Am Sonntag lud die SPÖ Kroatisch Minihof zum Familienwandertag ein. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, gemeinsam die Natur zu erkunden und einige gesellige Stunden zu verbringen.
Nachbarschaftshilfe Plus: „Notausstieg“ von 12 von 19 Gemeinden
Förderung entfällt
2014 wurde das Projekt Nachbarschaftshilfe Plus aus der Taufe gehoben. Ende 2025 wird man in Summe um die 100.000 Mal Hilfe koordiniert haben. 600 Ehrenamtliche unterstützen den Verein in 19 Gemeinden - noch, denn mit Ende des Jahres endet auch die Kofinanzierung des Landes, in Folge stellen mehrere Gemeinden das Projekt ein.
Beim Fest anlässlich 10 Jahre Nachbarschaftshilfe Plus stand der Dank an die Ehrenamtlichen besonders im Fokus.
© Nachbarschaftshilfe Plus/Viktor Fertsak
Begleitdienste zur medizinischen Versorgung, bei Behördengängen oder beim Einkauf, Besuchsdienste gegen Vereinsamung oder begleitete Spaziergänge im Ort zur Bewegung und Kontaktpflege: all dies machen die Ehrenamtlichen von Nachbarschaftshile Plus - aktuell noch in 19 Projektgegemeinden.
Als Folge dessen, dass die seit 2017 bestehende Kofinanzierung des Landes mit Dezember 2025 eingestellt wird und aufgrund der derzeitigen sehr angespannten Budgetsituation in vielen Gemeinden, werden 12 der aktuell 19 Projektgemeinden das Angebot Nachbarschaftshilfe Plus mit Jahresende einstellen, nur sieben Gemeinden können das Projekt mit Unterstützung durch eine Bundesförderung im Jahr 2026 fortführen.
Eine davon ist Kobersdorf. „Wichtig ist für uns der Aspekt, dass wir Leute in der Gemeinde haben, die keine Verwandten oder Verwandte in Wien haben und somit Bedarf haben, dass etwa jemand mit ihnen zum Arzt fährt. Und auch der gesellschaftliche Aspekt ist ganz wichtig, dass diese Leute auch unter Menschen kommen“, so Bürgermeister Andreas Tremmel.
„Wir sind sehr dankbar für das, was wir gemeinsam erreicht haben seit dem Projektstart 2014.
Wir wollten damals ein niederschwelliges Modell an gegenseitiger Unterstützung in Gemeinden etablieren, das besonders Ältere im Blick hat. (Ältere) Menschen sollten möglichst lange eigenständig im vertrauten Zuhause leben können und die dafür nötige Unterstützung im Alltag erhalten. Und Personen (oft PensionistInnen, Zugezogene), die sich ehrenamtlich im Sozialbereich engagieren möchten, sollten ein gut organisiertes Modell vorfinden, in dem eine wertschätzende Begleitung, ein Versicherungsschutz und ein Aufwandersatz selbstverständlich sind und für jeden Freiwilligen die passende Aufgabe gefunden wird“, fasst Astrid Rainer, Geschäftsführerin von Nachbarschaftshilfe Plus zusammen.
Und ergänzt mit Verweis darauf, dass das Projekt mehrfach ausgezeichnet wurde: „Jetzt 11 Jahre später wissen wir, wir haben Vieles richtig gemacht, unser Angebot wird gebraucht, die Möglichkeit sich ehrenamtlich zu engagieren, gut angenommen. Ende 2025 werden wir in Summe seit 2014 um die 100.000 Mal Hilfe koordiniert haben und 600 Ehrenamtliche unterstützen uns in 19 Gemeinden.“
Besorgt zeigt sich Rainer in Hinblick auf die Zukunft: „Wir stellen uns die Frage, ob ab Jänner 2026 in den 12 Austrittsgemeinden eine tragfähige Alternative für jene bereitsteht, die seit Jahren auf unsere Hilfe angewiesen sind. Sollte das Landesmodell dort nicht rasch starten oder die Gemeinden einspringen, steht für hilfsbedürftige Menschen – die nicht auf familiäre Unterstützung zählen können – ab Jänner 2026 die Gefahr einer Versorgungslücke im Raum.“
Einheitliche Lösung für ganz Burgenland
Seitens des Landes begründet man die Einstellung der Förderung mit der flächendeckenden Einführung eines neuen, landesweiten Modells, das künftig in allen 28 Pflegeregionen auf ehrenamtliche Strukturen setzt. „Damit schaffen wir eine einheitliche, transparente und gerechte Lösung für ganz Burgenland – vom Seewinkel bis nach Jennersdorf“, heißt es aus dem Büro von Soziallandesrat Leonhard Schneemann. „Alle 171 Gemeinden werden zukünftig von diesem erweiterten Angebot profitieren können: In jeder Pflegeregion wird es künftig eine Pflege- und Sozialberatung geben, die an einem zentralen Hauptstützpunkt angesiedelt ist und – wie auch bisher – durch qualifiziertes Fachpersonal der Sozialen Dienste Burgenland GmbH (SDB) betreut wird. Zusätzlich wird die SDB in jeder Region eine eigene Koordinationsstelle einrichten, um gemeinsam mit der Pflege- und Sozialberatung das Ehrenamt gezielt weiterzuentwickeln und zu stärken.“
Um einen nahtlosen Übergang zu gewährleisten, habe die SDB bereits im Herbst in den betroffenen Regionen mit dem Aufbau der Pflege- und Sozialberatung begonnen. „So stellen wir sicher, dass es zu keiner Versorgungslücke kommt und Betroffene weiterhin kompetente Ansprechpersonen vor Ort haben. Der Fokus liegt vorerst auf den Gemeinden, die bisher Nachbarschaftshilfe Plus implementiert hatten. Der Start erfolgt in den ersten Gemeinden bereits im Jänner. Im Laufe des Jahres wird das neue Modell parallel zu den Pflegestützpunkten schrittweise auf das ganze Land ausgerollt.“
Als Land sehe man eine Verantwortung darin, ein nachhaltiges, breit zugängliches System für alle Regionen aufzubauen – verlässlich, professionell und zukunftsorientiert.
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