13 Windräder für Rechnitz und Schachendorf

Energieunabhängig

Mit einem gemeinsamen Energieprojekt wollen Rechnitz und Schachendorf ihre Energieversorgung langfristig unabhängiger machen. Bei einer Bürgerinformationsveranstaltung stellte die Burgenland Energie gemeinsam mit Gemeinden die Pläne für einen Windpark, einen Photovoltaikpark und einen Batteriespeicher an der Grenze zu Ungarn vor.

Von Bertie Unger

13 Windräder für Rechnitz und Schachendorf

© Burgenland Energie

Geplant sind insgesamt 13 Windkraftanlagen sowie ein PV-Park mit Speicher. Die Erzeugungskapazität der Anlagen soll jeweils rund 80 Megawatt betragen. Die Inbetriebnahme ist nach derzeitigen Planungen ab dem Jahr 2032 vorgesehen. Voraussetzung dafür ist allerdings der laufende Netzausbau im Mittel- und Südburgenland.

„Die Energieversorgung ist nach wie vor durch eine hohe Abhängigkeit von ausländischen Energielieferungen bestimmt. Die weiterhin bestehende Energiekrise macht uns diese ausländische Energieabhängigkeit nochmals deutlich“, sagte Burgenland-Energie-CEO Stephan Sharma. „Wir haben die Möglichkeiten, mit unseren eigenen, heimischen Energieressourcen aus Wind und Sonne Rechnitz und Schachendorf energieunabhängiger zu machen. Damit ermöglichen wir auch eine sichere, nachhaltige und leistbare Energieversorgung für Generationen“, sagt Sharma.

Auch die Stromausfälle im Südburgenland vor wenigen Monaten sind ein Hinweis darauf gewesen, wie wichtig regionale Energieversorgung sei. „Der Black-Out vor wenigen Monaten im Südburgenland hat uns gezeigt, wie wichtig es ist, dass wir auch im Südburgenland eine eigenständige Energieversorgung für die Menschen und Unternehmen in unserer Region schaffen“, so Sharma.

„Gerade die Stromausfälle im südlichen Burgenland vor wenigen Monaten haben uns bestätigt, wie dringend wir unsere Energieversorgung im Südburgenland eigenständig aufbauen müssen. Die Wind-Anlagen werden uns im Herbst und Winter Strom liefern, die PV-Anlagen im Frühjahr und im Sommer und die Speicher helfen uns, wenn gerade kein Wind weht und keine Sonne scheint“, sieht Rechnitz-Bürgermeister Martin Kramelhofer einen wichtigen Schritt für die Versorgungssicherheit.

Für Schachendorfs Bürgermeister Robert Marlovits hat das Projekt auch eine langfristige Dimension: „Wir wollen unseren Kindern eine nachhaltige Energiezukunft und eine gesunde Heimat sichern. Da spielt natürlich der Energiebereich in unserer Region eine wichtige Rolle. Auch wenn es um unsere sichere Energieversorgung für Generationen geht. Daher sind die geplanten Wind-, PV- und Speicher-Projekte in Kombination mit der Beteiligung der Kinder und Jugendlichen für mich ein Herzensanliegen“, sagt Marlovits.

Die Anlagen sollen als Agri-Wind- und PV-Park errichtet werden. Die Flächen können laut Projektbetreibern weiterhin landwirtschaftlich genutzt werden. Zwischen den PV-Modulen sowie im Bereich der Windkraftanlagen soll die Bewirtschaftung mit landwirtschaftlichen Geräten möglich bleiben.

Neben der Energieerzeugung setzen die Projektpartner auch auf Beteiligungsmöglichkeiten für Bevölkerung, Gemeinden und Unternehmen. Vorgesehen sind sowohl eine wirtschaftliche Beteiligung als auch die Nutzung des erzeugten Stroms über eine Energiegemeinschaft.

Teil des Vorhabens soll auch eine Erlebniswelt für Klimaschutz und erneuerbare Energien werden. Sie soll Schulen sowie interessierten Besucherinnen und Besuchern die Möglichkeit bieten, sich mit den Themen Nachhaltigkeit, Klimaschutz und erneuerbare Energie auseinanderzusetzen.