Der Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel baut ein Netzwerk aus Partnerschulen auf. Im ersten Pilotjahr nehmen 19 Schulen teil, dabei war das Interesse deutlich größer als erwartet.
Kinder hungern lassen? Schlimme Folgen erkennbar
Eltern angeklagt
Schlimmes sollen zwei Buben in früher Kindheit erlitten haben, ihre Eltern wurden angeklagt. Am Montag, den 20. Juli 2026, schilderte eine Diplomsozialarbeiterin den erschütternden Zustand der Kinder.
Wegen des Vorwurfs des Quälens und Vernachlässigens ihrer Kinder sind die Ex-Eheleute vor Gericht. Es gilt die Unschuldsvermutung.
© BVZ/Kirchmeir
Am ersten Verhandlungstag im Mai hatte sich die angeklagte 26-jährige Mutter in geringem Ausmaß schuldig bekannt, ihr 32-jähriger Ex-Ehemann nicht schuldig.
Jetzt wurde der Prozess mit der Befragung einer Diplomsozialarbeiterin fortgesetzt. Im März 2024 waren die Kinder den Eltern weggenommen worden. Zunächst befanden sie sich in einer Krisenpflege, dann begann die Langzeitpflege. „Beide müssen jetzt aufgrund einer vermuteten frühkindlichen Traumastörung in einer Klinik begutachtet werden“, erklärte die Sozialarbeiterin. Es gebe Hinweise auf physische und psychische Gewalt.
Beim sechsjährigen Sohn der Angeklagten sei das Essverhalten weiterhin „hochauffällig“, sagte die Zeugin. Der Bub esse Abfälle aus dem Biokübel oder aus öffentlichen Müllkübeln, beiße in unreifes Obst, esse Blumen von der Wiese oder schlecke Brösel auf. Auch praktiziere er „aggressives Betteln“. Und das, obwohl den Kindern fünf Mahlzeiten am Tag angeboten werden und sie wissen, dass der Kühlschrank und die Speisekammer in der Pflegefamilie voll sind.
„Essen ist das Thema Nr. 1 der Kinder“, sagte die Sozialarbeiterin. Beide würden außerdem davon sprechen, dass sie von der Mutter und vom Stiefvater geschlagen worden seien. „Es gab anonyme Gefährdungsmeldungen und solche von der Landespsychologin und dem Kindergarten“, berichtete sie weiter.
Bindungsangebote der pädagogisch geschulten Pflegeeltern gingen ins Leere, die Pflegeeltern seien in großer Sorge. Der ältere Bub tendiere zum Lügen. „Er sagt, die Bauch-Mama hat mich auch angelogen“, sagte die Sozialarbeiterin. „Er tut alles fürs persönliche Überleben, das ist die frühkindliche Traumafolge.“
Es gebe Hinweise darauf, dass die Buben im Babyalter zu wenig gesunde Bindungsangebote bekamen. „Eine traumasensible Therapie wird beiden Kindern über viele Jahre angeboten werden müssen“, meinte die Sozialarbeiterin.
„Sie haben normal gegessen, bekamen immer zu essen“, sagte der neue Ehemann der Angeklagten. Mit diesem hat sie ein viertes Kind, auch dieses lebe seit kurzem nicht mehr bei ihr, gab die Frau vor Gericht zu. „Es hat immer alles gepasst“, sagte ihr Ehemann. Geschlagen habe er die beiden Stiefsöhne nie.
Der Prozess wurde neuerlich vertagt. Die Richterin will die Langzeitpflegeeltern zu ihren Wahrnehmungen zum Verhalten der Kinder befragen.