„Dort gibt es keine weinenden Kinder“

Entwicklungshilfe

Im Sommer vergangenen Jahres reiste eine Gruppe Mattersburger nach Tansania (Luduga). Bei der Solidaritätsreise verschafften sie sich einen Überblick über die „Freunde kicken für Afrika“-Projekte. Bei einem kürzlich veranstalteten Diavortrag im Mattersburger Pfarrheim berichteten sie über die Entstehungsgeschichte, Tätigkeiten und ihre Eindrücke vor Ort.

Von Richard Vogler

Brigitta Korzil, Marko Amminger, Patrick Floiger und Barbara Michalitsch beim Vortrag.

Brigitta Korzil, Marko Amminger, Patrick Floiger und Barbara Michalitsch beim Vortrag.

© Richard Vogler

des Vereins „Freunde kicken für Afrika“, berichtete zunächst über die Entstehungsgeschichte der Hilfsprojekte. „Mit einer Organisation war ich im Jahre 2009 in Luduga vor Ort, dort haben wir beim Bau eines Wassertanks mitgeholfen. Der Pfarrer hat dann bei einer Messe alle Waisenkinder eingeladen und die Kirche war komplett voll. Diese Eindrücke haben mich nicht losgelassen, die Kinder dort sind mir sehr ans Herz gewachsen und der Wunsch, selber den Waisenkindern zu helfen, stand schnell fest“, berichtete Amminger. Daraufhin gründete er gemeinsam mit Mario Reismüller den Verein „Freunde kicken für Afrika“ und 2011 wurde bereits mit dem Bau des eigenen Waisenhauses begonnen, welches dann bereits 2013 feierlich eröffnet wurde. „Luduga hat 2.000 Einwohner, bei 600 Kindern gibt es aktuell 180 Kinder im Waisenprojekt. Mit dem Waisenhaus-Projekt erhalten die Kinder Schulbildung, Essen und medizinische Versorgung. Jeder Bub oder jedes Mädchen ist somit bis zum Ende der Schulbildung versorgt“, so Amminger.

Was auch eine „Folgewirkung“ auslöst. „Sie haben somit die Möglichkeit, gute Jobs wie Arzt, Krankenschwester oder Lehrer zu ergreifen und können dann auch dem eigenen Familienverbund helfen.“

Finanziert werden die Hilfsprojekte unter anderem durch ein Hobbyfußballturnier samt Rahmenprogramm, das sich im Laufe der Jahre zu einem gesellschaftlichen Event entwickelt hat. Stets im Dezember in der Mattersburger Sporthalle organisiert, fand es zum zehnjährigen Jubiläum 2024 im Mattersburger Pappelstadion statt. „Bei den Turnieren sind immer über 100 freiwillige Helfer involviert. Man kann nicht oft genug ,Danke’ sagen – ohne diese engagierten Menschen wäre unsere Hilfe für Luduga in dieser Form nicht möglich“, hält Amminger fest. Weitere Einnahmequellen sind Spenden und Patenschaften für die Waisenkinder.

Patrick Floiger, langjähriger Unterstützer des Projekts, war Teil der Solidaritätsreise. „Die meisten Menschen haben keinen Strom. Zu der Zeit, als wir vor Ort waren, ist dort von der Jahreszeit her Winter, da kann es dann schon in der Nacht Null Grad haben“, so Floiger, um weiter auszuführen: „Was mich vor allem beeindruckt hat: Dort gibt es keine weinenden Kinder, sie sind trotz der widrigen Lebensumstände äußerst zufrieden und lebensfroh.“

„Dort gibt es keine weinenden Kinder“

© zVg

Auch Barbara Michalitsch war im Sommer 2024 in Luduga und fungierte als Organisatorin des Vortrages und berichtete unter anderem über das Pfarrleben in Luduga. „Es gibt dort knapp über 60 Prozent Christen, der Glaube ist sehr stark ausgeprägt. Der Gottesdienst beginnt um sieben Uhr, wobei man sagen muss, dass man einen ,lockeren Umgang’ mit der Zeit hat. Die Predigt dauert sehr lange und es wird sich zur Musik sehr viel bewegt“, erzählte Michalitsch. Der Schulalltag ist ein komplett anderer als in Österreich. „Es befinden sich in Luduga zwischen 60 und 80 Kinder in einer Klasse.“

„Der Glaube spielt eine zentrale Rolle“

uch Brigitta Korzil nicht los. „Der Glaube spielt eine zentrale Rolle für die Menschen in Luduga. Der Gottesdienst ist sehr lebendig. Man merkt, sie legen ihr Leben in Gottes Hände. Trotz aller Schwierigkeiten sind sie viel glücklicher als wir. Die Gemeinschaft und der Zusammenhalt werden großgeschrieben – ich denke, dies haben wir alle von der Solidaritätsreise mitgenommen.“ Die Ausstattung des Kindergartens ist sehr spartanisch. „Dort gibt es einen leeren Raum mit Sesseln und kein Spielzeug. Die Kinder helfen sich dann selber und benutzen einen Reifen als Trampolin“, so Korzil, die selbst eine Patenschaft vor einiger Zeit übernommen hat. „Es geht bei den Patenschaften um mehr als Geld. Es geht darum, dass die Kinder zu einem selbstbestimmten Leben kommen, es geht um Hoffnung. Der emotionalste Moment bei unserer Solidaritätsreise war das Zusammentreffen mit meinem Patenkind.“

Nächstes Event: Silvesterparty

Im Zuge der Veranstaltung konnten für die Waisenkinder-Projekte auch 2.455 Euro in Form von Spenden und Patenschaften lukriert werden. Und auch die ersten Eintrittskarten für das nächste Event wurden bereits „an den Mann gebracht“: Am 31. Dezember lädt der Verein zur Silvesterparty. Diese geht im Mattersburger Peacock über die Bühne. Neben Musik gibt es auch eine Tombola. Eintrittskarten für das Event gibt es im Peacock zu erwerben. Der Erlös kommt wie gehabt den Waisenkindern des Vereins „Freunde kicken für Afrika“ zugute.