Unbekannte brachen in der Nacht auf Montag in ein Waffengeschäft im Bezirk Mattersburg ein. Die Täter gingen gezielt vor, stahlen Schalldämpfer und Nachtsichtgeräte.
Neudörfl: Energiegemeinschaft überschreitet Marke von 100 Mitgliedern
Erneuerbare Energien
Der Grundstein für die Erneuerbare Energiegemeinschaft (EEG) Neudörfl wurde im September 2021 gelegt, im Sommer 2023 ging sie in die Betriebsphase über. Inzwischen zählt man 117 Mitglieder, berichten Markus Puchegger, Projektleiter der Forschung Burgenland und Christian Schügerl, der Obmann der EEG gegenüber der BVZ.
Bei den monatlichen EEG-Stammtischen informieren und diskutieren Projektleiter Markus Puchegger und EEG-Obmann Christian Schügerl mit den Mitgliedern über Innovationsansätzen rund um die EEG Neudörfl. Der nächste Stammtisch findet im Herbst statt.
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Von den 117 Mitgliedern besitzen 62, somit mehr als die Hälfte, auch eine eigene Erzeugungsanlage (Photovoltaikanlage). „Außerdem befinden sich unter den 117 Mitgliedern acht Gemeindeobjekte und fünf Betriebe. Somit bleiben 104 private Haushalte. Bei einer statistisch durchschnittlichen Haushaltsgröße, kann man abschätzen, dass ungefähr 240 Personen in Haushalten der EEG leben.“ Erwähnenswert sei auch, dass mit der Aufnahme der Mittelschule alle Bildungseinrichtungen (Kindergärten, Volks- und Mittelschule) Neudörfls mit erneuerbarer Energie aus der EEG versorgt werden, so die beiden führenden Sprecher der Energiegemeinschaft. Über 550 kWp an Photovoltaikleistung bilden derzeit die Erzeugungskapazität der EEG.
Rund fünf Prozent der Haushalte sind bereits Teil der EEG
2.167 Haushalte gibt es in Neudörfl, haben Puchegger und Schügerl recherchiert. Nimmt man die Mitgliederzahlen als Berechnungsgrundlage, so sind etwa fünf % der Neudörfler Haushalte schon Teil der EEG. Man müsse zudem bedenken, „dass in der Gemeinde PV-Anlagen mit rund 6.000 kWp erneuerbaren Strom produzieren. Davon sind also nur knapp 10 % in der EEG.“ Genügend offenes Potential gäbe es also noch. Worin sehen Puchegger und Schügerl Gründe, warum trotz der sehr guten Bilanz die EEG nicht schon weitaus mehr Mitglieder zählt? „Das ist eine spannende Frage. Wir vermuten, dass mehrere Faktoren eine Rolle spielen. Zum einen hat sich die Lage am Energiemarkt etwas entspannt. Das Thema ist daher in der Priorität etwas nach unten gewandert. Zum anderen gibt es auch andere Energiegemeinschaftsangebote, die genutzt werden können. Der momentane Modus der Mehrfachteilnahme ist leider so gestaltet, dass eine Teilnahme an mehreren Energiegemeinschaften in den meisten Fällen wenig Mehrwert bringt. Wir versuchen jedenfalls, mit zielgruppengerechter Kommunikation hier noch weiteres Potential zu heben.“ Mit Innovationen in den Bereichen Echtzeitdaten und Energiemanagementsoftware, die nun sukzessive starten, erhofft man sich einen weiteren Schub.
Echtzeitdateninfrastruktur und Einbindung von Speichern als nächste Schritte
Ursprünglich war die Echtzeitdatenerfassung schon etwas früher geplant (die BVZ berichtete). „Wir stehen unmittelbar vor der Ausrollung, ein paar Testgeräte sind schon im Einsatz und funktionieren gut. Es hat sich im Zuge unserer Projekte noch eine Chance ergeben, nämlich eine Energiemanagementsoftware in das Gesamtkonzept einzubinden, welche die Echtzeitdaten sammelt, aufbereitet und für die Mitglieder anzeigen kann. Darüber hinaus bietet diese Lösung spannende Zusatzfunktionen wie das aktive Management von flexiblen Elementen im Energiesystem, die Bewirtschaftung von Speichern und das Aggregieren von Energie zur gemeinsamen Verwertung. Um diese Lösung noch mitnehmen zu können, war es notwendig, ein paar zusätzliche Planungsschritte zu gehen“, erklärt Markus Puchegger.

