunkt ihrer Errichtung gültig waren – selbst wenn diese längst überholt sind. So bleiben vielerorts veraltete und potenziell unsichere Installationen in Betrieb. Obwohl Institutionen wie die Wirtschaftskammer regelmäßige Überprüfungen empfehlen, bleibt das Bewusstsein in der Bevölkerung gering, ist der Eindruck des Neudörfler Elektrotechnikers.
Der FI-Schalter ist jedoch ein zentrales Sicherheitsbauteil. Er schützt vor Stromschlägen und verhindert Brände durch Fehlerströme. Reinecker erklärt das Prinzip dahinter: „Ein elektrischer Stromkreis funktioniert so, dass der Strom über den Außenleiter (Phase) zum Verbraucher fließt und über den Neutralleiter wieder zurückgeführt wird. In einem fehlerfreien Stromkreis sind Hin- und Rückstrom gleich groß. Ein FI-Schalter überwacht diesen Stromfluss. Dazu vergleicht er kontinuierlich, wie viel Strom über den Außenleiter in den Stromkreis hinein- und über den Neutralleiter wieder zurückfließt. Solange beide Ströme gleich sind, bleibt der Stromkreis geschlossen. Tritt jedoch eine Differenz auf – etwa weil ein Teil des Stroms über einen anderen Weg abfließt, beispielsweise über einen Menschen (Stromschlag), über ein beschädigtes Kabel oder durch Feuchtigkeit – erkennt der FI-Schalter diesen Fehlerstrom. In diesem Fall unterbricht er den Stromkreis innerhalb von Millisekunden und schützt so vor gefährlichen elektrischen Unfällen".“ Im schlimmsten Fall könne es bei älteren FIs passieren, dass man in den Stromkreis gerät, und der FI nicht auslöst, weil er den Fehler nicht erkennt und salopp gesagt denkt: „Für mich ist eh alles in Ordnung.“
Empfohlen wird daher im privaten Bereich eine Überprüfung der elektrischen Anlage alle zehn Jahre durchführen zu lassen „Wenn nur der FI zu tauschen ist, ist das in etwa einer Stunde erledigt – und man ist wieder auf der sicheren Seite“, so Reinecker.
Ein weiterer Schwerpunkt von Markus Reinecker liegt auf Photovoltaikanlagen, von kleinen Balkonkraftwerken bis hin zu großen Dachanlagen mit Speicher. Die kompakten Kleinkraftwerke mit mindestens zwei Modulen können sich bereits nach drei bis vier Jahren amortisieren und sind leicht zu installieren, nicht nur am Balkon. „Letztens habe ich eines an einen Gartenzaun montiert“, berichtet Reinecker.
Größere Anlagen werden heute meist an den tatsächlichen Stromverbrauch angepasst, da die Einspeisevergütung stark gesunken ist. In Kombination mit einem Speicher kann ein Haushalt zumindest im Sommer weitgehend unabhängig vom Stromnetz werden. Insgesamt ergebe sich eine „rechnerische Autarkie“. „Im Winter wird natürlich wenig Strom produziert, so ehrlich muss man auch sein.“ Die Nachfrage nach Photovoltaik ist grundsätzlich hoch, auch wenn der große Boom zuletzt etwas abgeflacht ist. Gründe sieht Reinecker vor allem in Änderungen bei Förderungen: „Die zeitweise Mehrwertsteuerbefreiung ist ausgelaufen, Förderungen müssen wieder aktiv beantragt werden.“ Aktuell sieht er jedoch wieder einen günstigen Zeitpunkt, sich mit Photovoltaik auseinanderzusetzen. Im April starte nämlich ein neues Förderungspaket vom Bund.
Markus Reinecker übernimmt natürlich auch die ganz klassischen Elektroninstallationen. Dazu zählen Neuinstallationen in Einfamilienhäusern (Stichwort: Smart-Home-Lösungen) ebenso wie Sanierungen bestehender Anlagen. Auch Umbauten – etwa bei neuen Küchen, Heizsystemen oder Wärmepumpen – gehören dazu.
Besonders viel Wert legt Reineicker auf die persönliche Beratung: „Ich erstelle keine Angebote ohne vorherige Besichtigung vor Ort.“ Das unterscheidet ihn bewusst von größeren Anbietern, die oft pauschale Angebote legen. Für ihn zählt eine individuelle Einschätzung als Grundlage seriöser Arbeit.