EM: Warum Bontus der Konkurrenz einen Schritt voraus sein könnte
Formula Kite
Während der Großteil der europäischen Formula-Kite-Elite erst zur Vorbereitung auf die Europameisterschaft (5. bis 12. September) in die Türkei reist, hat Valentin Bontus bereits wertvolle Trainingskilometer gesammelt. Der Olympiasieger, der für den Yachtclub Podersdorf startet, ist auch beim zweiten Großereignis dieser Saison auf Edelmetall programmiert.
Valentin Bontus zeigt sich vor der Formula Kite-Europameisterschaft zuversichtlich.
© ÖOC/Gabriel Koschier
Am Akyaka Kite Beach ist der Name Programm. Hunderte Kites hängen über die Bucht verteilt in der Luft, dafür sorgen allein elf Kite-Stationen. „Hier dreht sich wirklich alles ums Kitesurfen“, lacht Bontus, der aufgrund des Trubels am Wasser froh war, seine Trainingskilometer am offenen Meer sammeln zu können. „In Strandnähe muss man wirklich aufpassen, weil da schlägt regelmäßig jemand neben dir ein. Aber draußen auf dem Race Track waren wir praktisch ganz für uns.“
Mit dabei war Trainingskollege Noah Runciman aus den USA, der den 25-Jährigen auch in der EM-Vorbereitung unterstützt. „Wir hatten unser eigenes Motorboot mit und das ganze Equipment, das wir brauchen, um Starts und die verschiedenen Renn-Situationen zu simulieren“, erzählt Bontus. Eine Woche trainierte er im Golf von Gökova, von der europäischen Konkurrenz sichtete er dort lediglich den Kroaten Martin Dolenc.
Die Voraussetzungen für die Europameisterschaft sind aus Sicht des OeSV-Aushängeschilds jedenfalls hervorragend: „Akyaka ist ein sehr guter Kite-Spot, wir hatten die ganze Woche wirklich perfekte Bedingungen mit traumhaftem Wetter und verlässlichem, gleichbleibendem Wind. Das haben wir voll ausgenutzt, um wirklich viele Kilometer am Wasser zu sammeln.“ Auch beim Material gelang ein weiterer Schritt nach vorne.
Das große Fragezeichen für das zweite Großereignis dieser Saison ist die Wetterprognose für die Wettkampfwoche. Bei der Weltmeisterschaft in Portugal hatte Bontus bereits die Bronzemedaille gewonnen. Nun soll bei der EM erneut Edelmetall her. „Für die Renntage ist extreme Hitze vorhergesagt. Wir werden sehen, wie sehr das die Thermik und den Wind beeinflussen wird, aber von den Grundkonditionen sollte mir der Kurs sehr gut liegen“, zeigte sich der gebürtige Perchtoldsdorfer bei seiner Heimreise am Sonntag optimistisch.
Auch Trainer Luca Bursic zieht eine positive Bilanz: „Wir haben uns für die vorgezogene Vorbereitung entschieden, weil wir ungestört arbeiten wollten. Valentin hat sich ideal an den Spot gewöhnt und wird mit viel Selbstvertrauen und einem super Set-Up in die EM gehen.“
Nach dem intensiven Trainingsblock in der Türkei legt Bontus nun einen kurzen Zwischenstopp in seiner deutschen Wahlheimat Garmisch-Partenkirchen ein, um einerseits die Akkus zu laden und andererseits die gesammelten Daten zu analysieren. Bereits am kommenden Sonntag geht es wieder nach Akyaka, wo dann ab 5. September die ersten Wettfahrten auf dem Programm stehen.
„Ich fliege mit einem richtig guten Gefühl nach Hause und freue mich darauf, dass ich in dieser Saison noch ein zweites Mal um Medaillen kiten kann.“