Forderung: „Rettungspaket“ für den Mattersburger Florianihoffmann

Gastronomie

Geht es nach der FPÖ Mattersburg, so soll dem Betreiber des Gasthauses, Gottfried Hoffmann, von Seiten der Stadtgemeinde mit einem Zuschuss von 50 Prozent der monatlichen Miete unter die Arme gegriffen werden. SPÖ-Vize Thomas Nikles steht diesem Vorstoß „persönlich kritisch gegenüber“.

Von Richard Vogler

FPÖ-Obmann Sascha Gerdenitsch (l.) und FPÖ-Gemeinderat Bernd Zezelitsch (r.) mit Florianihof-Chef Gottfried Hoffmann.

FPÖ-Obmann Sascha Gerdenitsch (l.) und FPÖ-Gemeinderat Bernd Zezelitsch (r.) mit Florianihof-Chef Gottfried Hoffmann.

© zVg

Am 7. Jänner wurde ein Konkursverfahren über den Florianihoffmann eröffnet. Florianihoffmann-Chef Gottfried Hoffmann strebt ein Sanierungsverfahren an, um den Betrieb nach dem Verfahren weiterführen zu können.

Nun meldet sich die FPÖ Mattersburg zu Wort: Für den Florianihoffmann soll ein Rettungspaket geschnürt werden. Ein Antrag bei der Stadtgemeinde wurde laut FPÖ eingebracht. Dieser sieht vor, dass „die Stadtgemeinde Mattersburg dem Betreiber Gottfried Hoffmann für die Dauer des Sanierungsverfahrens bzw. für das kommende Jahr mit einer Übernahme von 50 Prozent der monatlichen Mietkosten unter die Arme greift“, wird in der Aussendung festgehalten.

Auf Nachfrage der BVZ wird FPÖ-Stadtparteiobmann Sascha Gerdenitsch konkret: „Dieser Punkt soll bei der nächsten Gemeinderatssitzung behandelt werden.“

Hier kommt die Zeitkomponente ins Spiel: Die Prüfungstagsatzung von Seiten des Masseverwalters ist für den 23. März anberaumt. Dann soll die Entscheidung fallen, ob es eine Fortführung des Betriebes gibt. Die nächste Gemeinderatssitzung ist nach aktuellem Stand erst am 18. März angesetzt. Ob dies dann nicht zu spät wäre? „Dann müsste man noch veranlassen, dass der Gemeinderat früher tagt“, so, Gerdenitsch, der weiter ausführt: „Wir werden auch versuchen, mit der OSG (Anm.: Vermieter des Gasthauses) ins Gespräch zu kommen, damit sie Gottfried Hoffmann bei der Miete entgegenkommt.“

Bei einer möglichen Förderung ausschließlich für den Florianihoffmann läuft man Gefahr, dass sich die anderen Mattersburger Wirte vor den Kopf gestoßen fühlen. Soll es dann ein ähnliches Modell für die gesamte Mattersburger Gastronomie geben? „Dies müsste man sich ansehen, wie man die restliche Gastronomie unterstützt. Dass man nun einmal alle fördert, wird nicht möglich sein. Die Rettung des Florianihoffmann hat Vorrang, da es ein Insolvenzverfahren gibt“, so Gerdenitsch.

SPÖ-Vizebürgermeister Thomas Nikles hofft, „dass es dem Betreiber Gottfried Hoffmann gelingt, die Insolvenz abzuwenden und der Florianihoffmann nicht wieder geschlossen werden muss.“ Bürgermeisterin Claudia Schlager hat dazu bereits letzte Woche Gespräche mit der OSG zum Stand der Dinge geführt. Am Dienstag dieser Woche hat sich Nikles bei Gottfried Hoffmann ausführlich über die aktuelle Lage informiert und darüber, wie es weitergehen kann.

„Dem aktuellen Vorstoß der FPÖ stehe ich jedoch persönlich – bei allem emotionalen Verständnis, schnell etwas tun zu wollen – und dem daraus resultierenden Antrag kritisch gegenüber. Wirtschaftliche Unterstützungsmaßnahmen der Gemeinde sollten so getroffen werden, dass diese – wenn wir bei der Innenstadt bleiben – allen Innenstadtunternehmern zugutekommen.

Geht es nach Nikles, so könnten punktuelle Anschubförderungen individuell – wie auch schon beim Florianihoffmann im Rahmen der Geschäftseröffnung – Sinn machen, wenn dadurch ein Mehrwert für die Gemeinschaft entsteht.

„Ich frage die FPÖ: Wie rechtfertigt die Insolvenz den besagten ‚Vorrang‘ gegenüber den anderen Gastronomen und Unternehmern der Innenstadt bzw. deren Betriebskosten? Wie sieht die genaue Rechtslage dazu aus und könnte der Betreiber über Mietzuschüsse während des Sanierungsverfahrens überhaupt verfügen, oder verlieren sich Gelder nicht vielmehr zur Tilgung offener Forderungen? So einfach wie gefordert funktioniert es wohl nicht“, hält Nikles fest.

Es brauche zuerst gesamtheitliche Ansätze zur gesicherten mittelfristigen Fortführung in breiter Diskussion mit dem Betreiber, dem Vermieter und dem Masseverwalter.
„Dann können wir als Gemeinde nach weiteren Unterstützungsmöglichkeiten suchen, die allen gerecht werden“, so Nikles abschließend.

„Es wäre sehr schade für Mattersburg, wenn der Florianihoffmann schließen müsste. Es braucht eine neue, moderne Innenstadtförderung, die fair, transparent und für alle Betriebe zugänglich ist. Einzelne Betriebe mit Steuergeld herauszugreifen, lehnen wir ab. Wir fordern klare Rahmenbedingungen und Fördermodelle, die Frequenz schaffen, Investitionen erleichtern und die gesamte Innenstadt nachhaltig stärken, damit nicht nur ein Betrieb, sondern die ganze Innenstadt Zukunft hat“, hält ÖVP-Obmann Thomas Haffer fest.