Altbischof Paul Iby ist 90: Ein Leben für die Kirche und fürs Land

Geburtstags-Jubiläum

Als einer der prägenden Namen der Diözese Eisenstadt hat der Altbischof mit ruhiger Art und klarem Blick das kirchliche und gesellschaftliche Leben des Landes gestaltet. Heute begeht Paul Iby seinen 90. Geburtstag.

Von BVZ-Redaktion

Paul Iby in seiner Amtszeit beim Besuch des Kindergartens Oberberg im Bischofshof.

Paul Iby in seiner Amtszeit beim Besuch des Kindergartens Oberberg im Bischofshof.

© Diözese Eisenstadt, Walter Fikisz

Sein Leben steht für eine tiefe Verwurzelung in der Heimat und die Treue zu seiner Berufung: Heute, am 23. Jänner, begeht Altbischof Paul Iby seinen 90. Geburtstag. Geboren wurde er 1935 in Raiding. Nach der Matura im Knabenseminar Mattersburg trat er in das Priesterseminar ein und legte den Grundstein für ein Leben, das er voll und ganz in den Dienst der Kirche stellte.

1959 empfing Paul Iby die Priesterweihe, intensivierte seine Studien an der päpstlichen Universität Gregoriana in Rom und promovierte zum Doktor des Kanonischen Rechts. Von 1967 bis 1974 arbeitete Paul Iby als Sekretär des ersten Bischofs von Eisenstadt, Stefan László. Von 1969 bis 1977 war er Leiter der diözesanen Caritas, von 1973 bis 1985 Leiter des Schulamtes der Diözese Eisenstadt. 1984 wurde Iby Generalvikar der Diözese Eisenstadt.

Altbischof Paul Iby ist 90: Ein Leben für die Kirche und fürs Land

© Franz Josef Rupprecht, Franz Josef Rupprecht

Von Anfang an war Iby eng in den Aufbau und die Entwicklung der noch jungen Diözese eingebunden. Mit seinem scharfen Verstand, diplomatischer Art und und Gespür für praktische Lösungen bewies er sich schnell als große Stütze. Dabei ging es ihm auch stets darum, die Kirche näher zu den Menschen zu bringen.

Im Blick behielt Iby auch die Herausforderungen, mit denen das Burgenland als Grenzregion und traditionell katholisches Gebiet konfrontiert war. Er verstand es auch, kirchliche Bürokratie so zu gestalten, dass sie nicht als Hindernis, sondern als Unterstützung wahrgenommen wurde.

1992 wurde Paul Iby von Papst Johannes Paul II. zum Bischof von Eisenstadt ernannt und am 24. Jänner 1993 geweiht. Als Bischof setzte er wichtige Akzente. Er stärkte die Rolle der Laien in der Kirche und förderte gezielt die Zusammenarbeit von Priestern und engagierten Gläubigen in den Pfarren. Besonders am Herzen lag ihm die Förderung der Jugendpastoral, die er als zentrale Aufgabe für die Zukunft der Kirche betrachtete.

Stationen und bewegende Momente

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Altbischof Paul Iby ist 90: Ein Leben für die Kirche und fürs Land
Als Diözesanbischof traf Paul Iby mehrmals mit dem damaligen Papst Johannes Paul II zusammen. Er war es auch, der Iby im Jahr 1992 zum Bischof ernannte.

© Diözese Eisenstadt, L'Osservatore Romano

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Der Altbischof bei seiner Israel-Reise im Jahr 2005 ...

© Diözese Eisenstadt, Privat, Walter Fikisz

Altbischof Paul Iby ist 90: Ein Leben für die Kirche und fürs Land
... und im Trikot beim Priesterfußball.

© Eisenstädter Kirchenzeitung, Walter Fikisz

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Als Bischof Iby die Auszeichnung der Republik Österreich erhielt - im Bild mit Christoph Schönborn.

© Diözese Eisenstadt, Dragan Tatic / HBF

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Noch eine Preisverleihung. 2009 zeichnete Iby "Schwester Marco" Elfriede Gneis mit dem "Romero" aus.

© Diözese Eisenstadt, Privat, Gerald Gossmann

Altbischof Paul Iby ist 90: Ein Leben für die Kirche und fürs Land
Besuch bei Masterfoods. Altbischof Iby mit der Katholischen Arbeiterbewegung und ihrem geistlichen Assistenten Ernst Pöschl zu Gast in Breitenbrunn.

© Diözese Eisenstadt, Privat

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Das österreichische Fußball-Nationalteam bei einem Gottesdienst in Stegersbach. Von Altbischof Iby gab's einen Segen für die Europameisterschaft 2008 - im Bild mit Kapitän Andreas Ivanschitz.

© Diözese Eisenstadt, Gerald Gossmann

In einer Zeit zunehmender gesellschaftlicher Veränderungen betonte Paul Iby immer wieder, dass die Kirche nicht als moralische Instanz „von oben“ agieren dürfe. Vielmehr verstand er sie als eine Gemeinschaft, die die Menschen begleitet, stärkt und einlädt.

Eine seiner besonderen Stärken war der Dialog. Er baute Brücken und baute Vorurteile ab. So initiierte Iby unter anderem den „Dialog für das Burgenland“. Besonderes Augenmerk legte er dabei auf die Volksgruppe der Roma. Iby setzte sich mit Nachdruck dafür ein, dass die Roma als Volksgruppe anerkannt wurden.

„Die Würde eines jeden Menschen ist unantastbar – das muss unser Maßstab sein“, betonte er immer wieder. Sein Einsatz trug wesentlich dazu bei, dass die Anliegen der Roma stärker wahrgenommen und ihre Rechte geschützt wurden.

Darüber hinaus war Altbischof Iby ein Verfechter der Ökumene, die im Burgenland aufgrund der Nähe zu Ungarn und der historischen Vielfalt der Region als besonders bedeutsam gilt. Mit den evangelischen Kirchen pflegte er enge Beziehungen, und er setzte sich generell für ein Miteinander ein, das von gegenseitigem Respekt geprägt ist.

Altbischof Paul Iby ist 90: Ein Leben für die Kirche und fürs Land

© Diözese Eisenstadt

Die Betreuung von Gehörlosen ist dem Altbischof schon lange ein großes Anliegen. Bis heute ist er noch Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Gehörlosenseelsorge Österreichs und nimmt sich gerne Zeit, um an Treffen teilzunehmen.

2010 nahm der Papst das Rücktrittsgesuch von Paul Iby an. Doch auch im Ruhestand blieb dieser ein gefragter Gesprächspartner. Seine ruhige, nachdenkliche Art und sein scharfer Blick für die Herausforderungen der Kirche machten ihn zu einer geschätzten Stimme, die auch über die Grenzen der Diözese hinaus Gehör fand.

Zu seinem 90. Geburtstag blickt Altbischof Paul Iby heute auf ein bewegtes Leben zurück. Doch für ihn steht nicht der persönliche Erfolg im Mittelpunkt: „Alles, was ich getan habe, verdanke ich der Gnade Gottes“, sagt er mit leiser Stimme. Seine Bescheidenheit ist ebenso echt wie sein tiefer Glaube.