Alle Neune - Anpfiff zum dritten Anlauf

Frauenfussball

Nach dem Ausstieg von Deutschkreutz geht die dritte Auflage der OSG Frauen-Landesliga mit neun Teams über die Bühne. Draßburg ist Titelverteidiger, aber Bad Sauerbrunn der Favorit.

Von Von Bernhard Fenz, Max Wiesler und Günther Pavlovics

Ende Juli fanden sich die Vereine der OSG Frauen-Landesliga in der Fußballakademie Burgenland zu einem media day zusammen. Bis auf Kickerinnen des SV Sigleß - das Team war zu dieser Zeit gerade auf Trainingslager aktiv - waren alle Klubs vertreten, um sich dann auch gemeinsam zu präsentieren. Am Freitag startet die Landesliga in die dritte Saison seit der Gründung im Jahr 2024.

Ende Juli fanden sich die Vereine der OSG Frauen-Landesliga in der Fußballakademie Burgenland zu einem media day zusammen. Bis auf Kickerinnen des SV Sigleß - das Team war zu dieser Zeit gerade auf Trainingslager aktiv - waren alle Klubs vertreten, um sich dann auch gemeinsam zu präsentieren. Am Freitag startet die Landesliga in die dritte Saison seit der Gründung im Jahr 2024.

© Thomas Werchota

Freitag, 19 Uhr: MSV 2020 - GST Frauenkirchen.

Samstag, 16 Uhr: FC Südburgenland 1c - Bad Sauerbrunn; 19.15 Uhr: SPG St. Margarethen - Sigleß.

Sonntag, 16 Uhr: Kittsee - Draßburg.

Spielfrei:Neusiedl/See.

Weil Deutschkreutz den Frauen-Spielbetrieb im Kampfmannschaftsbereich vorerst eingestellt hat, sind neun Teams Teil der Liga. Um genügend Spieltage zu gewährleisten, entschieden sich die Verantwortlichen rund um BFV-Frauenreferentin Lara Pichler, nach dem Grunddurchgang ein oberes Play-off mit den Top-Vier sowie ein unteres Play-off mit den Plätzen fünf bis neun zu spielen. Drei Spieltage oben sowie vier Spieltage unten werden dann jeweils noch draufgesetzt.

Sauerbrunn nimmt es an. Innerhalb der Liga gelten die Bad Sauerbrunnerinnen als die Favoriten auf den Titel. „Alles andere wäre eine Enttäuschung“, will Sektionsleiter Alex Halbauer gar nicht erst um den heißen Brei herumreden. Auch, weil die Cupsiegerinnen an Stärke gewonnen haben. Lina Kotras ist nach über einem Jahr verletzungsbedingter Pause wieder fit und steht zur Verfügung. Mit Hannah Hollweger (aus Reisenberg) und Elena Kucevic (aus Deutschkreutz) sind zwei Neue im Kader, einzig für Vici Halbauer wird die sportliche Reise zu Ende gehen – Karriereende. Im Training sprang die Kniescheibe raus, immer wieder schlug der Verletzungsteufel zu, die Gesundheit geht vor. Dem Verein bleibt die gelernte Physiotherapeutin insofern fix erhalten, als sie bei den Männern künftig das Physio-Team mit Martin Gmeiner bildet. Sportlich steht der Auftakt bei Südburgenland 1c an, im ÖFB-Cup setzte es eine 1:3-Niederlage bei Dynama*Dynamo Donau FC. Halbauer: „Es war ein sehr guter Test für uns, sehr wertschätzend, überhaupt nicht gehässig – eine lässige Partie.“

Mattersburg will nach oben. Der MSV eröffnet am Freitag die neue Meisterschaft mit dem Heimspiel gegen Frauenkirchen. Coach Markus Theiler muss bei seinem Kader aktuell lediglich auf Nadine Krojer verzichten, sie ist im Training umgeknöchelt. „Wir warten noch auf den MRT-Befund, gehen aber von einer Bänderverletzung aus.“ Das Duell gegen das Girls Soccer Team aus Frauenkirchen sieht Theiler als „Gradmesser, wo für uns die Saison hingeht.“ Theiler: „Wir sind im Vergleich zur Vorsaison stärker geworden und würden gerne in die Top-Vier kommen. Falls das nicht gelingt, ist der erste Platz im unteren Play-off unser Ziel.“

Draßburg in Personalnot. Meister Draßburg wiederum wird nach dem Sieg im BFV-Cup beim SC Kittsee am Wochenende auch in der Meisterschaft noch einmal im hohen Norden des Landes antreten. „Diesmal auch mit mehr Spielerinnen“, schmunzelt Coach Florian Gusek. Im Cup gewann die Mannschaft zwar locker mit 4:1, ab Minute 30 spielten die Gäste aber nur mehr zu zehnt. „Verletzungs- und krankheitsbedingt hatte ich nur elf Spielerinnen dabei, Lilly Cerny schied dann nach einer halben Stunde angeschlagen aus.“ Zum Meisterschaftsauftakt wird die Personalsituation besser. Ob es sich mit der Titelverteidigung ausgeht? „Ich glaube, dass die Saison vorne ausgeglichen verlaufen wird. Für mich sind Neusiedl/See und Bad Sauerbrunn die größten Titelfavoriten.“

Südburgenland verlor. Für den FC Südburgenland 1c setzte es eine überraschende 1:2-Heimniederlage im BFV Frauen Cup gegen Sigleß. Das wollen die Südburgenländerinnen nicht auf sich sitzen lassen, am Samstag um 16 Uhr trifft man in der ersten Liga-Runde auf Vizemeister Bad Sauerbrunn. An das letzte Duell mit dem Team aus dem Kurort haben die Südburgenländerinnen gute Erinnerungen. Im Mai siegte man in Mischendorf mit 3:1 (2:1) und holte drei Punkte.

