Fast 200 Trikots und viele Geschichten dahinter

FUSSBALL ALLGEMEIN

Getragene Fußballtrikots sind für Michael Baldauf weit mehr als Stoff. Der Sammler aus Hirm besitzt mittlerweile 180 sogenannte „Matchworn“-Dressen – darunter echte Raritäten aus der österreichischen und internationalen Fußballgeschichte.

Von Von Martin Ivansich

Mit Stolz präsentiert Michael Baldauf seine Sammlung: Der Hirmer besitzt bereits 180 matchworn Trikots – jedes Einzelne mit einer eigenen Geschichte.

Mit Stolz präsentiert Michael Baldauf seine Sammlung: Der Hirmer besitzt bereits 180 matchworn Trikots – jedes Einzelne mit einer eigenen Geschichte.

© Martin Ivansich

Während andere Fans Autogramme oder Fotos sammeln, schlägt das Herz von Michael Baldauf für etwas ganz Besonderes: Matchworn-Trikots. Also Dressen, die tatsächlich in einem Spiel getragen wurden – mit all ihren Spuren, Geschichten und Emotionen. 180 Stück hat der leidenschaftliche Sammler aus Hirm mittlerweile zusammengetragen. Und jedes einzelne erzählt ein Stück Fußballgeschichte.

Ein absolutes Highlight seiner Sammlung stammt aus dem Jahr 1967: ein Schottland-Trikot vom Finale der Amateur-Europameisterschaft gegen Österreich. Zu diesem äußerst seltenen Stück kam Baldauf über einen Bekannten, dessen Vater damals für Österreich spielte. Nach dem Endspiel wurde – wie früher üblich – das Trikot getauscht. Ein Moment, der Jahrzehnte später in Baldaufs Sammlung weiterlebt.

Auf dem Wunschzettel steht 2026 ein WM-Trikot

Trikots von großen Turnieren undbekannten Namen gehören dazu: ein WM-Dress von Hans Krankl aus dem Jahr 1978, eines von Erich Obermayer aus der WM 1982 sowie ein Trikot von Kurt Russ aus dem Jahr 1990. Nur ein Jahrgang fehlt noch: die Weltmeisterschaft 1998. „Das ist noch eine kleine Lücke“, sagt Baldauf mit einem Schmunzeln.

Der Blick geht aber nicht nur in die Vergangenheit, sondern auch nach vorne. Im kommenden Sommer steht bekanntlich der erste WM-Auftritt der rot-weiß-roten Auswahl seit 28 Jahren auf dem Programm. Ein Matchworn-Trikot von diesem Turnier wäre für Baldauf ein Traum. „Ich weiß aber, dass es fast unmöglich ist“, gibt er realistisch zu.

Die Leidenschaft für seine Sammlung mindert das allerdings nicht – im Gegenteil. Erst kürzlich stellte Baldauf seine besten Stücke in seiner Heimatgemeinde Hirm aus. Die Resonanz war beeindruckend. „Das ist wirklich gut angekommen. Da waren etliche Gäste, die sich auch für die Geschichte hinter dem Trikot interessiert haben“, erzählt er. Genau das mache für ihn den besonderen Reiz aus: nicht nur das Sammeln, sondern das Bewahren von Erinnerungen und Geschichten.

Für Michael Baldauf ist eines klar: Jedes Trikot ist ein Stück Fußballkultur – und seine Sammlung noch lange nicht am Ende.