In Frankreich protestieren Jugendliche und bestehen auf ihr Recht auf Mitsprache. Im Burgenland achtet SOS Kinderdorf darauf, dass junge Menschen gehört werden.
Bodenschutz-Initiativen in Grün und Blau
Entsiegelung
Unterschiedliche Zugänge, gemeinsames Ziel: Während die Grünen auf Vorzeigeprojekte und einen Wettbewerb setzen, verweist die FPÖ auf ein erfolgreiches Beispiel aus dem blauen Wels (OÖ).
Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner präsentierte in Kleinhöflein "auf einem der schönsten Dorfplätz des Landes" den Entsiegelungs-Wettbewerb des Landes.
© BVZ/Kaiser
Im Kampf gegen die zunehmende Bodenversiegelung startet das Land Burgenland neue Kampagne: Unter dem Titel „Baba, Beton!“ startet ab September ein Entsiegelungswettbewerb, bei dem alle Gemeinden Projekte zur Rückgewinnung versiegelter Flächen einreichen können. Die Auswahl übernimmt eine Fachjury, bewertet wird nicht nur der ökologische Mehrwert, sondern auch die Einbindung der Bevölkerung und die Verbesserung der Aufenthaltsqualität.
Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner (Grüne) präsentierte ihre Pläne am Donnerstag Vormittag in Kleinhöflein an einem „der schönsten und mustergültigen Dorfplätze im ganzen Land“.
Haider-Wallner: „Boden ist ein unverzichtbares Gut“
Schon jetzt melden sich Bürgermeisterinnen und Bürgermeister bei Haider-Wallner mit konkreten Projektideen. „Auch wenn am Ende nur ein Projekt gefördert wird: Der Denkprozess in den Gemeinden ist wertvoll und bewirkt schon viel“, so die Landeshauptmann-Stellvertreterin.
Besonders im Fokus stehen gemeindeeigene Flächen wie Schulvorplätze, Parkplätze oder Verkehrsinseln. Die Entscheidung der Jury soll im November oder Dezember fallen, im Jänner oder Februar wird das Siegerprojekt öffentlich präsentiert – inklusive eigens gefertigter Trophäe aus Beton.
Der Wettbewerb ist Teil des „Zukunftsplans Burgenland 2030“, der unter anderem eine Entsiegelungsprämie, eine Leerstandsdatenbank und ein neues Referat für Bodenschutz vorsieht.
FPÖ legt eigenes Konzept vor
Kritik an der Initiative kommt von FPÖ-Klubobmann Norbert Hofer und Raumplanungssprecher Markus Wiesler. Sie werfen der Landesregierung eine „teuren PR-Show“ Kosten der Gemeinden vor: „Ein Wettbewerb, bei dem eine von 171 Gemeinden gewinnt, ist kein Förderprogramm, sondern ein Schlag ins Gesicht aller Bürgermeisterinnen und Bürgermeister“, so Wiesler.

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Begleitet vom Welser Bürgermeister Dr. Andreas Rabl präsentierte die FPÖ zeitgleich ein eigenes Maßnahmenpaket zur nachhaltigen Bodennutzung. Der Fokus liegt dabei auf der Belebung der Ortskerne, der Kooperation mit Wohnbaugenossenschaften und dem gezielten Rückbau versiegelter Flächen. „In ganz Österreich stehen riesige Flächen an leerstehenden Immobilien zur Verfügung, während gleichzeitig Ackerland verschwindet“, so Hofer. Ziel müsse es sein, bestehende Infrastrukturen zu nutzen, leistbaren Wohnraum im Ortszentrum zu schaffen und Grünflächen zu erhalten.
Als Beispiel für gelungene Entsiegelung nennt Rabl das oberösterreichische Wels: Dort wird derzeit ein fünf Hektar großes Messeareal entsiegelt und in eine Parkanlage umgewandelt – samt Spielplätzen, Sportflächen und einem breiten Flusszugang. Die Kosten betragen rund 60 Millionen Euro, 2027 soll auf dem Gelände die Landesgartenschau stattfinden.

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