Kittsee in Partylaune. Zum Saisonauftakt gab es ein 1:4 gegen Meister Draßburg, aber einige Gründe zum Feiern in Kittsee. Ein Jahr nach dem Einstieg in die Landesliga hat man schon eine Nachwuchstruppe, zwölf von ihnen waren bei der Cuppartie als Einlaufkinder dabei. Nach der Partie gab es noch eine gut besuchte Party zur Saisoneröffnung. Und Trainer Erwin Raithofer hatte vier Mädchen auf der Bank, obwohl einige seiner Spielerinnen fehlten. „Allerdings sind wir schnell in Rückstand gekommen, weil wir bei der Spieleröffnung einen schweren Fehler gemacht haben", sagte der Coach. „Aber wir haben uns vorgenommen, dass wir mehr Fußball spielen wollen." Das ist auch ein Ziel für die Saison, in der der Kader auf 20 Spielerinnen angewachsen ist.

Sigleß sensationell. Sigleß lieferte die Überraschung zum Auftakt des Cups mit dem 2:1 im Südburgenland. „Wir wussten, dass wir besser sind als im Vorjahr, aber nicht, wo genau wir stehen", sagt Trainer Arnold Ernst. Noch vor drei Monaten hat man 0:13 verloren. Und auch in der Vorbereitung hat man sechs von sieben Spielen verloren – Torverhältnis minus 44. Ernst: „Und ich muss auch zugeben, dass wir das nötige Glück für eine derartige Überraschung gehabt haben." Tatsache bleibt aber, dass der Weg in Sigleß nach oben zeigt. „Ich habe 22, 23 Spielerinnen für die Kampfmannschaft, davon ist die Älteste 19 Jahre alt“, sagt der Trainer. Allerdings verlor man mit Lillian Coulibaly die Topangreiferin an die Wiener Austria. Für die Meisterschaft hat er keine Platzierung als Ziel. Ernst: „Wir wollen nicht Ergebnisse liefern, sondern Leistung bringen."

Neusiedl unter Top 3. Für Neusiedl war es ein Soft-Opening der Saison, denn nach dem BFV-Cup folgt eine Pause, weil man in der ersten Runde der Meisterschaft spielfrei hat. Beim Cup-Spiel gegen Frauenkirchen fehlten noch Torfrau Jasmin Müller, Pia Behringer, Ivana Dzalto, Ella Gracher und Slavka Seckova. Trainer Paul Troindl braucht sie auch, denn im Herbst werden Nina Tschida und Tanja Bauer kaum noch spielen können. Zudem hat sich Petra Mitter beim späten Ausgleich auch noch am Schienbein verletzt. Carmen Berger war verletzt nur auf der Bank. „Wir hätten zur Halbzeit schon führen müssen", sagte Troindl. Als Ziel für die Saison gibt er wie im Vorjahr einen Platz unter den besten drei aus.

St. Margarethen vermehrt. Im Sommer stießen junge Spielerinnen aus dem Nachwuchs von Trausdorf zu St. Margarethen. „Ich hatte so um die 20 Mädchen beim Training, sechs haben noch wegen Urlaub gefehlt", sagt Trainer Josef Degeorgi. Damit man sich intensiv um die Talente kümmern kann, gibt es bei den Trainings Unterstützung von Julia Schmiedl und Andreas Granabetter. So sollen die talentierten Jungen an den Erwachsenenfußball herangeführt werden. Zum Auftakt wurde man auf den Boden der Realität geholt mit einem 0:7 im vorgezogenen Spiel im BFV-Cup gegen Bad Sauerbrunn. Degeorgi: „Sauerbrunn ist die Nr. 1. Ich hab den Mädchen gesagt, das war wie Österreichs Männer bei der WM gegen Spanien. Wir waren bemüht, aber chancenlos."

Frauenkirchen verjüngt. „Wir sind personell gut aufgestellt", sagt Frauenkirchen-Trainerin Sandra Himmler. Und das, obwohl mit Pia Frischmann und Nicole Meidlinger zwei Langzeitgrößen aufgehört hat. Himmler: „Wir haben sie in der Vorbereitung und gegen Neusiedl gut ersetzen können. Amelie Reich spielt als Abwehrchefin großartig." Die 15-Jährige kam im Sommer aus Apetlon. Im Schnitt hat Himmler 16 Mädchen beim Training, manchmal auch mehr. Auch mit der verjüngten Mannschaft ändert sich das Ziel für die Meisterschaft nicht. „Wir wollen einen Platz in der oberen Hälfte", sagt Himmler. Im Cup hat man gegen Neusiedl nach 0:1-Rückstand durch zwei schöne Weitschusstore von Andrea Wagersreiter sogar nach 90 Minuten geführt, in der Nachspielzeit den Ausgleich kassiert und danach im Elferschießen verloren.

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