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Die kommenden Sommermonate dürften das Interesse an der EEG weiter wecken. „Aktuell können wir unsere Mitglieder natürlich zu einem viel höheren Ausmaß mit erneuerbarem Strom versorgen, als das beispielsweise im Winter der Fall wäre. PV-Überschussstrom ist am herkömmlichen Energiemarkt im Sommer meist wenig wert. So ergibt sich ein großer Nutzen für unsere Erzeuger, ihren Strom vor Ort zu günstigeren Konditionen zu verwerten.“ Um die saisonale Thematik (Stromüberschuss im Sommer, wenig Angebot im Winter) etwas zu entschärfen, wurde bereits eine Lösung erdacht: „Wir haben unter den Mitgliedern der EEG sogenannte 'Pufferobjekte' identifiziert. Das sind in der Regel größere Verbraucher, die aufgrund der hohen Abnahmemenge an Strom diesen zu niedrigeren Preisen am Markt beziehen können als Haushalte. Diese haben nur einen geringen finanziellen Mehrwert aus der Teilnahme an einer EEG. Unsere Strategie besteht darin, diese Objekte im Sommerhalbjahr in der EEG zu haben, während sie im Winterhalbjahr auf einen inaktiven Status gesetzt werden.“
(Als Hintergrund erklärt Markus Puchegger: „Der Strompreis besteht aus drei Teilen: Energie, Netzgebühren und Steuern. Den Energiepreis kann die EEG selbst bestimmen. Bei Netzgebühren und Steuern bekommt man als Mitglied einer EEG Vergünstigungen. Somit legt sich der Preis in der EEG – beschlossen durch den Vorstand – so fest, dass sowohl Verbraucher als auch Einspeiser bessere Gesamtpreise bekommen als am Energiemarkt. Jetzt das Entscheidende: Großabnehmer bekommen meist günstigere Strompreise am Markt angeboten, das liegt schlicht an der Abnahmemenge und an der Netzanschlussebene. Das führt dazu, dass der Preis für Strom aus der EEG etwa dem Marktpreis (inkl. Netz und Steuern) entspricht, wenn man Großabnehmer ist. Wenn man Haushalt ist, ist der Strom aus der EEG deutlich günstiger“. Das folgende Beispiel soll es verdeutlichen: Die beiden linken Balken zeigen den Unterschied in den Stromkosten bei Haushalten, die beiden rechten Balken jenen eines größeren Abnehmers.)

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Anreize der EEG beizutreten gibt es also reichlich.„Neben dem finanziellen Aspekt und dem Beitrag zum Umweltschutz möchten wir einen weiteren Mehrwert hervorheben: Bei einer EEG handelt es sich um einen Verein, die Mitglieder kennen sich mittlerweile sehr gut untereinander, kommen immer wieder – auf freiwilliger Basis – zu unterschiedlichen Austauschformaten rund um das Thema Energie und Nachhaltigkeit zusammen. Die Innovationsansätze aus der Forschung werden so auch immer gemeinsam diskutiert bzw. profitieren die Mitglieder der EEG Neudörfl sehr früh von Lösungen aus dem Innovationsbereich.“
Beitritt zur EEG ist sehr niederschwellig gestaltet; auch Wohnungsmieter können teilnehmen
Zudem ist der Beitritt recht simpel: „Er ist sehr einfach mittels eines Beitrittsformulars möglich. Im wesentlichen braucht man neben Namen und Adresse nur die Zählpunktnummern, diese findet man beispielsweise auf den Stromrechnungen des Energieversorgers. Die weiteren Schritte werden von uns genau erklärt und begleitet. Wenn man sich jetzt entscheidet, der EEG beizutreten, ist der Anmeldeprozess in wenigen Tagen erledigt.“
Was schließlich nicht oft genug erwähnt werden kann: „Man braucht keine PV-Anlage, um der EEG beizutreten, vielmehr lebt das Modell von einem ausgeglichenen Verhältnis von Erzeugern und Verbrauchern.“ Das sei besonders spannend für Wohnungsmieter, die oft nicht die Möglichkeit haben, eine eigene PV-Anlage (größer als ein Balkonkraftwerk) zu installieren. „Selbst als Mieter:in einer Wohnung bestimmt man nämlich über seinen Zählpunkt, somit auch über seinen Energielieferant und hat das Recht, einer Energiegemeinschaft beizutreten und so lokal erzeugte erneuerbare Energie zu nutzen“, berichtet Obmann Christian Schügerl. „Wir freuen uns über zahlreiche weitere Mitglieder aus allen Bereichen - Haushalte, KMU oder sonstige Einrichtungen.“